Vor kurzem hatten wir erneut einen Innovationsworkshop mit T-Systems MMS und haben insbesondere über die Möglichkeiten eines Personal Finance Management Tools im Online-Banking der Genossenschaftsbanken nachgedacht. Eigentlich liegt der Gedanke auf der Hand, denn die Genossenschaftsbanken bieten mit dem VR-Finanzplan und dem VR-Vorsorgestatus Beratungskonzepte an, die sich hervorragend mit einem Personal Finance Management Tool kombinieren lassen.

Der VR-Finanzplan ist ein Beratungsansatz, der alle finanziellen Aspekte des Kunden ganzheitlich beleuchtet. Die Ziele und Wünsche des Kunden werden aufgenommen und gemeinsam wird ein Finanzkonzept zur Erreichung dieser Ziele erstellt. Am Ende der Beratung bekommt der Kunde den VR-Finanzplan „ausgehändigt“. Was wäre, wenn dieser VR-Finanzplan auf Basis von Realtime-Daten im Online-Banking abgebildet würde? Der Kunde hätte jederzeit einen aktuellen Überblick über seine gesamte Vermögenssituation, seine finanziellen Ziele und deren Zielerreichungsgrad. Im besten Fall könnten die Ziele sogar angepasst bzw. neue Ziele ergänzt werden.

Der VR-Vorsorgestatus ist ein Service, der insbesondere die Altersvorsorge im Fokus hat. Auf Basis einer umfassenden Altersvorsorgeberatung werden sämtliche Verträge wie beispielsweise Renten-Versicherungen, Riester-Rente, gesetzliche Rente etc. erfasst. Der Kunde bekommt dann jährlich automatisch einen Brief, in der die Entwicklung seiner Altersvorsorge dokumentiert ist. Warum sollten diese Daten „nur“ einmal jährlich zur Verfügung gestellt werden und nicht auch auf Basis von Echtzeitdaten im Online-Banking?

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Alleine die beiden oben dargestellten Ansätze würden dem Kunden einen Mehrwert bieten. Bringen wir das Ganze noch in Verbindung mit klassischen Personal Finance Management Funktionen à la mint.com oder kontoblick.de. Ergänzen wir das Ganze um folgende Funktionen:

Digitales Haushaltsbuch: Auswertungstool für seine Girokonto-Umsätze. Umsätze werden wie bei mint.com oder kontoblick.de automatisch kategorisiert und ansprechend über Grafiken und Diagramme visualisiert.

Budgetverwaltung: Der Nutzer kann Budgets für verschiedene Kategorien festlegen (z.B. für Lebensmittel, Kleidung etc.). Auf Basis seiner Umsätze bekommt der Nutzer angezeigt, wie viel von seinem Budget schon „verbraucht“ ist.

Finanzielle Ziele: Der Kunde kann Ziele definieren. Das können z.B. Sparziele sein oder der Abbau von Verbindlichkeiten. Auch hier wird die Erreichung dieser Ziele auf Basis von Echtzeitdaten übersichtlich visualisiert.

Virtueller Berater: Der Kunde wird auf Fälligkeiten aufmerksam gemacht oder z.B. darauf hingewiesen, wenn sich Versicherungstarife verändern.

Die Kombination aus der digitalen Abbildung des VR-Finanzplan und des VR-Vorsorgestatus in Verbindung mit klassischen Personal Finance Management Funktionen, könnte ein interessanter Ansatz für Genossenschaftsbanken sein. Im Gegensatz zu klasssichen Personal Finance Management Tools (wie z.B. mint.com) wird das digitale Haushaltsbuch in eine gesamtheitliche finanzielle Betrachtung eingebettet. Dies ermöglicht kontextabhängige Optimierungsempfehlungen für den Kunden (ein wesentliches Unterscheidungskriterium zu „herkömmlichen“ PFM-Tools). Was denken Sie, würde ein solches Personal Finance Management Tool das Online-Banking der Volksbanken Raiffeisenbanken sinnvoll ergänzen? Uns interessiert Ihre Meinung. Diskutieren Sie mit…