Financial Education – Zuckerbrot und Peitsche?

Neulich bin ich beim Stöbern im Internet auf billmyparents.com gestoßen. Ich wollte mehr darüber erfahren und wissen, wer oder was dahinter steckt. Schnell wurde klar, dass es sich um eine weitere Form des bargeldlosen Einkaufs handelt. Diese Zahlungsmethode gewährt Jugendlichen mehr Freiheit beim Shoppen und lässt gleichzeitig die elterliche Kontrolle nicht außer Acht. Ob die gegenseitigen Zugeständnisse in der Praxis harmonieren, sei dahingestellt. Die Theorie funktioniert wie folgt…

Auf der Internetseite billmyparents.com kann der Teenie mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten oder die Eltern selbst eine Kreditkarte beantragen. Im zweiten Schritt wird die Kreditkarte von Mama und Papa mit Geld aufgeladen. Dann kann das wilde Shopping auch schon beginnen. Per SMS Alerts oder mobile App können sowohl der Jugendliche als auch die Eltern jede Transaktion und den aktuellen Kontostand verfolgen. Die Erziehungsberechtigten können dabei jederzeit die Karte sperren und auch wieder freigeben. Passend zum Geburtstag kann dann auch das Geschenk von Tante und Onkel auf billmyparents erfolgen, denn die Karte kann jederzeit wieder aufgeladen werden.

Freedom and Control, Freiheit bei gleichzeitiger Kontrolle? Zuckerbrot und Peitsche? Fest steht, dass Heranwachsende künftig auch an die obersten Regale in den Geschäften kommen und neue Freiheiten beim Einkauf genießen. Angesichts der Tatsache, dass viele Jugendliche heute schon in der Schuldenfalle (u.a. wegen grenzenlosen Internetkaufrauschs) fest sitzen, fördert billmyparents die Transparenz der Einkäufe der Teenies gegenüber den Eltern. Da das Budget schon vor dem Kauf festgelegt wird, können die Erziehngsberechtigten erst im nachhinein reagieren. Erzieherische Maßnahmen, beispielsweise bei Geldverschwendung, können so nur ergriffen werden, wenn der Konsum schon längst erfolgt ist. Die Frage ist, ob dieser Freiheit&Kontrolle- Mechanismus von billmyparents die finanzielle Bildung der Teens fördert oder ob es nicht noch andere spielerische Wege gibt, den sinnvollen Umgang mit Geld zu erlernen. Die Vorreiter auf diesem Gebiet sind meiner Meinung nach solche Onlinedienste wie Bobber oder Payoff:

Hier dreht sich alles um Wünsche, Träume und Ziele des Nutzers. Diese werden ganz individuell definiert und der User wird darüber hinaus im Sparprozess begleitet. Wenn Ziele erreicht werden kann man nicht nur Preise gewinnen, sondern auch Badges bekommen, die man über diverse soziale Netzwerke teilen kann. Zudem finde ich die Seite sehr ansprechend und es macht Spaß sie zu nutzen.

Sehr spannend finde ich auch das Spiel Mo´Doh Island. Es zielt auf die 13 bis 17 Jährigen ab, die einen personifizierten Avatar erschaffen, der auf der Insel lebt. So können eine ganze Reihe an finanziellen Entscheidungen (auch wichtige Entscheidungen wie ein Hausbau oder Altersvorsorge) getroffen und mit allen Konsequenzen durchlebt werden. Mo´ Doh Island bietet den Usern eine Plattform für sichere Finanzexperimente. So können die Teilnehmer wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Geld sammeln und dabei ihr Wissen zusätzlich steigern.

Für die jüngeren Internetbegeisterten (Zielgruppe 8 bis 14 Jahre) wurde MoneyIsland von BacVue entwickelt. Das Hauptziel ist Stone Broke. Ein Junge, der schikaniert wurde und deshalb versteckt auf der Insel lebt. Er hat nie gelernt mit Geld umzugehen, es sinnvoll zu sparen oder es richtig zu investieren. Wer ihn findet, ihm den richtigen Umgang mit Geld beibringt und ihn zurück in das Inselleben holen kann erhält seine Belohnung. MoneyIsland ist zwar ein virtuelles Spiel, aber die Kids bekommen echte Geschenke und Belohnungen, wie beispielsweise Sparguthaben oder Geschenkgutscheine. Zusätzlich ist ermöglicht MonyIsland den Eltern oder Lehrern die Fortschritte ihrer Kinder einzusehen und sie im Lernprozess zu unterstützen.

Ob MoneyIsland, Mo´Doh Island oder Billmyparents, ob Freiheit und Kontrolle, ob Zuckerbrot und Peitsche… financial education ist und bleibt eine Herausforderung, gerade bei Jugendlichen. Onlinedienste allein werden es nicht schaffen, Teenies zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu erziehen. Allerdings können sie helfen, die Materie spielerisch zu erforschen, auszuprobieren und dabei jede Menge Spaß zu haben.

mboj

geschrieben am: 18.07.2011 von: mboj



1 Comment

  1. Sven

    04.08.2011 um 14:40

    Den richtigten Umgang mit Geld können Kinder heutzutage eigentlich nicht früh genug erlernen. Sie wachsen in einer Welt voller Werbung auf: egal ob Zeitschrift, Fernsehn oder auch Internet. Überall locken vermeintlich tolle Angebote, Schnäppchen und “must haves”.

    Von daher sind aus meiner Sicht gerade die spielerischen Plattformen sinnvoll. Wenn man dem Kind jedoch den Besitz einer eigenen Prepaid Kreditkarte erlaubt, muss auch schon das ensprechende Vertrauen bezüglich des umgang mit dem Guthaben vorhanden sein. Und ganz wichtig: wenn das Guthaben aufgebraucht ist, ist es halt aufgebraucht. Wie im echten Leben halt…



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*erforderlich




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