Im Blog von Für-Gründer.de bin ich auf einen Beitrag zum Thema Crowdfunding aufmerksam geworden. Ich konnte crowd mit Menschenmenge und funds mit Geldmittel zwar übersetzen, dennoch habe ich den Begriff erst einmal gegoogelt und habe dabei bei Wikipedia die Übersetzung „Schwarmfinanzierung“ gefunden. Mit Wikipedia habe ich dabei gleichzeitig die wohl bekannteste Plattform im Bereich Crowdsourcing genutzt. Einen ersten schnellen Überblick der verschiedenen Plattformen, auf denen die crowd (Masse der anonymen Internetnutzer) anderen Internetnutzern etwas zur Verfügung stellt, liefert die folgende Grafik (erstellt von dem deutschen Kreditportal smava.de):

Die wohl bekanntesten Plattformen sind im Bereich Wissen Wikipedia und im Bereich Reisen die Plattform Mitfahrgelegenheit.de. Im Bereich Finanzen spricht man von Crowdfunding. Im o.g. Blog von Für-Gründer.de wird Crowdfunding als Finanzierungsart beschrieben, mit der Projekte durch eine Vielzahl an Geldgebern über eine Internetplatform finanziert werden, wobei die Beträge der einzelnen Geldgeber sehr niedrig sein können. Beim Crowdfunding werden keine Anteile an den Unternehmen erworben und die Gegenleistungen sind häufig immaterieller Natur oder werden als Sachleistungen gewährt.

Im „Crowd funding-Monitor August 2011“ auf Für-Gründer.de wird die amerikanische Plattform Kickstarter.com als eine der führenden Plattformen beschrieben. Seit ihrem Start im April 2009 wurden bis zum 17. Juli diesen Jahres 10.388 Projekte mit einer Gesamtinvestitionssumme von ca. 60 Mio. US$ finanziert. Für Deutschland werden die Plattformen Inkubato, MySherpas, Pling, Startnext und VisionBakery aufgeführt. Startnext feierte am 10. September 2011 sein einjähriges Jubiläum und hat zu diesem Anlass seine Entwicklung grafisch und in Zahlen dargestellt. Von 142 beendeten Projekten konnten 61 (= 43%) erfolgreich finanziert werden, d.h. dem gewünschten Finanzierungsbedarf stehen zu mind. 100% entsprechende Geldgeber gegenüber. Die Laufzeiten dieser erfolgreichen Projekte betrugen durchschnittlich 58 Tage. Insgesamt konnten 164.157 € an verschiedene Projekte ausgezahlt werden.

Diese Zahlen sind zwar im Vergleich zu Kickstarter.com noch bescheiden, aber die Dynamik der allesamt in 2010 gestarteten o.g. fünf Plattformen ist in der folgenden Grafik (aus Crowd funding-Monitor August 2011) ersichtlich und dokumentiert die von Für-Gründer.de erstellte Prognose i.H.v. 550.000 € eingesammeltes Kapital bis zum Jahresende:

Die über die fünf o.g. Plattformen finanzierten Projekte kommen überwiegend aus den Bereichen Musik, Theater, Film, Mode und Soziales, wobei sich auch unterschiedliche Schwerpunkte entwickelt haben. Bei Pling.de liegt er eher auf Unterhaltung und IT, während er bei Inkubato.de eher im Bereich Film zu finden ist. Der Bereich Startups/Business findet sich nur bei MySerpas.de. Betrachtet man diese Schwerpunkte, so mag man zu dem Schluss kommen, dass es sich beim Crowdfunding um Finanzierungen handelt, die sich im klassischen Bankgeschäft eher selten bis gar nicht wiederfinden. Aber genau in dem Bereich der klassischen Bankgeschäfte hat sich die deutsche Plattform Smava.de entwickelt. Auf dieser Plattform tätigen Kreditnehmer und Anleger direkt Geldgeschäfte. Solche Darlehen werden auch Peer-to-Peer- (P2P)-Kredite genannt. Eine Studie des DIW (Wochenbericht Nr. 36/2011) kommt zu dem Schluss, „dass sich die demografische Struktur der Kreditnehmer auf der P2P-Kreditplattform Smava nach anfänglichen Abweichungen nur noch wenig von derjenigen des traditionellen Kreditmarkts unterscheidet. Internet-Kreditnehmer sind demnach nur geringfügig jünger als traditionelle Kreditnehmer. Auch bezüglich der regionalen Struktur der Kreditnehmer liegen keine wesentlichen Unterschiede vor. Der wohl markanteste Unterschied zeigt sich bei der Geschlechtsstruktur der Kreditnemer. Zwar ist in beiden Kreditmärkten die Mehrheit der Kreditnehmer männlich, Männer kommen jedoch unter den Nutzern der P2P-Kreditplattform relativ häufiger vor als im klassischen Kreditmarkt.“

Einer Crowd Funding Studie der Ikosom (Institut für Kommunikation in sozialen Medien) über den Zeitraum Juni 2010 bis Mai 2011 zufolge gab es insgesamt 2.624 Unterstützer (wobei darunter auch Mehrfach-Unterstützer vorkommen). Uns interessiert, ob Sie sich auch schon an Crowdfunding-Projekten beteiligt haben oder ob Sie sich eine Beteiligung vorstellen können.