Employer Branding und Personalmarketing – Interview mit Gero Hesse von saatkorn.de

Über das spannende Thema Employer Branding haben wir schon an
anderer Stelle berichtet. Im Kern geht es darum, die Arbeitgebermarke strategisch zu definieren, um langfristig nicht nur die Bekanntheit sondern auch die Attraktivität für High Potentials zu stärken. Gero Hesse, Experte auf dem Gebiet Employer Branding und Blogger (www.saatkorn.de) hat sich für ein Interview bereit erklärt. Dafür schon mal vielen Dank! Natürlich interessiert uns sein neues Projekt „careerloft“, dass er zusammen mit seinen Kollegen der „Medienfabrik“ gestaltet hat und das momentan im Bereich Personalrecruiting und –Marketing medial große Aufmerksamkeit genießt. Hierbei handelt es sich um eine Online-Plattform für junge Talente mit offline-Treffpunkt in Berlin, dem Loft.

 

Ziel ist es, ein Karrierenetzwerk und Förderprogramm zu schaffen, wo Studenten und Absolventen mit attraktiven Arbeitgebern (wie Audi, Metro Group, SAP, Ernst & Young, Merck ….)  zusammen kommen. Ausgewählte Studenten und Absolventen können innerhalb eines speziellen Förderprogramms an Leistungen wie zum Beispiel Sprachtrainings, persönlichen Karriereberatungen mit sogenannten Mentoren teilhaben und ihre Fähigkeiten beim Kontakt zu attraktiven Arbeitgeber unter Beweis stellen. Ein spannendes Interview zum Thema Careerloft ist hier nachzulesen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Launch von „careerloft“?

Sehr! Erstens haben wir mit Audi, Bertelsmann, Boston Consulting Group, Commerzbank, Ernst & Young, Hogan Lovells, Merck, Metro Group und SAP neun äußerst spannende Unternehmen für unsere Idee begeistern können. Zweitens hat unser Karriere-Netzwerk careerloft jetzt nach knapp 2 Wochen bereits knapp 700 registrierte Mitglieder. Und drittens war das Echo in der Presse und Blogosphäre sehr positiv.

Mein Fazit: der Launch hätte nicht besser laufen können. Aber natürlich geht es darum, langfristig zu zeigen, dass es Zeit für ein modernes Karriere-Netzwerk war.

Untermauert „careerloft“ den Paradigmenwechsel, dass Bewerber sich nicht mehr nur als Bittsteller sehen, sondern klare Erwartungen gegenüber Arbeitgeber formulieren? 


Diese Erkenntnis war eine der zentralen Ideen für careerloft. Es geht um Kontakt und Dialog auf Augenhöhe zwischen Bewerbern und Arbeitgebern. Und dafür steht careerloft. Wir ermöglichen diesen Kontakt sowohl online über unser Online-Netzwerk und Social Media wie facebook als auch offline in unserem physischen careerloft in Berlin Kreuzberg. Es geht letztlich darum, Menschen zusammen zu bringen: Bewerber und Vertreter unserer Partnerunternehmen.


Mit der Commerzbank unterstützt bereits ein großes Finanzinstitut careerloft.de. Wie beurteilen Sie denn die Kooperation von kleinen und mittelständischen Banken mit careerloft – gehören diese auch zu Ihrer Zielgruppe?

Für careerloft würde das nicht passen, da unsere Zielkunden auf Unternehmensseite die großen Konzerne sind. Allerdings denken wir in der Medienfabrik durchaus über alternative Konzepte für den mittelständischen Bereich nach – da gibt es durchaus Ideen und hier könnten wir bei Interesse tiefer einsteigen.

Bei den Karriereseiten auf Facebook sieht man hauptsächlich große und relativ bekannte Unternehmen, die sich mit dem Thema Employer Branding beschäftigen und aktiv positionieren. Wie wichtig ist es auch für kleinere Volksbanken- und Raiffeisenbanken sich mit dem Thema zu beschäftigen?

Aus meiner Sicht ist es für jedes Unternehmen unabdingbar, sich mit Social Media zu beschäftigen. Denn: die jüngeren Zielgruppen bewegen sich nun mal online. Hierzu gibt es diverse Studien, eine Zusammenfassung habe ich gerade auf meinem Blog saatkorn. gebracht. Hier der Link darauf. Die Volksbank Bühl ist hier definitiv einer der sehr positiven Vorreiter, aber auch andere – und ich glaube alle anderen – Unternehmen auch im mittelständischen Bereich werden sich dieser Bewegung mittelfristig nicht verschließen können.

Welcher Funktionsbereich ist hierfür verantwortlich, wo sollte Employer Branding angesiedelt sein? 



Ich glaube, dass Employer Branding eine Schnittstellenfunktion zwischen Human Resources, Public Relations und Marketing ist. Demzufolge gibt es auf die Frage keine Standardantwort. In einer der genannten Abteilungen. Wichtig ist, dass die genannten Abteilungen sich aber austauschen. Egal wer den Hut aufhat: ohne die beiden anderen geht es in der Regel nicht. Dies ist auch der Grund, warum das von mir verantwortete Geschäftsfeld in der Medienfabrik „embrace“ heisst: wir befinden uns auf der Schnittstelle von HR, PR und Marketing und „umarmen“ diese drei Funktionen.

Welchen Tipp würden Sie einer genossenschaftlichen Bank geben, um die eigene Arbeitgebermarke zu stärken?

Mein Tipp für eine genossenschaftliche Bank lautet nicht anders, als der Tipp für jeden anderen Arbeitgeber auch:

Ich denke, dass es am Wichtigsten ist, zu wissen, wer man als Arbeitgeber ist und wofür man steht. Ohne eine Arbeitgeberpositionierung, die aus der Unternehmenskultur abgeleitet wurde und von den Mitarbeitern und Führungskräften getragen wird, kann man nicht nachhaltig authentisch kommunizieren. Von daher: das Denken in Instrumenten wie Social Media ist letzten Endes wichtig, aber es geht da vornehmlich um die Frage, über welche Personalmarketinginstrumente ich meine Zielgruppe eigentlich erreiche. Davor muß die Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeitgebermarke stehen. Und diese ist natürlich nicht isoliert, sondern leitet sich aus der Unternehmensmarke ab.

Kontakt:
careerloft
web:
www.careerloft.de
facebook:
www.facebook.com/carerloft
Gero Hesse
mail:
gero.hesse@medienfabrik.de
Blog:
www.saatkorn.wordpress.com

 

fs_gut

geschrieben am: 05.04.2012 von: fs_gut



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