Millennials, Digital Natives, Enigma- oder Net-Generation sind nur einige Begriffe, die jene Generation der Menschen bezeichnet, die zwischen 1980 und 1990 auf die Welt gekommen ist. Sie gilt als gut ausgebildet und technikaffin. Der Umgang mit dem Internet und den sozialen Medien ist eine Selbstverständlichkeit für sie, da sie mit den neuen Medien aufgewachsen sind. Wo früher noch das Telefon Kommunikationsmittel Nr. 1 war, stehen heute Email, Facebook, Twitter oder der eigene Blog. Aber es ist nicht nur die neue Art, miteinander zu kommunizieren, sondern auch die neue Denkweise. Sie strotzen vor Selbstbewusstsein und wollen ständig neue Wege im Privat-, Bildungs- und Berufsleben gehen.

Eine weitere Eigenschaft der Ypsiloner ist ihre Social Media Fähigkeiten. Sie teilen sich überall mit und sind ständig in Kontakt mit ihren Mitmenschen. Laut einer Studie teilt jeder Dritte von ihnen seinen aktuellen Beziehungsstatus auf sozialen Plattformen. Circa 23% berichten über das gesundheitliche Befinden, aber gerade einmal 9% postet etwas über finanzwirtschaftliche Themen. Gerade in einer Zeit, die mehr als je zuvor von wirtschaftlichen Geschehnissen geprägt ist, in der steigende Kosten und stagnierende Gehälter der Trend sind, setzt diese Generation scheinbar andere Prioritäten. Es ist gerade diese Generation, die auf den Arbeitsmarkt drängt, Führungspositionen besetzt oder eigene Unternehmen gründet. Wie bereiten sich Banken und Finanzunternehmen auf diese impulsive Generation vor? Wie gewinnt man als Finanzinstitut ihr Interesse und ihre Loyalität?

 

[vsw id=“7h8da8X0pEM“ source=“youtube“ width=“425″ height=“344″ autoplay=“no“]

 

Laut der Oracle Studie „Technology – The Key to Engaging Gen-Y Customers“ benötigen Banken agile Technologien, die es ihnen ermöglichen, schnell und effizient Produkte auf den Markt zu bringen und die den Kunden direkt erreichen. Weiter müsse man den Einsatz von Social Media-Tools mit dem Rest der IT-Infrastruktur verbinden, um in der Lage zu sein, die gewonnen Erkenntnisse aus den Gesprächen mit der Net Generation auswerten und nutzen zu können. Man müsse flexibel genug sein, um die Erwartungen dieser neuen Kunden gerecht zu werden. Aber gerade diese Flexibilität und auch die Vernetzung der Social Media-Tools ist einfacher gesagt als getan. Durch die zahlreichen Auflagen und Gesetze sind die Finanzinstitute schnell an ihren Grenzen des Machbaren.

Der „Mobil Youth Report“ erhebt jährlich Statistiken bezogen auf die mobile Generation und vor allem ihren Umgang mit der Technologie. Welchen Stellenwert dabei Smartphones und Apps spielen, wird schon an einem Beispiel im Report 2012 klar: „Give the Choice spending their last 10$ on topping up the Phone or Food – 80% of Youth would choose the Phone“. Man könnte an sich als Bank an dieser Stelle die Frage stellen, wohin dieser Weg führt und inwiefern man sich auf Verlagerungen der Kommunikationskanäle einstellen muss. In den Bereichen Social Media sind die ersten Schritte dahingehend gemacht worden. Durch verschiedenste soziale Plattformen versucht man bereits, den internetaffinen Kunden gegenüber zu treten, sich mit ihnen zu vernetzen und ihr Interesse zu gewinnen.

 

[vsw id=“1A0lhnfbZvc“ source=“youtube“ width=“425″ height=“344″ autoplay=“no“]

 

Ich denke, die Herausforderung, diese Generation zu erreichen und für sich zu gewinnen, ist ebenso schwierig wie wichtig. Sie wird in den nächsten Jahren zu den Hauptleistungsträgern in unserer Gesellschaft. Ihre Wirtschaftskraft wird die der vorangegangen Generation deutlich übertreffen. In vielen Berichten über die Genration Y bin ich immer wieder über deren Anspruchsdenken im Bezug auf den Arbeitsplatz gestoßen. Es ist für Unternehmen jetzt schon kein leichtes Unterfangen, die fähigen Kreativköpfe für sich zu begeistern und es ist noch viel schwerer, sie langfristig zu halten. Und der Anspruch gilt vor allem auch gegenüber der eigenen Bank. Diese Generation ist ist eine Marke für sich, was auch die untenstehende Präsentation verdeutlicht.

 

[slideshare id=12787639&doc=genatwork-120503104755-phpapp02&type=d]

 

Bei aller Macht, mit der diese Bevölkerungsgruppe auf den Markt drängt, sollte man jedoch die anderen Generationen nicht vergessen. Gerade als Regionalbank, bei der die Nähe und Verbindung zum Kunden eine der höchsten Prioritäten ist, kann es schwierig werden, den Spagat zu schaffen, sich offen und innovativ für die jungen Kunden zu präsentieren und gleichzeitig nicht die „älteren“ Kunden zu vernachlässigen. Demographisch bedingt, sind es nämlich vor allem die älteren Generationen, die den Hauptteil der Kundschaft in den genossenschaftlichen Banken ausmachen. Sie sind es auch, die teilweise mehrere Jahrzehnte zu den treuen Anhängern gehören.  Laut einer PwC-Studie aus dem letzten Jahr gelten die Millennials als wechselbereit und zunehmend unloyal was den Arbeitgeber betrifft. Man könnte dahingehend die Vermutung aufstellen, dass das auch die Bankverbindung betrifft, da es heutzutage ziemlich einfach ist, die Bank zu wechseln.

Zusammengefasst wird es also noch spannend werden, was diese Generation alles erreichen und verändern wird. Interessant wird sicher auch, wie Banken und andere Unternehmen auf die Millennials reagieren werden. Welche Schritte haben Sie bereits in Ihrem Unternehmen in die Wege geleitet, um die junge Generation zu erreichen oder sie für Ihr Unternehmen zu gewinnen?