Wir haben bereits einige Artikel zum Thema Filiale der Zukunft hier veröffentlicht, jüngst den Artikel von Meike Boj „DIE Bankfiliale der Zukunft steht in Dubai“.

Aktuell steht die Hamburger Sparkasse durch eine aufgerufene Summe von 200 Millionen Euro, die sie in den nächsten drei Jahren investieren will, im Mittelpunkt der Berichterstattung. Das IT-Finanzmagazin berichtete diese Woche dazu. Der Betrag, der einer Filialneugestaltung zugesprochen wird, beträgt davon 30 Millionen Euro. Insgesamt strebt die HASPA eine komplette strategische Neuausrichtung an. Eine neue Filialgeneration soll anbrechen – die Nähe und Verbundenheit zur Region und den Menschen im Mittelpunkt. Kerngedanke ist eine Bankfiliale nicht nur als Lokalität zur Erledigung von Bankgeschäften, sondern als lokalen Treffpunkt zu verstehen. Dort sollen sich Menschen austauschen und vernetzen sowie in wohnlicher Atmosphäre einfach wohlfühlen können.

Die Idee wurde durch Kunden, Nicht-Kunden und Mitarbeiter weiterentwickelt. In einer Musterhalle ist sogar ein Prototyp einer solchen Filiale entstanden. In den neuen Filialen sollen z.B. durch den Einsatz von iPads, freiem WLAN, großen Touch-Bildschirmen sowie Zuschaltungen von Experten die reale und digitale Welt verschmelzen.

Jede Filiale wird ein wenig anders gestaltet – entsprechend dem Stadtteil und unter Mitbestimmung der Mitarbeiter. Mitarbeiter sollen zudem nicht nur bankfachmännisch Auskunft geben können, sondern als Orts-Kenner und Tipp-Geber fungieren. Zudem wird in jeder Filiale genug Platz sein für Ausstellungsflächen, auf denen sich lokale Geschäfte oder Vereine präsentieren können.

Alle Infos finden Sie ebenfalls in diesem Video:

[vsw id=“NawDKap1kLE“ source=“youtube“ width=“425″ height=“344″ autoplay=“no“]

 

Quelle: http://www.abendblatt.de/hamburg/article209711003/So-sehen-die-bald-alle-Haspa-Filialen-aus.html
Foto: Robert Magunia

Quelle: http://www.abendblatt.de/hamburg/article209711003/So-sehen-die-bald-alle-Haspa-Filialen-aus.html Foto: Roland Magunia

Quelle: http://www.abendblatt.de/hamburg/article209711003/So-sehen-die-bald-alle-Haspa-Filialen-aus.html Foto: Roland Magunia

Die Idee ist definitv nicht neu. Auch die Deutsche Bank hat bereits in Berlin eine Filiale mit ähnlichem Konzept eröffnet und auch die Commerzbank arbeitet intensiv an ihrem neuen Filialkonzept (Quelle). Auch ausländische Banken machen es vor.

Die Anzahl inländischer Bankstellen sank laut der Deutschen Bundesbank von 47.835 Bankfilialen in 2004 auf 38.225 Bankfilialen in 2013 (Quelle). Überall ist die Rede von einem Filialsterben in der deutschen Bankenlandschaft, da sie immer weniger aufgesucht werden. Kundenkontakte werden digitaler. Trotzdem wollen die Deutschen die Filiale in ihrer Nähe nicht missen, auch junge Kunden nicht (Quelle).

Den technologischen Entwicklungen im Bankdienstleistungssektor folgen Investitionen in die Digitalisierung und Aufrüstung der eigenen Online-Angebote. Ein Muss für Banken, um nicht noch mehr Marktanteil zu verlieren – auch an neue Marktteilnehmer.

Ist es widersprüchlich oder nicht? Auf der einen Seite ist die Rede davon, dass die Filialdichte weiter sinken wird und es Filialen, wie sie heute existieren, in wenigen Jahren nicht mehr geben wird – woran auch viele Bankkunden glauben. Auf der anderen Seite werden Millionenbeträge investiert und Kunden wollen trotz Ausbau digitaler Angebote einen Ansprechpartner vor Ort. Hier eine geeignete Lösung zu finden, ist die große Herausforderung und wie diese Lösung aussieht, weiß keiner so genau. Ich für meinen Teil möchte an dieser Stelle gerne einen weiteren Artikel hinzuziehen, den ich zu diesem Thema gefunden habe. In diesem heißt es unter anderem, dass das Gesicht der Bankfiliale digital wird und ein Ominkanal-Denken im Fokus aller Bemühungen stehen sollte. Lesen Sie diesen Artikel gerne direkt im Anschluss. Ich finde, dass hier die zukünftige Rolle der Bankfiliale sehr gut dargestellt wird. Zum Artikel.

Banken haben derzeit noch entscheidende Vorteile: Ihnen wird Kompetenz zugesprochen und noch ist das Vetrauen seitens der Kunden in sie größer als in Internetdienstleister und Fintechs. Diese Chance gilt es mit einem gut durchdachten und ansprechenden Konzept zu nutzen. Meiner Meinung muss dieses Konzept jedoch nicht nur nach außen für Kunden wirken, sondern ganzheitlich auch nach innen in das Unternehmen hinein. Dazu empfehle ich Ihnen den Artikel „Arbeiten 2.0“ von Ramona Westermann auf unserem Blog.

Mich interessiert Ihre Meinung dazu. Gerne auch direkt zur Umsetzung der HASPA. Ist es hier z.B. wirklich ausschlaggebend, dass Mitarbeiter detaillierte Ortskenntnis besitzen und Tipps geben können?

 

Weitere Quellen:
https://www.it-finanzmagazin.de/bankenverband-jugendstudie-2015-kundenkontakte-werden-digitaler-die-filiale-bleibt-17833/
https://www.it-finanzmagazin.de/die-bank-der-zukunft-drei-von-fuenf-bankkunden-glauben-an-das-ende-der-bankfiliale-26504/
https://www.it-finanzmagazin.de/retailbanken-in-fuenf-jahren-keine-filialen-mehr-fintechs-seien-doch-eine-ernste-bedrohung-28417/