Buch-Review: Bank 2.0

Veröffentlicht von Meike Boj / 14. Februar 2011 / , , / 3 Kommentare

Laut dem Autor Brett King hätte noch niemand vor zehn Jahren vorhersagen können, dass 90 Prozent der täglichen Banktransaktionen elektronisch sind, dass das Internet den Filialen den Rang abläuft, dass soziale Netzwerke die ausschlaggebende Basis für das Kundenvertrauen in die eigene Marke sind und dass das Wachstum im Bereich Mobile Banking den Todesstoß für das Filialgeschäft bedeuten würde. Mit seinem Buch „Bank 2.0“ revolutioniert Brett King die Bankenwelt und definiert den unaufhaltsamen Wandel ganz neu:

Auf über 380 Seiten zeigt der Autor anschaulich, dass der Bankensektor viel zu langsam auf die sich veränderten Rahmenbedingungen (vor allem Kundenverhalten, technische Innovationen und Wettbewerb) reagiert. „Bank 2.0“ ist anspruchsvoll. Es gliederte sich in 14 Abschnitte, die in drei Kapitel zusammengefasst sind. Brett King erklärt in seinem Buch, warum und wie sich das Kundenverhalten so rasch verändert, wie sich die Bankfiliale weiter entwickeln muss, warum das Mobiltelefon den Geldbeutel ersetzt und wie das Marketing in Banken zukünftig aussehen muss, um Erfolg zu haben. Banken können oder wollen nicht schnell genug reagieren, gefesselt an jahrelang gewachsene behäbige IT-Systeme und einer Old-School Manager Riege, die die Implikationen der technischen Innovationen unterschätzt. Dies birgt das Risiko, dass sich neue Marktteilnehmer Zugriff auf das Interface (sei es Internet, Mobile oder andere) zum Kunden sichern. Wenn die Bank dem Kunden nicht eine einfache, schnelle und komfortable Lösung bietet, sucht sich der Kunde die für ihn passende Lösung selbst. Ist diese erst gefunden und als überlegen identifiziert, wird diese schnell via Twitter, Facebook, Blogs etc. kommuniziert.

Das Besondere an diesem Buch: Die Meinung des Autors wird, gepaart mit seinem globalen Erfahrungsschatz und seinen weitblickenden Perspektiven, überzeugend dargestellt und mit Beispielen aus der Praxis untermalt. King arbeitet mit einigen der weltweit größten Banken zusammen. Die im Buch zusammengestellten Beispiele, Forschungsarbeiten und Fallstudien stammen aus diesen Erfahrungen. King versucht Banker und Finanzdienstleister davon zu überzeugen, innovativ zu sein, um mit den Kundenerwartungen Schritt halten zu können.

Jedes Kapitel bietet am Ende eines jeden Abschnitts eine Zusammenfassung in Stichworten, gespickt mit Tipps und Ideen, wie die vorangegangenen Inhalte sofort im eigenen Unternehmen implementiert werden können. Das letzte Kapitel hebt diese Zusammenfassungen auf eine neue Ebene: Für diejenigen, die dem Bank 2.0 Paradigma verfallen sind, bietet der 14. und letzte Abschnitt eine Zusammenfassung des kompletten Buches, eine Checkliste, einen fünfjährigen Veränderungsplan und eine Liste aus Projekten, die Banken auf die Auswirkungen der neuen Welt „Bank 2.0“ vorbereitet. Auch wenn Brett King in seinem Buch viele Dinge sehr trefflich beschreibt, kann man einige davon doch kritisch hinterfragen. Zum Beispiel ist es fraglich ob das Internet den Filialen in allen Belangen den Rang abläuft. Zumal die neue Frauenhoferstudie „Bank & Zukunft“ zeigt, dass Kunden beim Abschluss von Bankgeschäften eine persönliche und kompetente Beratung wünschen und schätzen. Dennoch ist sicher, dass sich Banken den fortschreitenden Entwicklungen stellen müssen. Sie müssen lernen sich dem Wandel anzupassen bzw. diesen zu gestalten.

Am Ende des Tages geht es nicht allein um Technologie, sondern um die Kunden. Die zentrale Herausforderung besteht darin, wie wir als Bank es schaffen, mit unseren Kunden auf den Kanälen in Kontakt zu bleiben, die sie für ihre Kommunikation und ihre Bankgeschäfte selbst wählen. Ganz passend schließt Brett King nach 383 Seiten sein Buch mit den Worten: „BANK 2.0 steht für den allgegenwärtigen Wandel. Der Wandel, der unvermeidlich ist, Wandel, der immer schneller kommen wird und Wandel, der sehr revolutionär und durchschlagend ist.

Kommentare

3 Kommentare

  • 15. Februar 2011 bei 21:35

    Der Facebook Gefaellt mir Button wuerde sich gut im Blog machen, oder habe ich ihn uebersehen?

  • fsw
    fsw
    16. Februar 2011 bei 0:28

    Guter Hinweis und absolut richtig. Mal schauen ob wir den „Like-Button“ noch einbauen können. Bis jetzt gibt es nur einen „Facebook-Share-Button“ unter jedem Artikel.
    Viele Grüße und danke für den Hinweis,
    Franz Welter

  • Alex Peter
    12. April 2011 bei 15:54

    Ich staune immer wieder, dass über solche Themen „Bücher“ geschrieben werden. Das steht als Medium im krassen Gegensatz zu dem Thema und den propagierten Fortschrittsthesen.

    Warum das so ist weis nicht noch nicht so genau. Lassen sich Ideen durch Bücher besser monetarisieren als durch Blogs oder ähnliches?

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