Social Media, Unternehmenskultur und eine Blog-Empfehlung

Veröffentlicht von Franz Sebastian Welter / 18. März 2011 / , / 6 Kommentare

In den letzten Wochen habe ich einige Workshops und Konferenzen zu Social Media in Banken besuchen dürfen. In den vielen Diskussionen ist mir wieder klar geworden, wie wichtig eine offene, partizipative und innovationsfreudige Unternehmenskultur für den Erfolg von Social Media in einem Unternehmen ist. Allerdings bin ich auch überzeugt davon, dass der Einsatz von sozialen Medien im Unternehmen eine solche Kultur fördern und befruchten kann. Somit können soziale Medien nicht nur in Unternehmen eingesetzt werden, die die erforderlichen kulturellen Rahmenbedingungen mitbringen, sondern vielleicht auch in Unternehmen, die sich in diese Richtung verändern wollen…

Social Media als Tool zur Kulturentwicklung? Diese Fragen kann heute bestimmt noch niemand abschließend beantworten. Während erste Studien den vermeintlichen wirtschaftlichen Erfolg von Social Media für Unternehmen belegen wollen (siehe z.B. diese McKinsey Studie), sind kulturelle Folgen wohl erst in einigen Jahren belegbar. Mich interessiert dazu allerdings Ihre Meinung. Was denken Sie? Hat der Einsatz von sozialen Medien im Unternehmen Auswirkungen auf die Unternehmenskultur? Eignen sich soziale Neztwerke vielleicht sogar zur Kulturentwicklung?

Bevor Sie uns hoffentlich Ihre Meinung verraten, möchte ich Ihnen noch einen Blog ans Herz legen. The Heart of Innovation ist ein Blog, den ich persönlich sehr gerne lese, weil er mich inspiriert, mit vielen informativen Artikeln versorgt oder einfach mit kurzen „Web-Schnipseln“ und Zitaten unterhält. Wenn Sie sich für Themen wie z.B. Innovationskultur interessieren, sollten Sie mal reinschauen. Einige Zitate, über die ich in diesem Blog gestolpert bin, möchte ich hier aufführen, weil sie zentrale Aspekte einer Innovationskultur beschreiben…

„I make more mistakes than anyone else I know, and sooner or later, I patent most of them.“
– Thomas Edison

„I can’t understand why people are frightened of new ideas. I’m frightened of the old ones.“
– John Cage

„You can’t just ask customers what they want and then try to give that to them. By the time you get it built,  they’ll want something new.“
– Steve Jobs

So, jetzt bin ich aber auf Ihre Meinung gespannt. Verändern soziale Medien die Kultur von Unternehmen? Haben Sie vielleicht schon selbst Erfahrungen damit in Ihrem beruflichem Umfeld gesammelt?

Kommentare

6 Kommentare

  • Christian Ohning
    18. März 2011 bei 16:07

    Hallo Herr Welter,

    ich sehe das ähnlich wie Sie.

    Durch den Einsatz von sozialen Medien, vor allem als Mittel zur internen Kommunikation kann deutlich zu einer Besseren Kommunikationskultur und somit auch zur Unternehmenskultur als solches beitragen.

    Grade bei dezentral organisierten Unternehmen, wie Banken, die über viele verschiedene Standorte verteilt sind, ist die Möglichkeit des Dialogs und der der Teilhabe an Erfahrungen und erfolgreichen Lösungsansätzen doch recht eingeschränkt möglich. Asynchrone Kommunikationsformen wie E-Email sind dafür einfach nicht geschaffen.

    Hier kann z.B. ein Unternehmens-Blog die Möglichkeit bieten über regionale Grenze hinaus Erfahrungen zu teilen und somit das Unternehmen weiter voran zu treiben.

    Ähnlich fördert auch eine offene und transparente Kommunikation nach Außen einen kulturellen Wandel wenn Menschen Lernen, dass Geheimniskrämerei nicht immer die beste Form der Kommunikation ist.

    Unternehmen in denen eine innovationsfreudige Kultur vorherscht haben es hier einfacher neue Wege zu beschreiten.

    Je stärker der Bruch mit bisherigen Gewohnheiten ist, je schwerer wird es dieser Kulturwandel haben. Hier braucht es „Front-Runner“ die mit gutem Beispiel vorangehen und Skeptikern die Vorteile der neuen Möglichkeiten aufzeigen.

    Ein Wandel in der Unternehmenskultur herbeizuführen ist sicher möglich, nur fordert es Geduld und Pioniergeist einzelner.

    Viele Grüße aus Hamburg
    Christian Ohning

  • 19. März 2011 bei 20:25

    Hallo liebe Bühler,

    Kultur ist ein spannendes Thema. Wobei der Begriff ja auch arg strapaziert ist. In den 80er und 90er Jahre war Unternehmenskultur ja mal ein absoultes Hype Thema, da damals herkömmliche Managementstrategien offensichtlich an ihre Grenzen gerieten und vor allem die betriebswirtschaftlich ausgerichteten Praktiker und Theoretiker, glaubten Kultur sei im Sinne der Unternehmensziele künstlich gestaltbar.

    Im Zuge der Social Media Diskussion scheint das Kulturthema eine neue Renaissance zu erfahren. Dabei kommen diesmal die Veränderungsimpulse von außen. Unternehmen und Institutionen müssen sich in einem veränderten wirtschaftlichen Umfeld dem Thema widmen, um im sich verschärfenden Transparenzwettbewerb bestehen zu können. Kultur wird vor allem auch deshalb wichtig, weil das Umfeld durch Umweltzerstörung, Finanzkrise und den Wegfall des vermeindlich Richtgen immer komplexer zu werden scheint

    Es ist sicherlich richtig, dass die Existenz innerhalb einer Social Media Welt oder unter Verhältnissen des sozialen Internets sehr stark von der Kultur eines Unternehmens abhängt. Es gibt Unternehmen, die sich leichter darin tun Social Media ins Unternehmen zu integrieren. Es ist aber auch genau so richtig, dass Social Media die Kultur von Unternehmen verändern kann. Dafür muss nur auch die Bereitschaft existieren sich wirklich zu verändern. Es sind ja schon weitaus größere Kulturen als die von Unternehmen an der Herausforderung der Zeit gescheitert und konnten sich deshalb nicht an die veränderten Verhältnisse anpassen. Gerade langjährig bestehende Unternehmen verfügen meistens über eine so verknöcherte Struktur, dass ein Wandel kaum möglich ist. Vor allem gibt es meistens viele Menschen, die von den alten Strukturen noch profitieren und die deshalb nicht bereit sind den Wandel mitzugehen. Sie wehren sich sogar dagegen und diese zumeist aus einer mächtigen Stellen. Es ist darüber hinaus recht unwahrscheinlich, dass Subkulturen entstehen und sich langsam in das Zentrum der Kultur bewegen müssen, da Unternehmen ja auch auf vertraglichen Regeln beruhen. Anders als bei Gesellschaften.

    Die Frage wäre also, wie Social Media in eine solche Untenehemenskultur überhaupt hineinkommen könnte. Es gibt in Banken keine Revolutionen von unten.. Alles wird dort zusätzlich eben an Erfolg gemessen und Socia Media braucht Zeit. Kurzfristige und messbare Erfolge in Form von Erlösen und Kostensenkungen bleiben aus. Wenig Zeit zum experimentieren. Social Media würde vielen Unternehmen gut tun und ist vielleicht sogar für viele Unternehmen überlebenswichtig, nur wie fördert man die Erkenntnis. Wie schafft man es die vielen Vorteile darzustellen, solange man die neue veränderte Welt noch nicht glauben kann oder muss. Den meisten Menschen fehlt halt die Vorstellungskraft was auf uns zukommen kann und selbst nach dem Supergau können wir uns offenbar nicht verändern und sind gezwungen so weiter zu machen wie bisher.

    Die Übernahmme der Social Media Philosophie bzw. Werte ist eine grosse Chance für Unternehmen, wenn Sie bzw, die entscheidenden Personen dies auch erkennen.

  • 20. März 2011 bei 17:12

    Ich halte Social Media, Social Software (oder wie auch immer im Einzelnen bezeichnet) für einen möglichen Hebel, um die Unternehmenskultur zu ändern.

    Da es aber in Unternehmen wie auch in Banken keine Revolution gibt (höchstens vielleicht einmal einen Putsch…) glaube ich nicht daran, dass Social Media auf die Dauer erfolgreich für die Kulturentwicklung und/oder Change Management eines Unternehmens ohne die aktive Begleitung durch das obere Management erfolgreich sein kann.

    Ein gleichzeitiges Top-Down und Bottom-Up sollte sein, damit eine Kultur wirklich geändert werden soll. Mitte letzten Jahres gab es eine Umfrage zur Social Media Governance von der Universität Leipzig, vom Pressesprechermagazin und Fink & Fuchs PR. Da äußerten sich viele Unternehmen dahingehend, dass sie bis Ende 2010 für den Einsatz von Social Media die Kultur ändern wollten. Doch eine Kulturänderung schnippt man nicht einfach mit dem Finger herbei, das dauert nicht Wochen oder Monate sondern nach meiner Einschätzung ein bis zwei Jahre bis sich wirklich merklich etwas ändert.

    Denn dazwischen (zwischen oben und unten) ist dann noch das mittlere Management, das am meisten zu verlieren hat. Je hierarchischer ein Unternehmen geprägt ist, desto mehr.

    Wenn eine partizipative und kooperative Unternehmenskultur schon vorhanden ist, dann kommen Social Media „von selbst“ in ein Unternehmen. Doch in einem starren Unternehmen kann der Einsatz von Social Media – bei entsprechender Unterstützung von ganz oben – die Lehmschicht in der Mitte aufbrechen. Meistens dürfte das aber eher einem stetigen Bohren als einem prompten Durchbrechen entsprechen.

    Soweit meine Gedanken dazu. Wobei: Innerhalb der verschiedenen Hierarchieschichten gibt es immer unterschiedlichste Ausprägungen, da kann es schon einmal zu Reibungen innerhalb des Vorstands oder des mittleren Managements oder der „normalen“ Belegschaft kommen…

  • Anna
    22. März 2011 bei 12:45

    Die vorgenannten Punkte sind allesamt sehr richtig, wichtig finde ich aber auch einen weiteren Aspekt: Fehler.

    Wenn sich ein Unternehmen entschließt, das „Web2.0 zu betreten und aktiv mitzugestalten“ und auch noch seine Mitarbeiter mit entsprechenden Social Media Guidelines zur Partizpation ermächtigt, muss auch von vornherein damit gerechnet werden, dass mal ein unglücklicher Kommentar fallengelassenwird – Social Media birgt viele Chancen, deswegen ja der Hype, aber Social Media ist leider nicht frei von Risiken. Strebt ein Unternehmen eine offene, lockere und spontane Kommunikation „im Netz“ an, muss auch vorher klar sein, wie mit kommunikativen „Fehlern“ verfahren werden soll!

  • fsw
    fsw
    22. März 2011 bei 15:51

    Vielen Dank für Ihre schönen, sich ergänzenden Kommentaren! Gerade vor ein paar Tagen hat der im Beitrag vorgestellte Blog nochmals ein Zitat gepostet, welches insbesondere zum letzten Kommentar wie die Faust aufs Auge passt … 🙂

    „Anyone who has never made a mistake has never tried anything new.“
    – Albert Einstein

  • Interessante FrageInteressante Frage.

    Steigt man in den Social Media Zug ein, dann fährt dieser um einiges schneller, kann aber auch nicht mehr zum Halten gebracht werden. Von daher ist es ja so wichtig, zunächst mal eine Social Media Strategie zu haben, bevor man damit loslegt.

    Klar gibt es in der Folge auch Rückwirkungen auf die Kultur im Unternehmen. Ich glaube aber, zunächst muss mal überhaupt eine Kulturbereitschaft für soziale Median vorhanden sein, bevor diese wirklich sinnvoll eingesetzt werden können.

    Offenheit, Transparenz und Kommunikationsfreude kann man nicht verordnen, die müssen wachsen…

    Beste Grüße

    Hansjörg Leichsenring

    http://www.der-bank-blog.de

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