Trend Following: Mit kollektiver Intelligenz zum Trend von Morgen

Veröffentlicht von Maik Jost / 25. März 2011 / / 1 Kommentar

In seinem Buch „Trend Following 2.0: So finden Sie im Web die Börsentrends von Morgen“ beschreibt Howard Lindzon, wie man mit Hilfe von Kommunikation im Netz die Möglichkeit hat, neue Trends aufzuspüren, bevor sie von den Medien aufgegriffen werden. Welche Kommunikation ist damit gemeint und ist es wichtig, wie viele Menschen kommunizieren? Spielt dabei kollektive Intelligenz eine Rolle?

Das Institut für integrales Erfolgscoaching definiert den Begriff „kollektive Intelligenz“ als „bewussten Umgang einer Gruppe von Menschen mit dem geistig-emotionalen Feld, in dem sie zusammen wirken.“ Dabei wird das Wissenspotential der Gruppe genutzt, um außergewöhnliche Problemlösungs- und Gestaltungskompetenz zu entwickeln, und nicht nur das eines Einzelnen. Die Gruppe profitiert jedoch von dem Wissen des Einzelnen und entwickelt theoretisch ein Potential als Gemeinschaft, das um ein vielfaches größer ist, als die Summe der Kenntnisse der Einzelnen, und das auch nur gemeinsam genutzt werden kann. Mit Hilfe von bestimmten Herangehensweisen werden so persönliche Belange zurückgestellt und ein erweiterter Fokus geschaffen, um Aspekte, Meinungen, Vorschläge, Ideen, etc. wahrzunehmen.

Genau diese kollektive Intelligenz versuchen sich einige so genannte Finanz- oder Börsenportale zu Nutze zu machen. Finanzportale sind Websites, auf denen Informationen zum internationalen Wertpapierhandel, aktuelle Kurse sowie Nachrichten zu Wirtschaft und dem aktuellen Geld- und Kapitalmarkt bereitgestellt werden.

Einige dieser Plattformen haben zudem eine Art Finanzcommunity, die darauf abzielt, die kollektive Intelligenz zu nutzen, um Wissen zu analysieren und gemeinsam Trends zu identifizieren. Beispielsweise ist sharewise.de eine solche Finanzcommunity. Sharewise.de versucht mit so genannten User-generated-Contents (Inhalte, die von den Nutzern selbst erstellt werden) Trends von Aktienkursen oder Märkten zu identifizieren. In einzelnen Gruppen werden aktuelle Börsenthemen diskutiert und gemeinsame Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlungen argumentiert und abgeben. Jedes Mitglied hat einen Zuverlässigkeitsindex und darüber hinaus wird die durchschnittliche Rendite des Produktes ausgewiesen. So sind einzelne Trades anhand von Empfehlungen nachzuvollziehen.

Das Ganze ist zum einen für „Profis“ interessant, da sie sich mit Gleichgesinnten über bestimmte Themen austauschen, eventuelle gemeinsame Probleme lösen oder Ideen argumentieren können. Ebenso profitieren Laien vom Wissen der Experten und finden vielleicht einen einfacheren Einstieg in die komplexe Handelswelt. Jedoch sollte man auch nicht zu blauäugig sein, da in diesen Foren zwar plausibel diskutiert und auch bestimmt teilweise mit Erfolg Trends identifiziert werden, jedoch ersetzt eine Gruppendiskussion in einem solchen Forum niemals eine ausführliche Beratung mit einem Finanzspezialisten. Auch gibt das Profil eines vermeintlichen Profis nie die Garantie, dass sich tatsächlich einer dahinter verbirgt.

Neben diesen Finanzportalen gibt es sicherlich noch andere Möglichkeiten, neue Trends im Web aufzuspüren, wie zum Beispiel über Twitter oder Blogs von bekannten Tradern. Ich denke, dass eine kritische Selektion der einzelnen Informationen eine wichtige Rolle spielt. Und selbst die ist noch keine Garantie auf Erfolg. Trotzdem sind gerade Finanzcommunitys meiner Meinung nach eine spannende Sache, die man definitiv weiter verfolgen und auswerten sollte.

Kommentare

Ein Kommentar

  • *Von Mod gelöscht*
    28. März 2011 bei 12:27

    Wenn das wirklich funktionieren sollte, dann wird es im nächsten Schritt für Manipulationen missbraucht werden. Gerade wenn es um Geld geht, muss mit Manipulationsnetzwerken gerechnet werden.

    Im letzten amerikanischen Wahlkampf gab es so etwas schon, nur ging es dabei halt um politische Einstellungen, die manipuliert werden sollten.

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