Social Media und Innovationsfähigkeit – Teil 2

Veröffentlicht von Franz Sebastian Welter / 4. Juni 2011 / , , / 0 Kommentare

Bereits vor einigen Wochen habe ich einen Beitrag zu Social Media und der Innovationsfähigkeit von Unternehmen geschrieben. Dass soziale Medien Unternehmen vielmehr vor eine kulturelle als vor eine technische Herausforderung stellen, ist mitlerweile schon so etwas wie eine Binsenweisheit. Aus einer technischen Perspektive stellt die Administration und Pflege der Social Media Tools kaum eine Herausforderung dar. Aber wie überzeugt man eigentlich Führungskräfte zur Nutzung von sozialen Medien? Wie fördert man eine Unternehmenskultur, in der gerne ein gewisses Risiko übernommen und für Innovationen ein Budget zur Verfügung gestellt wird? Wie macht man ein Unternehmen innovativ? Kann man das überhaupt?

Die Elemente der Innovationsfähigkeit

Um diese Frage zu beantworten, müsste man zuerst einmal wissen, welche Faktoren und Entstehungsbedingungen die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens determinieren. Aber diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Untersuchungen zu den Elementen der Innovationsfähigkeit, aber ein dominierendes Modell hat sich noch nicht herauskristallisiert. Eines dieser Modelle stammt von Nadine Sammerl. Sie hat im Rahmen Ihrer Dissertation untersucht, welche Elemente bzw. Faktoren die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens bestimmen (siehe Grafik). Dem Modell zufolge wird die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens von 5 Dimensionen bestimmt (Internes Lernen, Lernen von Kunden, Innovationsprozessmanagement, Innovationsportfoliomanagement, Innovationskultur).  Diese wiederum werden von 2 Determinanten (Wissens- und Kompetenzbasis und bereitgestellte Ressourcen) beeinflusst.

Will man also die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens steigern, so sollte man versuchen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die oben genannten Faktoren fördern bzw. verbessern. In diesem Zusammenhang spielen auch soziale Medien eine wesentliche Rolle. Sie können sowohl beim „Internen Lernen“ (Stichwort: Enterprise 2.0) als auch beim „Lernen von Kunden“ (Stichwort: Open Innovation) maßgeblich unterstützen. Auch die Kultur eines Unternehmens bleibt durch den bewussten Einsatz dieser Medien nicht unberührt.

„Sie lernen auf einer Welle zu surfen, die Sie nicht wirklich beherschen“ (Prof. Peter Kruse)

In der ersten Hälfte des folgenden Videos (bis min. 2:28) geht Prof. Kruse darauf ein, wie der Einsatz sozialer Medien im Unternehmen die Arbeitsweise und Wertemuster von Mitarbeitern prägen kann.

Was ich an den Aussagen sehr spannend finde, ist der Stellenwert der Unternehmenskultur. Auch im Modell von Sammerl nimmt die „Innovationskultur“ einen zentralen Stellenwert ein. Wenn es um die Frage geht, wie eine Innovationsfähigkeit gesteigert werden kann, dann geht es ja auch um die Frage wie eine Kultur in diese Richtung verändert werden kann. Im Video stellt Prof. Kruse eine sehr spannende These auf, indem er beschreibt, wie man soziale Medien als „Lernraum“ nutzen kann, um Wertemuster zu verändern. Das heißt, wie soziale Medien genutzt werden können, um einen wesentlichen Bestandteil der Kultur eines Unternehmens zu prägen (min 1:35 – 2:28).

Wenn man dieser These glauben schenkt (was wahrscheinlich jeder macht, der soziale Medien schon intensiv nutzt), dann könnten soziale Medien förderlich sein, um die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens zu steigern. Allerdings nur dann, wenn Führungskräfte bereit dazu sind, die entsprechenden Werte vorzuleben. Das heißt: Soziale Medien selbst aktiv nutzen, Informationssilos aufgeben, Wissen teilen, Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse involvieren, die Vernetzungsdichte unter den Mitarbeitern pushen und letztendlich natürlich auch die Bereitschaft in entsprechende Plattformen und Lösungen zu investieren.

Kommentare

Keine Kommentare

Nachricht hinterlassen

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.