Livestream – Erfahrungsbericht, Ausblick

Veröffentlicht von Thomas Hochfeld / 15. Juni 2011 / / 0 Kommentare

Im Gegensatz zu meinen bisherigen Blog-Einträgen möchte ich diesmal einen Erfahrungsbericht über den Einsatz von Livestreaming, sowie einen Ausblick über die weiteren Möglichkeiten/Verbesserungen geben. Der Ansatz war, wie kann man Transparenz gegenüber unserer Kunden und Mitgliedern schaffen, getreu einem Teil der Genossenschaftsidee, die Mitglieder am Erfolg und an den Entscheidungen teilhaben zu lassen. Mittlerweile haben wir in der Volksbank Bühl stolze 40.000 Mitglieder, eine reine Mitgliederveranstaltung ist deshalb nicht umsetzbar. Aus diesem Grund werden in einem festgelegten Turnus die sogenannten Mitgliedervertreter gewählt, die dann zur alljährlichen Vertreterversammlung eingeladen werden. Diese Vertreterversammlung fand am 30. Mai 2011 im Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl statt.

Die Idee aus unserer Innovationswerkstatt war nun folgende: Warum nicht allen anderen Mitgliedern auch die Möglichkeit geben, live dabei zu sein? Doch wie ist so etwas realisierbar?

Die Antwort darauf lautet: Livestream. Doch was bedeutet das genau?
„Unter Livestream versteht man die Übertragung von komprimierten Video- und Audiodateien live über das Internet. Bei dem sogenannten Streaming werden die Daten nicht auf einmal heruntergeladen, sondern schubweise geliefert. Der Zuseher bekommt die Daten somit nicht als fortlaufende Datei, sondern sie werden in Puffern kurz zwischengespeichert, dies erklärt die Zeitverzögerung zu Beginn einer solchen Übertragung.“

Die technische Umsetzung erscheint erst einmal sehr simpel. Man benötigt eine Kamera, die an einen Computer angeschlossen wird, der wiederum die komprimierten Dateien dann direkt per Internetverbindung an einen Server durchleitet, von wo aus die Zuschauer den Livestream verfolgen können. Für unseren ersten Livestream war es wichtig, auf eine kostenlose Möglichkeit zu setzen, ohne eigenen Server, ohne eigene Programme, die das Komprimieren übernehmen. Dabei sind wir auf „Livestream.com“ gestoßen. Dieser Service bietet an, nach Lieferung des Materials (Bild&Ton), dieses einer unbegrenzten Nutzerzahl live zur Verfügung zu stellen. Desweiteren wird das benötigte Programm zur Komprimierung und Verteilung gleich kostenfrei mitgeliefert.

Der Vorteil dieser Lösung neben dem Kostenaspekt ist ganz klar die Einfachheit in der Bedienung. Man hat mehrere Möglichkeiten live in das Geschehen einzugreifen, per Einblendung, Überblendung, Kamerawechsel sowie Ton- / Bildoptimierung in Echtzeit. Nachteil bei dieser Variante (Livestream Studio), dass es sich um eine webbasierte Flash-Anwendung handelt, die nicht immer gänzlich stabil lief. Im zweiten Teil der Übertragung kristallisierte sich noch ein weiteres Problem heraus, die Internetverbindung. Während bei uns am lokalen PC einwandfreie Bild- und Tondaten ankamen, konnten wir online Bildverzögerungen, sowie Tonstörungen bemerken. Im Zuge eines weiteren Livestreames sollte somit kurzfristig die Upload-Rate der Leitung erhöht werden.

Was man auch nicht vergessen darf, ist die Problematik des Umschwenken, sowie des Zooms. Man sollte von beidem so wenig wie möglich Gebrauch machen, durch die Komprimierung entstehen dadurch viele Bildfehler. Da wir aber zum einen Sprecher am Pult und zum anderen mehrere Videofilme auf einer Leinwand hatten, mussten wir dies trotzdem einsetzen.

Verbesserungen und Ideen für zukünftige Livestreams. Ein Ausblick.

Für den nächsten Livestream wäre der Einsatz mehrerer Kameras Pflicht. Wie gerade beschrieben, sollte man Zoom und Umschwenken vermeiden. Der Aufbau von feststehenden Kameras wäre somit unbedingt ratsam. Stichwort HighDefinition. Vor Ort war von einem Kamerateam schon eine HD-Videokamera aufgebaut, die fest auf das Rednerpult gerichtet war, leider ist die kostenlose Variante von Livestream.com nicht in der Lage HD-Material zu verarbeiten, somit wäre der Einsatz eines lokalen Programmes zu empfehlen.

Außerdem wäre es wünschenswert, wenn man die Powerpoint Einblendungen, die auf einer Leinwand neben dem Redner waren, durch ein Bild im Bild darstellen könnte. In der Totalen wären der Redner nicht mehr erkennbar, sowie der Text auf der Leinwand nicht mehr lesbar gewesen.

Weiterentwickeln könnte man das Ganze dann im Sinne der Genossenschaftsidee dahingehend, dass man in ferner Zukunft auch Fragen der Mitglieder über das Internet zulässt, sie live in das Geschehen einbezieht und somit aus einem einseitigen Livestream, eine Art Konferenz gestaltet, bei der sich die Mitglieder aktiv einbringen können. Anstehende Entscheidungen könnten direkt per Onlineabstimmung erfolgen. Die Berichte des Vorstandes und des Aufsichtsrates wären live einsehbar.

Fazit:
Der erste Livestream der Vertreterversammlung hat ohne vorherige Werbung beachtliche 25 Zuschauer im Durchschnitt gehabt, in der Spitze waren es sogar 31. Trotz kleinerer Schwierigkeiten im zweiten Teil mit der Internetverbindung, lief die Übertragung eine Stunde und 40 Minuten sonst problemfrei ab. Für die nächste Veranstaltung sollten unbedingt mindestens zwei Kameras eingesetzt werden, sowie ein „professionelleres“ Programm zum Managen. Einspieler und Powerpoint-Folien sollten lokal auf dem Rechner vorliegen und dann live eingespielt werden, um weitere Qualitätsverluste zu vermeiden. Das Ziel mehr Transparenz ganz im Sinne der Genossenschaftsidee zu schaffen wurde auf jeden Fall erreicht. In den nächsten Jahren werden wir versuchen diesen Ansatz weiter auszubauen…

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