Bitcoin – Die virtuelle Währung

Veröffentlicht von Thomas Hochfeld / 25. Juli 2011 / / 3 Kommentare

Laut dem Branchenverband BITKOM haben in Deutschland mehr als 40 Millionen Menschen schon im Internet eingekauft und stehen dabei immer vor der selben Frage: „Wie bezahle ich?“ Die meisten Online-Einkäufe werden laut einer Umfrage per Rechnung getätigt (ca. 42 Prozent wählten dies mindestens einmal), mit gut 33% liegt die Vorkasse auf Platz zwei. Auf dem dritten Platz liegen dann die speziellen Internet-Bezahldienste wie Paypal, Click&Buy, T-Pay oder Sofortüberweisung.de mit zusammen 21 Prozent, gefolgt von Lastschriften (20 Prozent), Nachnahme (18 Prozent) und Kreditkarten (17 Prozent).(Quelle: BITKOM). Jede dieser Bezahlmöglichkeiten hat gewisse Vor- und Nachteile…

Eines ist sicher, das Bezahlen im Internet ist eine Sache des Vertrauens. Nach jüngsten Datenskandalen und Hackerangriffen auf Kundendaten ist es unsicherer denn je, was eigentlich mit unseren Daten passiert. Sind diese ausreichend gegen Zugriffe von außen abgesichert? Werden meine Daten und Passwörter vertraulich behandelt? Oder sogar weitergegeben? Es ist für den Endverbraucher nicht ersichtlich, was hinter den Kulissen passiert. Und genau da setzt Bitcoins an.

Doch was sind Bitcoins eigentlich?

Bitcoins sind eine eigene neue virtuelle Währung, die wie eine „reale Währung“(Dollar oder Euro beispielsweise), Wechselkursschwankungen unterliegen. Der Grundgedanke dahinter ist eine (nach heutigem Stand) fälschungssichere Transaktion dieser Währung. Dies wird durch Kryptografie und den OpenSource Gedanken erreicht. Jeder kann das System einsehen, jeder kann daran mitarbeiten. Desweiteren ist die Kryptografie auch dafür zuständig in einem aufwendigen mathematischen Verfahren die Bitcoins zu generieren.

Doch wie funktioniert das Ganze?

Um daran teilzunehmen benötigt man zuerst einen Client, der beim Start ein Schlüsselpaar generiert. Ersterer ist ein öffentlicher Schlüssel, den man mit einer normalen Kontonummer gleichsetzen kann, der Zweite ist ein privater Schlüssel, der Transaktionen und den Zugriff auf das Konto erst ermöglicht. Für einen Bezahlvorgang bekommt man somit vom Empfänger dessen öffentlichen Schlüssel, um dann mit seinem privaten Schlüssel seine Bitcoins zu transferieren. Seine Bitcoins verwaltet man in einer „elektronischen Geldbörse“, völlig ohne zentrale Stelle. Die Transaktionen erfolgen immer direkt zwischen den beiden Parteien, ohne zwischengeschaltete Stelle.

Wie kommt man an Bitcoins?

Zum einen kommt man an diese virtuelle Währung, wenn man sich aktiv an der Mitarbeit in diesem Netzwerk beteiligt. Durch das Errechnen von neuen benötigten Zeichenfolgen erhält man diese. Desweiteren erhält man mit jeder Bestätigung von Transaktionen kleine Bruchteile an Bitcoins. Zum anderen kann man natürlich auch reale Währungen in Bitcoins umtauschen. Dabei kommt aber auch ein Nachteil zum tragen, nämlich die Wechselkursschwankungen. Dies hält bisher viele Händler davon ab, Bitcoins zu akzeptieren. Weiterhin sind Transaktionen unwiderrufbar, man sollte seinem „Vertragspartner“ somit vertrauen können und sich über dessen Zuverlässigkeit im Vorfeld informieren.

Was man zuerst auch als Vorteil sieht, das Fehlen einer zentalen Stelle (bei realen Währungen die Notenbank), kann sich auch schnell zum Nachteil entwickeln, da bei einem rapiden Kursverlust (z.B. durch Spekulationen/Gewinnmitnahmen) der virtuellen Währung keine Institution gegensteuern kann. Findige Spekulanten könnten sich dies zu eigen machen. So wurden durch einen Kurseinbruch in diesem Jahr schon 30 Prozent des Bitcoins-Wertes verbrannt. Durch einen im Juni bisher nicht für möglich gehaltenen Hack eines Benutzerkontos mit einer großen Menge an Bitcoins und dem Abgreifen mehrere weiterer Konten, wurde auch die bisher so angepriesenen vollständige Sicherheit des Systems widerlegt.

Ein weiteres Merkmal, das Bitcoin anlastet, ist der „Spielplatz für Kriminelle“. Da die Bitcoin-Zahlungen anonym erfolgen, solange der private Schlüssel nicht an die Öffentlichkeit gelangt, sind illegalen Geschäften hier Tür und Tor geöffnet, weswegen dieses Sytem schon von der Politik mit sehr gemischten Gefühlen beäugt wird und manch einer es gerne verbieten möchte. Da diese Gefahr aber eben auch Zahlungen mit Bargeld oder Mechanismen wie bei Western Union betrifft, ergibt sich daraus aber nicht unbedingt ein neues Gefahrenpotenzial.

Fazit:
Ob sich die Bitcoins letztendlich als virtuelle Währung etablieren, hängt davon ab, inwieweit Krisen (wie der jetzige Kursverlust und der Hackerangriff) weggesteckt werden und ob sich auf Dauer die Kursschwankungen auf ein erträgliches Niveau einpendeln. Sollte dies nicht der Fall sein, werden sich die Bitcoins eher als ein Spekulationsparadies erweisen, denn als ernst zu nehmende neue Zahlungsmethode.

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