GoalCard – Level Up zum Sparziel

Veröffentlicht von Maik Jost / 30. Oktober 2011 / , / 1 Kommentar

Auf der diesjährigen FinovateFall 2011 in Manhatten stellte Eric Eastman, CEO von bobberinteractive.com die neue Applikation GoalCard vor. Bobber bietet jungen Erwachsenen eine innovative FDIC-gesicherte Zahlungs-und Spar-Plattform, die Social Media und Gamification Anwendungen kombiniert. Das Unternehmen zielt auf die 30 Millionen starke “Generation Y” (alle ab 1980 Geborenen) ab, die Social Games auf Facebook spielt und in den USA rund 200.000.000.000 $ im Jahr frei verfügbares Einkommen repräsentiert. Mit der App GoalCard versucht Bobber auf Facebook gerade in der Betaversion diese Generation zu erreichen. “A cash management tool that simplifies daily spending, provides real-time budgeting, and incentivizes goal achievement. Cardholders engage in a highly interactive debit loyalty and cash-back rewards program grounded in their personal savings goals.” In der App geht es darum, Träume wie ein neues Auto, einen neuen Laptop oder einen Urlaub umzuwandeln in ein Ziel, oder besser gesagt in ein Sparziel. Dieses Ziel soll natürlich auch konkret erreicht werden. Auf diesem Weg ist es möglich, in der Applikation verschiedene Rewardpoints zu sammeln und in verscheidene Level aufzusteigen.

Level Up durch FiMatch – Eine Innovation/Funktion, auf welche das Augenmerk gerichtet werden sollte, ist auf jeden Fall FiMatch, ein Game, bei dem der User die Bonität zweier Freunde, anhand deren Profilbilder, bewertet. Unabhängig von Zahlen, Fakten und Co, sondern nur gemäß deren Profilbilder auf Facebook. Ein Zufallsgenerator präsentiert zwei Freunde aus der eigenen Freundesliste. Es wird diejenige Person von dem User angeklickt, der er eher “50 Bugs” leihen würde. Anschließend wird ein neues Duell vorgesetzt. Am Ende der Challenge ist dann ein Sieger ermittelt, auf dessen Pinnwand das Ergebnis auch direkt geposten werden kann und die Person gleichzeitig zu GoalCard eingeladen werden kann. Durch solche Games in der App ist es möglich, Punkte zu sammeln und im Level aufzusteigen. Je höher der erreichte Level ist, desto mehr Rabatt (insgesamt maximal 5% auf einen ausgesuchten Artikel) bekommt der User am Ende auf sein Sparziel. Die Idee dahinter ist recht einfach. Jugendliche und vor allem junge Erwachsene, die gerade mit der Schule fertig sind, und anfangen Geld zu verdienen, sollen nicht gleich in die Kreditkartenfalle geraten, sprich sich nicht die Heute-Kaufen-Morgen-Bezahlen Mentalität aneignen. Auf der Homepage von Bobber ist eine schöne Beschreibung zur Anwendung dabei, die den Weg zum Ziel in vier Schritten aufzeigt:

1. Ziele setzen – der erste Schritt ist es, einen Account zu eröffnen und sich anschließend ein konkretes Sparziel zu suchen. Ist das geschafft, gilt es, einen guten Sparplan aufzustellen. “A goal is only as good as the savings plan behind it”, so lautet der Spruch auf der Bobber Site. Dahinter verbirgt sich, dass GoalCard die optimalen Rahmenbedingungen bieten will. Zum Beispiel durch eine sehr anschauliche Diagrammmaske, die aus zwei Balken besteht. Ein User zeigt einem anderen User seine bereits gesammelten Rewardpoints und den daraus resultierenden Rabatt, den er bei einem tatsächlichen Kauf über die App bei dem Partner Amazon erhalten würde. Der andere zeigt ihm den bereits gesparten Betrag, und was ihm noch zum Kauf fehlt.
2. Manage Money – Damit die App auch funktioniert, benötigt sie natürlich auch genaue Daten, wie zum Beispiel Einkommen, Nebenjobs, Taschengeld und Co., welche der User der App zur Verfügung stellt. Es besteht die Möglichkeit, die Umsätze aus seiner, durch einen Partner von GoalCard erworbenen Visa PrepaidCard, in die Applikation zu importieren. Um den maximalen Rabatt zu bekommen, muss der User seine PrepaidCard registrieren. Dadurch ist es möglich, seine Umsätze, wie zum Beispiel Einzahlungen, in ein Feld in der Anwendungsmaske zu ziehen. Somit erhöht sich der Balken, der den gesparten Teil abbildet. Gleichzeitig erhält er für die importierten Umsätze Rewardpoints.
3. Andere teilhaben lassen – Ein Spiel macht meistens mehr Spaß, wenn mit anderen gemessen werden oder gemeinsam an etwas gearbeitet werden kann. Zum Beispiel kann der User seine Sparziele mit anderen auf Facebook teilen oder per Mail ein Familienmitglied darauf hinweisen, auf was er oder sie gerade spart (vielleicht hat der User Glück und ihm wird dabei geholfen, sprich die PrepaidCard wird etwas gesponsert…). Auch gibt es Rewardpoints, wenn neue User generiert werden, sprich der User Einladungen versendet, die dann auch angenommen werden.
4. Ziel erreichen – Das schönste am Sparen ist es doch, das Gesparte auszugeben. Zumindest interpretiere ich so das Ziel der App. Sich selbst mit dem zu belohnen, auf das die ganze Zeit mühevoll hingearbeitet wurde. Quizfragen werden beantwortet, die Bonität der Freunde bewertet, Challenges gefahren und es wird gespart. Da Bobber mit Amazon ein großes Versandhaus mit im Boot hat, kann in der App gleich noch der durch die Rewardpoints rabattierte Artikel bestellt werden.

Die Idee ist eine gute. Jungen Menschen den Sinn des Sparens auf eine spielerische Art und Weise beizubringen. Der User soll lernen sich einen Plan zu machen, der höhere Einnahmen als Ausgaben beinhaltet, um etwas sparen zu können. Die Umsetzung an sich ist auch super gelungen, da die App sehr selbsterklärend ist und Jugendliche optisch anspricht. Aus moralischer Sichtweise besteht allerdings ein großes Manko der Applikation: Freunde und Bekannte werden, basierend auf Ihrer Bonität, miteinander verglichen. Meiner Meinung nach ist dies kein reiner Bonitätsvergleich, sondern ein Vergleich, welche der beiden angezeigten Personen einem selbst sympathischer ist. Zum anderen besteht definitiv die Datenschutzproblematik. Durch die Möglichkeit zu wählen, welchem der eigenen Freunde der User eher 50 Bugs leihen würde, wird dieser dazu gebracht, seine Facebook-Freunde in einer ganz neuen Art und Weise zu raten – abgesehen davon, dass dabei persönliche Belange die größte Rolle spielen, werden hierbei ganz neue Daten generiert, deren Ausmaß bei Missbrauch noch nicht abschätzbar ist. Dem Gewinner kann das Ganze im Anschluss direkt an die Wall gepostet werden. Ich denke, der ein oder andere könnte damit durchaus ein Problem haben. Ein weiterer Aspekt ist, dass es sicherlich noch bedenklich ist, Kreditkartendaten in eine Anwendung von Facebook zu importieren. Das wird einige Datenschützer in Deutschland aufhorchen lassen, sodass hier noch einiges an Entwicklungspotential vorhanden ist. Aber wie am Anfang erwähnt, befindet sich die Anwendung noch in der Betaversion und die Idee dahinter ist meiner Meinung nach wirklich gut. Ich denke, dass die App in den USA deutlich größere Chancen hat, sich zu etablieren als in Europa, vor allem als in Deutschland, da in den USA der Datenschutz etwas gelockerter ist. Auch haben die Amerikaner weniger Probleme ihre finanziellen Sparabsichten offen zu posten und mitzuteilen. Was den Einzug von Gamifikation in den Bereich der Finanzwelt angeht, ist der Anfang auf jeden Fall gemacht, und ich bin mir sicher, dass weitere Beispiele folgen werden. Welche Meinung teilen Sie, was die Anwendung GoalCard angeht? Und kennen Sie weitere solcher Applikationen?

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