Junge Kunden – unsere Zukunft

Veröffentlicht von Anja Gempler / 24. Januar 2012 / , , / 6 Kommentare

In Deutschland werden immer weniger Kinder geboren. Das Schreckgespenst des demografischen Wandels zieht sich durch alle Bereiche der Gesellschaft. Auch die Banken bleiben von der alternden Gesellschaft und der sinkenden Bevölkerungszahl nicht verschont. Ihr Fokus sollte jetzt verstärkt auf den jungen Menschen liegen. Die Zielgruppe „junge Kunden“ ist allerdings sehr heterogen und schwierig zu bedienen. Sie stellt die Marketingexperten vor eine große Herausforderung. Auch Banken müssen sich mehr und mehr über die Erwartungen und Bedürfnisse der jungen Menschen klar werden, um sie schon früh als Kunden zu gewinnen, stellen sie doch einen großen Teil der Kunden von morgen dar und haben somit eine enorme Bedeutung für die Zukunft der Banken. Diese anspruchsvolle, sprunghafte und dynamische Zielgruppe verlangt viel Initiative seitens der Banken. Eine schwierige Aufgabe, die ihnen zu Teil wird.

Wie können Banken dieses Problem lösen, bzw. daran arbeiten?

Insbesondere der Einzug der Massenmedien in das Leben der Menschen, vor allem der jungen Generation, ist dabei von entscheidender Bedeutung. Die dynamischen Veränderungen der Medienwelt wirken ständig auf die Jugendlichen ein. Sie wachsen damit auf und stellen somit immer höhere Anforderungen an Werbung und Kommunikationsverhalten und werden zu kritischen Konsumenten. Nicht umsonst werden sie auch als „Digitale Natives“ bezeichnet. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit „Die Volksbank Bühl eG im demografischen Wandel -Die Sicherung der Zielgruppe „Junge Kunden“ als Pfeiler der Zukunft-“  habe ich im Juli 2011 an Schulen und im Internet eine Umfrage gestartet. Es beteiligten sich 264 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 24 Jahren daran. Dabei ergaben sich unter anderem folgende Ergebnisse:

  • Über  50 % der Befragten sind durchschnittlich mehr als zwei Stunden online.
  • 90 % von ihnen nutzen Facebook und über 70 % nutzen Youtube.
    -> Ausschnitt Altersverteilung auf Facebook in Deutschland (http://checkfacebook.com/)             Absolut: 22.122.620 Nutzer
    8,9 % 13-15 Jahre
    7,7 % 16-17 Jahre
    27 % 18-24 Jahre
    26,6 % 25-34 Jahre
  • 40 % wussten, dass die Volksbank Bühl auf Facebook vertreten ist.
  • Über 25 % bevorzugen eine Kontaktaufnahme seitens ihres Beraters über soziale Medien.
  • Neben Events und Plakaten ist das Internet das Medium, über das Werbung am besten ankommt. 
  • 73 % geben an, Entscheidungen, die ihr Geld betreffen, eigenständig zu treffen.
  • Für 74 % ist es „(sehr) wichtig“, über ihre Geldgeschäfte selbst zu entscheiden.
  • Der größte Teil (76 %) der Befragten klärt seine Entscheidungen dennoch vorher mit seinen Eltern ab.
  • Obwohl ihnen die Wichtigkeit der eigenen Geldgeschäfte bewusst ist, schätzen sie ihre Kenntnisse über „Finanzdienstleistungen“ eher mittelmäßig bis schlecht ein.
  • 70 % hätten gerne mehr Information über die Leistung ihrer Bank für junge Erwachsene.

Jugendliche wollen Informationen. Und sie sind eigentlich ganz einfach zu erreichen. Doch gelten insbesondere Finanzprodukte als kompliziert und vor allem als langweilig. Umso schwerer wird es für Banken für die Jugendlichen einen interessanten Mehrwert zu schaffen. Wittern diese doch schnell bloßes vertriebliches Interesse und reine Vermarktung. Auch haben viele Banken noch Angst ihrem Image und ihrer Reputation zu schädigen, sollten sie zu sehr über die Schiene des Social Media Marketing fahren und datenschutzrechtliche Defizite aufweisen.

Hier einige Aspekte, die die Kommunikation mit jungen Menschen erleichtern, ihr Interesse verstärken und zukünftig eine große Rolle in dieser Zielgruppe spielen könnten:

Gamification: Anwendungen, die Menschen dazu bringen sollen, sich auch mit langweiligen und komplizierten Inhalten zu beschäftigen und sich spielerisch mit ihnen auseinander zu setzten. Das könnte in den nächsten Jahren ein Ansatz sein, überwiegend junge Menschen dazu zu motivieren, sich intensiver und früher auf die eigenen Finanzgeschäfte einzulassen, und Bankdienstleistungen spannender zu gestalten.
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Personal Finance Management: Gerade in Verbindung mit den spielerischen Elementen von Gamification kann hier ein entscheidender Mehrwert geboten werden. Denn wie ich letztes Jahr sehen konnte, wissen Jugendliche um die Wichtigkeit ihrer Finanzen und wollen selbst darüber entscheiden. Warum nicht mit einem kompletten Überblick über die eigenen Finanzen dank PFM?
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Mobile Payments: Obwohl MP bisher noch nicht wirklich angenommen wird, konnte ich mehrfach nachlesen, dass MP eine rosige Zukunft vorausgesagt wird, Kreditinstitute diesen Trend jedoch verschlafen könnten. In dieser Studie wird vorausgesagt, dass bis 2013 eine halbe Milliarde Menschen Mobile Banking nutzen wird.
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Social Media: Nicht nur die Präsenz in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter & Co. oder auf Youtube, sondern auch Blogs und Foren können die Kommunikation mit der Zielgruppe verbessern. Regionale Infos zu Party, Musik, Kultur, Unterhaltung und Sport oder Infos zu Politik, Wirtschaft und Finanzen können für junge Menschen interessant gestaltet werden. Zudem hätten sie auch gleich die Möglichkeit Fragen zu stellen. Vielleicht auch darüber, um was sie sich als nächstes kümmern sollen, wie z.B. um ein eigenes Girokonto!?
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Mobile Banking: „Mobile Banking ist ein heißes Thema in der Bankenbranche. Permanent werden neue Anwendungen von neuen Anbietern aus dem Boden gestampft. Experten sind sich einig: Der Trend mobile Banking ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Bankenwelt und wird diese nachhaltig beeinflussen.“ Dies lässt auch der stark steigende Smartphone-Absatz vermuten.  

 

Was meinen Sie, wie junge Kunden zukünftig gewonnen werden können?

Kommentare

6 Kommentare

  • Alex
    24. Januar 2012 bei 10:38

    Hallo Frau Gempler,
    ich schicke Ihnen mal einen Link der auf die Aktivitäten der Konkurrenz weist. Das von den Sparkassen betriebene Portal existiert, so glaube ich, schon seit über 5 Jahren. http://www.lahn-dill-live.de/
    Die sind auf allen Partys unterwegs und sehr rührig. Ganz unterschwellig werden die Besucher auch immer wieder mit der Sparkassse konfrontiert.

    AP

  • AG
    AG
    24. Januar 2012 bei 16:33

    Hallo Herr Peter,

    vielen Dank für Ihren Hinweis. Ich habe mir das Portal gerade angeschaut. Das ist mir bei meinen Recherchen noch gar nicht aufgefallen, sondern eher ein anderes Sparkassen Jugendportal.

    Freundliche Grüße
    Anja Gempler

  • 25. Januar 2012 bei 10:34

    Ein kostenloses Girokonto ohne jegliche Bedingungen dürfte die Grundvoraussetzung sein, um junge Kunden anzusprechen. Ich würde mir bei meiner Sparkasse wünschen, dass auch dort ein derartiges Konto angeboten werden würde. Doch leider Fehlanzeige: Voraussetzung ist ein permantentes (!) Guthaben über 1.500€, was mit 0,5% p.a. verzinst werden würde. So verschreckt man jahrelange Kunden…

  • 29. Februar 2012 bei 15:42

    Noch vor Facebook-Zeiten war bank4fun im norditalienischen Raum DAS Jugend-Community-Portal und „ganz nebenbei“ eine Jugendbank mit speziellen Jugend-Filialen, Jugend-Events, Jugend-Sponsoring und -Förderungen, Jugend-Produkten uvm. – am ende sogar mehrfach preisgekrönt:
    – Victor® „Innovativste Bank des Jahres“, 2006, http://www.bank4fun.it
    – Geldinstitute „Geschäftsstelle des Jahres“, 2002, http://www.bank4fun.it

    Ein 360° Angebot mit dem bank4fun innerhalb kürzester Zeit jedem im Einzugsgebiet ein Begriff war.

  • Uwe
    19. Dezember 2012 bei 12:35

    Eine interessante Übersicht zu kostenlosen Girokonten für Schüler mit genauen Altersangaben gibt es auf:

    http://www.taschengeldkonto.org/

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