Was sind die Vorteile eines Einkaufs im Internet? Neben der großen Auswahl gehört für mich ganz klar dazu, dass man alles von zu Hause erledigen kann und auch zum Bezahlen nicht aus dem Haus gehen muss. Trotz dieser verlockenden Vorteile gibt es vermutlich immer noch Menschen, die Bezahlung via Internet nicht nutzen bzw. nicht nutzen möchten. Sei es aus Angst vor Hackern oder aus anderen Gründen. Genau an dieser Stelle setzt das Berliner Unternehmen Zerebro Internet GmbH an. Das Start-up bewirbt auf der Website www.barzahlen.com ein Projekt, das die Bezahlung von Online-Einkäufen mit Bargeld ermöglichen soll. Wie dies genau funktionieren soll, ist hier leider noch nicht ersichtlich.

Auf der Suche nach ähnlichen Anbietern bin ich auf 2 weitere Möglichkeiten gestoßen um die Bezahlung von Online-Geschäften mit Bargeld abzuwickeln. Ein System, das ein ähnliches Ziel verfolgt, gibt es in den USA bereits und nennt sich PayNearMe. Auch hier ist es das Ziel, im Onlineshop gekaufte Ware mit Bargeld zu bezahlen.

Wie das funktioniert, hier in kurzen Schritten erklärt:

  • Beim Bestellvorgang im Onlineshop wird als Zahlungsmittel PayNearMe ausgewählt.
  • Der Bestellvorgang wird abgeschlossen und man druckt sich einen Beleg aus.
  • Anschließend geht man zu einem Laden, der diese Zahlmethode unterstützt (in den USA ist das die Kette 7-Eleven), zeigt dort den Beleg und bezahlt den fälligen Betrag.
  • Der Händler erhält umgehend einen Hinweis, dass die Schulden beglichen sind.
  • Die Ware wird versandt.

Hier noch ein Video, das die Funktion erklärt:

Das System selbst ist natürlich stark abhängig von der Anzahl der Partner. Nur wenn genügend Partner bereit sind PayNearMe als Zahlungsmittel anzubieten, funktioniert dieses Konzept. Bisher sind es in den USA über 6400 7-Eleven Stores.

Eine weitere Möglichkeit bietet die so genannte Paysafecard. Diese ist vergleichbar mit einem Gutschein oder einer Prepaid-Karte. Man kauft sich in einem Geschäft eine Paysafecard mit einem gewissen Guthaben (z.B. 10, 25, 50 oder 100€). Im Onlineshop (vorausgesetzt es wird diese Zahlungsmethode unterstützt) muss dann während des Bestellvorgangs eine 16-Stellige PIN, die auf der Karte steht, eingegeben werden. Der Nachteil hierbei ist aus meiner Sicht, dass man nicht den genauen Betrag sondern einen höheren Betrag im Vorfeld bezahlen muss.

Quelle: www.paysafecard.com

Für den „normalen“ Internetnutzer sind diese Möglichkeiten vermutlich nicht gedacht, da aus meiner Sicht die Bezahlung in Bar und Onlineshopping nicht zueinander passen. Sinn machen könnte dies ggf. für jemanden, der aus Gründen der Datensicherheit seine Bankverbindungen im Internet nicht preisgeben will, oder jemand der nicht im Besitz einer Kreditkarte bzw. eines Onlinekontos ist. Auch für ältere Leute die kein Onlinebanking machen könnte die Bezahlung in Bar eine Erleichterung sein. Ob sich solche Methoden durchsetzen können, wage ich zu bezweifeln, da der Trend genau in die andere Richtung geht und das Bezahlen ohne Bargeld immer beliebter wird. Zusätzlich stehen die ersten Mobile Payment-Lösungen via Handy in den Startlöchern, auch hier ist Bargeld eher Nebensache. Ich bin gespannt, wie es mit dem deutschen Start-up weitergeht bzw. was für eine Lösung genau dahinter steckt.

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Von | 2017-07-06T10:26:42+00:00 21. Februar 2012|Mobile Payments|4 Kommentare

About the Author:

Michael Merkel
Teamleiter IT-Basis und IT-Sicherheit bei der Volksbank Bühl | Staatl. gepr. Informatiker

4 Kommentare

  1. […] Back to the roots – Onlineshopping mit Bargeld? der neueste Hype im eCommerce scheint das “Bar bezahlen” zu werden – die Berechtigung in “Unbanked Ländern” oder in Ländern mit vielen “unbanked Kunden” sehe ich – in Deutschland sehe ich nur eine mini kleine Nische – aber vielleicht vertue ich mich da und es wird wirklich genutzt   […]

  2. Alex 22. Februar 2012 um 9:18 Uhr

    Wieviel läuft eigentlich noch über den Weg: „per Nachnahme“?

  3. Boris 23. Februar 2012 um 13:57 Uhr

    Hallo,

    könnte mir vorstellen, dass das in Deutschland gut funktionieren könnte. Und wo könnte ich zahlen? Bei der Volksbank, in der Sparkassen Filiale, der Post oder irgend einem
    regionalen Partner meines Vertrauens. Unsere Verbraucherschutz Ministerin wäre in jedem Fall glücklich und viele VV und VM auch

    mfg
    @electrouncle auf dem Weg nach – na wohin? Ja Bühl

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