Kurz beleuchtet : Die Innovationen und die Angst vor Veränderung

Veröffentlicht von Frank Gutknecht / 27. Februar 2012 / / 2 Kommentare

Bei unserem letzten Treffen der Innovationswerkstatt haben wir ein interessantes Spiel zur Förderung unserer Kreativität gespielt. Wir wollten dabei herausfinden, wie viele Ideen wir in kurzer Zeit entwickeln können. Als Teilnehmer waren wir alle sehr überrascht über die Vielzahl entstandener Ideen, ja sozusagen über unsere eigene Kreativität, die uns, da es ein Spiel war, auch Regeln innerhalb der Bankenwelt brechen ließ. Man konnte die Euphorie bildlich greifen, die uns verschiedene Themen gedanklich anpacken ließ und Veränderungen innerhalb der eigenen Bank geistig vorwegnahm.
Doch wie bereits erwähnt: Es war nur ein Spiel. Sicherlich sind dennoch in abgewandelter Form verschiedene Ideen zukunftsfähig und in der Realität adaptierbar.Was sind aber Widerstände, die Ideen versiegen lassen oder den Veränderungswillen im Keim ersticken lassen?

Lässt man mal nicht ausgereifte Technologien, finanzielle Aspekte, rechtliche Anforderungen,  den Zeitfaktor, mangelnde Ressourcen an Personal oder Know-How außen vor, dann sind häufig psychologische Faktoren die Ursache. Im Speziellen: Die Angst etwas verändern zu wollen, den Pfad der Routine zu verlassen, etwas anders als üblich zu machen. Vielleicht auch Regeln zu brechen.

Im Kern führen Innovationen, die sich durchsetzen, immer dazu, dass sich neue Strukturen durchsetzen, dabei alte verdrängen und diese schlussendlich zerstören. Diese Annahme stammt von dem berühmten Wirtschaftswissenschaftler Schumpeter. Die so genannte schöpferische Zerstörung , die so wirkt, dass Unternehmen und die Menschen, die dort arbeiten, sich – um am Markt bestehen zu können – radikal verändern müssen, um nicht selbst ersetzt zu werden. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und versucht, Unsicherheit zu vermeiden, stellt er sich oft dagegen quer, da dies von ihm als Risiko und Gefahr für die eigene Existenz empfunden wird.

In diesem Zuge muss man deshalb festhalten, dass Veränderungen für ein Unternehmen zwar positiv sein können, der Mitarbeiter jedoch im Einzelfall auch tatsächliche negative Folgen erleidet, wie z.B.: erhebliche Mehrarbeit, sich Zielen unterzuordnen, die konträr zu den eigenen respektive ethisch und moralisch im Widerspruch stehen. Ferner können diese Folgen zu einem Reputationsverlust, Einkommenseinbußen oder zu Kompetenzverlusten führen, im schlimmsten Falle gar zur Gefährdung der eigenen Existenz. Zum einen ist es deshalb wichtig, die Zuversicht zu erlangen, dass eine Veränderung notwendig ist, um auch wieder in sichere Fahrtwasser zu gelangen. Zum anderen braucht es Mut und Ausdauer, sich auf diesen Weg zu begeben.

Dabei kann es zu beträchtlichen Schwierigkeiten für ein Unternehmen kommen: Wenn Mitarbeiter beispielsweise die Erfordernisse, um am Markt zu bestehen, ablehnen und/oder gewohnte Verhaltensweisen nicht ändern. Denn es ist allemal bequemer und einfacher mit dem Strom zu schwimmen:

Kommentare

2 Kommentare

  • Renate Groß
    28. Februar 2012 bei 1:36

    Ergebung und Duldsamkeit ist nicht immer der moralische Weg, wenn er auch oft der bequemere ist,
    ausserdem wird kein Problem gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott sich darum kümmert.

    „Martin Luther King“

  • Innovationen und die Angst vor Veränderung? Es ist viel einfacher, man braucht keine (wie immer oder meist amerikanischen Managementgurus zu befragen). Wer was zu verlieren hat oder einfach seinen bequemen Status erhalten will, der unterdrückt das Neue (auch im Unternehmen). Wer mutig sein will, möchte oder muss, der öffnet sich. Ich kann nur sagen, vorne im Zug ist es windig, aber es macht Spaß und hält einen lebendig. In der Mitte ist es bequem aber langweilig – und ganz hinten ist man sowie gleich abgehängt.

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