Onlinebewertung – Fluch oder Segen?!

Veröffentlicht von Maik Jost / 27. März 2012 / , , , / 2 Kommentare

Wer sich vor seinem Einkauf noch über das gewünschte Produkt informieren will, kann sich in verschiedenen Bewertungsportalen im Internet darüber erkundigen. Auf den einzelnen Onlineplattformen tun Verbraucher ihre Erfahrungen mit einem Konsumgut oder einer Dienstleistung kund und schreiben diese in entsprechenden positiven oder auch negativen Erfahrungsberichten nieder. Diese Rezensionen sind mittlerweile bei vielen Verbrauchern fester Bestandteil der Entscheidungsbildung, bevor es zu Kauf oder Inanspruchnahme von Dienstleistungen kommt. Das belegt eine Studie des amerikanischen Marketingunternehmens Cone Comunications. Laut der „Online Influence Trend Tracker Studie“, bei der über 1000 Frauen und Männer befragt wurden, schenken 89% der Teilnehmer Onlinebewertungen ein großes Maß an Vertrauen. Ein weiterer aussagekräftiger Punkt ist die Tatsache, dass 4 von 5 Kunden ihre Kaufentscheidung auf Grund einer negativen Kritik nochmals überdacht haben und dann ein anderes Produkt gewählt haben. Vergleichsweise stark ist auch der Einfluss von positiven Bewertungen. Bei 87% der Befragten war eine gute Kritik der ausschlaggebende Punkt für die Inanspruchnahme einer Dienstleistung oder den Kauf eines Produktes.

Die gesamte Studie sehen Sie hier:

 Nicht nur die Studie ist ein Beleg für das große Interesse an der Onlinebewertung, sondern auch die Vielzahl der verschiedenen Portale. Es ist heutzutage möglich, einfach alles und jeden zu bewerten. Sei es von dem eigenen Arbeitgeber bis hin zu verschiedensten Produkten. Ich habe Ihnen in der untenstehenden Präsentation einige Bewertungsplattformen zusammengestellt und in verschiedene Kategorien unterteilt. Auch in der Finanzwelt ist es möglich, sich darüber zu informieren, welcher kompetente Berater  sich in der Nähe befindet. welches Finanzprodukt möglicherweise interessant ist und was für Erfahrungen andere Kunden mit verschiedenen Banken gemacht haben.

Die verschiedenen Portale können eine gute Orientierungshilfe für Kaufentscheidungen bieten. Durch die vielen subjektiven Meinungen von verschiedenen Personen wird es dem Einzelnen ermöglicht, ein objektives Meinungsbild zu einer Dienstleistung oder einem Produkt zu bekommen. Das kann dem Leser helfen, beispielsweise bei Finanzdienstleistern den sogenannten „schwarzen Schafen“ aus dem Weg zu gehen.  Der positive Nebeneffekt von guten Bewertungen  für die Berater, Banken oder auch Produkte ist, dass es kaum eine bessere Werbung gibt, als zufriedene Kunden oder Konsumenten. Aber auch kritische Bewertungen können für die Anbieter von Dienstleistungen oder für die Hersteller von Produkten eine wichtige Hilfe sein. Der Verbraucher gibt somit direkt Rückmeldung über Verbesserungsmöglichkeiten und Anregungen.

Oft stehen die Bewertungsportale aber auch in Kritik, da einzelne Rezensionen oft zu hart oder ohne über die Konsequenzen für den Bewerteten nachzudenken, verfasst und veröffentlicht werden. Zudem ist es schwer die persönliche Leistung einer einzelnen Person sachlich zu beurteilen, wenn es nicht um die Bewertung einer Sache, sondern um eine Tätigkeit oder die Fähigkeiten eines Menschen geht.  Es gibt auch keine Richtlinien für die einzelnen Bewertungen, somit können die einzelnen Bewertungen zu oberflächlich sein. Dass negative Bewertungen eine rufschädigende und nachhaltige Wirkung haben, belegt die Cone Studie und es bedarf vieler guter Kritiken, diesen wieder herzustellen.

Zusammengefasst bieten Bewertungsportale nicht nur die Möglichkeit, seine persönlichen Erfahrungen mit anderen zu teilen, sondern auch Feedback und Verbesserungswünsche direkt los zu werden. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten diese Meinungsplattformen ergänzend zu den Aftersalesbefragungen eine Chance sein, die Repräsentanz der Meinungsauswertungen zu erhöhen. Welche Meinung vertreten Sie zu den einzelnen Bewertungsportalen und nutzen Sie vielleicht selbst verschiedene Bewertungsportale regelmäßig?

Kommentare

2 Kommentare

  • Rebländer
    2. April 2012 bei 0:25

    Hallo, Bewertungsplattformen sind klasse, aber…..

    verwirren auch manchmal.

    Einfach und praktisch sind sie z.B. für mich wenn ich mal wieder einen richtig guten Film kaufen will, dann kann ich mir schnell einen Überblick über Story und schauspielerische Leistung der Darsteller verschaffen.

    Komplizierter wird es dann schon wenn man Hotelkritiken versucht für sich zu bewerten. Nach 2 Stunden Lektüre ist man dann so verunsichert und fast schon geneigt doch lieber „in den Harz zu fahren“ statt sich das lebhafte Hotel auf Ibiza zu gönnen.

    Eine der Königsklassen aber ist wohl die Anschaffung einer neuen Digitalkamera, wenn ich da an meine letzte Kaufentscheidung denke, puuh wieviele Stunden habe ich da wohl verbraten? Und jeden abend war ich verwirrter als zu vor. Der Besuch beim Octomedia, vor der Haustüre vereinfachte das Ganze. Über Farbsäumen die so mancher in den Fotos sah und unscharfen Fotos bei Kerzenlicht konnte ich nur noch lächeln. Als ich meine Kamera in den Händen hielt und meine eigenen Tests durchführte wußte ich, das ist sie. Der Preis (nach etwas handeln) war übrigens nur unwesentlich höher als im Internet und die Beratung war TOP, kann ich wirklich nur weiterempfehlen.

    Lange Rede kurzer Sinn – Wenn ich Empfehlungen von Freunden über Facebook bekommen würde könnte ich die für mich klar einsortieren. Denn man kennt sich ja, wenn der Heiner aus S. bei B.-B. sagt: “ Da kannst Du hin und kannst gut und günstig essen“. Dann weiß ich wie Heiner tickt und ich das für mich einsortieren kann.

    Da liegt die große Chanen der Unternehmen die bei Facebook aktiv sind – Nichts ist besser als die Mund zu Mund Propaganda. Ciao

    Viele Grüße der Rebländer

  • MTJ
    MTJ
    2. April 2012 bei 19:53

    Hallo Rebländer,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Das Stichwort „Verwirrung“ ist ein sehr interessanter und wichtiger Aspekt. Ich denke, dass gerade das Gegenteil, sprich Klarheit über eine Entscheidung zu bekommen, das Ziel der Bewertungsportale ist beziehungsweise sein sollte. Meiner Meinung nach, ist die Unterscheidung zwischen Bewertungen von Bekannten/Freunden und „Fremden“ allerdings differeziert zu betrachten. Ich denke, dass je nach Person dem einem eine Bewertung einer bekannten Person mehr weiterhilft, einem andren vielleicht die einer neutralen dritten Person. Eine große Rolle wird hierbei auch die Qualität der Rezension spielen. Auf jeden Fall eine sehr interessante Ansicht.

    Viele Grüße,

    Maik Jost

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