Das 2010 in Großbritannien gegründete Unternehmen GoCardless brachte vor wenigen Tagen ihr zweites Produkt genannt „PayLinks“ auf den Markt. Mit PayLinks können mit Hilfe einer Weboberfläche Links generiert werden, die dann von Usern zum Bezahlen genutzt werden können. Die Links können auf einer Website oder in einem „Bezahlen-Button“ integriert oder auch per E-Mail verschickt werden. Der Käufer selbst muss sich bei diesem Vorgang nicht extra registrieren. Die Funktion möchte ich kurz erläutern:

Beim Erstellen des Links muss man lediglich den zu bezahlenden Betrag und eine Beschreibung angeben sowie  ob der Betrag mehrmals bezahlt werden soll (z.B. bei einem Abo). In den Medien wird das neue Produkt auch als „bitly für Bezahlungen“ genannt, was aufgrund der Einfachheit durchaus gerechtfertigt ist:

Zum Überwachen der Transaktionen gibt es für den Ersteller des Links ein Dashboard. Mit Hilfe dieser Übersicht lässt sich die Anzahl der Käufer, der gesammelte Betrag und weitere Details überblicken:

Nachdem der Käufer auf den „Bezahl-Link“ geklickt hat, hinterlegt dieser die Kontoverbindung, E-Mail-Adresse und Name in dem sich öffnenden Fenster und schließt die Transaktion ab. Die Übermittlung des Betrags wird vom Anbieter ohne den Umweg über einen Kreditkartenanbieter durchgeführt. Das heißt er zieht das Geld beim Käufer ein und schreibt es dann dem Verkäufer gut. Da hier auch großer Wert auf Kostentransparenz gelegt wird, ist das Preismodell sehr einfach: 1 Prozent der Transaktionssumme wird als Gebühr einbehalten, bis maximal 2 Britische Pfund.

Zum Vergleich: Paypal verlangt pro Empfangener Transaktion 1,9 Prozent und zusätzlich 0,35 Euro.

Die Paylinks sind bisher nur in Großbritannien verfügbar, der Website TechCrunch.com zu folge ist aber eine Ausweitung auf weitere Länder in Europa geplant.

Fraglich ist, ob jeder dieser neuen Plattform ausreichend Vertrauen entgegen bringt, um die eigene Kontoverbindung preiszugeben. Auch wenn diese Plattform ähnlich wie PayPal ist und Paypal bei vielen Nutzern mittlerweile zum Standard gehört, muss sich GoCardless dieses Vertrauen erst erarbeiten. Dies wird gerade am Anfang sicherlich nicht einfach sein. In Punkto Sicherheit können Themen wie z.B. Phising oder Betrug auch für diese Plattform gefährlich sein.

Das Bezahlen im Internet nicht schwierig sein muss, bewies auch Paypal schon. Trotzdem ist der Schritt den GoCardless gegangen ist sehr  interessant und aus meiner Sicht haben die PayLinks durchaus potenzial. Insbesondere die niedrigen Gebühren und die Nutzungsmöglichkeit ohne Kreditkarte und Händleraccount machen das Bezahlen sehr einfach. Ob dieses neue Verfahren allerdings den Kreditkartenanbietern oder Paypal den „Onlinegeschäfte-Markt“ streitig machen kann bleibt abzuwarten.

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Von | 2017-07-06T10:37:40+00:00 11. Juni 2012|Allgemein|5 Kommentare

About the Author:

Michael Merkel
Teamleiter IT-Basis und IT-Sicherheit bei der Volksbank Bühl | Staatl. gepr. Informatiker

5 Kommentare

  1. Klaus Kramer 11. Juni 2012 um 14:50 Uhr

    Geniales Verfahren !! Ich frage mich wie lange es dauern wird bis Visa/MC und Paypal auf diesen Zug mit aufspringen werden um ihn selbst zu steuern.

  2. andre bajorat 11. Juni 2012 um 20:51 Uhr

    danke
    – das geht in die selbe richtung: https://gumroad.com/

    • MM
      MM 11. Juni 2012 um 21:11 Uhr

      Hallo Herr Bajorat,
      vielen Dank für den Hinweiß. Gumroad kannte ich bisher noch nicht.
      Viele Grüße
      MM

  3. […] GoCardless – Einfach online bezahlen via PayLinks ich mag die Lösung […]

  4. Elmar Borgmeier 12. Juni 2012 um 10:15 Uhr

    Wenn ich es richtig verstehe, ist GoCardless ein einfaches Interface für Zahlungen per Lastschrift. Oder kommt da noch irgendwas hinzu?
    Das Konzept ist gut, erstaunlich, dass es nicht eher gepusht wurde.
    Man wird dann aber seine Kontoauszüge genau prüfen müssen, was da von GoCardless abgebucht wurde.
    Lastschriften haben nach meinem Verständnis kein Sicherheitselement, außer dass man ihnen widersprechen kann.

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