Movenbank geht online. First Look.

Veröffentlicht von Franz Sebastian Welter / 14. August 2012 / , / 5 Kommentare

Vor ein paar Tagen ist die viel besprochene Movenbank von Brett King online gegangen. Brett King hat unter anderem das Buch „Bank 2.0“ geschrieben und mit der Movenbank hat er sich nicht weniger vorgenommen als das Retailbanking zu rebooten. Ob es ihm gelingt? Lassen Sie uns einen ersten Blick auf die Movenbank werfen.

In folgendem Video (das Interview wurde übrigens von Matthias Kröner von der Fidor Bank aufgenommen) stellt Brett King kurz sein Konzept der Movenbank vor.

Brett King erläutert in diesem Video die zentralen Merkmale seiner Movenbank: Mobile Banking, kartenloses bezahlen, Social Integration und ein sogenannter CRED-Faktor. Und genau mit diesem CRED-Faktor ist die Movenbank jetzt auch online gegangen.

Laut den Aussagen von Brett King und dem entsprechenden Video CRED, handelt es sich dabei also um ein Verhaltensrating. Dieses Verhaltensrating basiert allerdings weniger auf historischen Daten, sondern vielmehr auf aktuellen Verhaltensdaten. Und dieses Rating soll sowohl zur Konditionsbildung herangezogen werden, als auch dem Kunden eine Hilfestellung zur Verbesserung seiner finanziellen Situation bieten. Zur Ermittlung dieses Verhaltensrating möchte die Movenbank unterschiedliche Quellen anzapfen. Unter anderem auch soziale Netzwerke. In einem ersten Schritt ist es z.B. möglich sein Movenbank Konto mit facebook, linkedin, twitter und google+ zu verknüpfen. Brett King beschreibt CRED wie folgt:

Das Verhalten eines Kunden hilft uns, seine Finanzsituation zu beurteilen. Wir schauen in erster Linie darauf, wie eine Kunde sein Geld ausgibt, spart und wie er mit Risiko umgeht. Dabei hat ein Kunde die Möglichkeit, die CRED-Punktezahl positiv zu beeinflussen, indem er die Rechnungen pünktlich bezahlt und das Verhältnis von Erspartem und Ausgaben optimiert. Wir belohnen aber auch Kunden mit einer breiten Social-Media-Vernetzung und solche, die über uns tweeten oder uns an Social-Media-Freunde weiterempfehlen. Dabei handelt es sich um mehr als traditionelle Weiterempfehlungsanreizsysteme: So können Kunden ihre Konditionen und Gebühren bei der Movenbank durch Social-Media-Weiterempfehlungen in Echtzeit beeinflussen. Quelle: Brett King, http://www.assetinum.com/de/brett-king-movenbank-interview.html, 05. Juli 2012

CRED scheint sich vom normalen Bank Rating also vor allem durch das Heranziehen sozialer Medien bei der Ermittlung des CRED-Scores zu unterscheiden.

Unten finden Sie ein paar Fotos aus dem Anmeldeprozess. Während des Anmeldeprozesses wird man unter anderem gefragt, wie hoch das Jahreseinkommen ist, wieviel man monatlich verdient, spart und ausgibt. Auf Basis dieser Daten wird man dann „klassifiziert“ (sieht man im 2. Screenshot). Ich habe das mal mit Zufallsdaten durchgespielt. Auf Basis dieser Daten und den Informationen aus sozialen Netzwerken (bisher konnte ich noch nicht herausfinden, welche Daten genau von der Movenbank analysiert werden) bekommt man einen CRED-Score. Dieser CRED-Score soll dann Dreh- und Angelpunkt der weiteren Kundenbeziehung sein. Zur Weiterentwicklung des CRED-Scores kündigt die Movenbank an, zukünftig auch das Zahlungsverhalten berücksichtigen zu wollen. Das deutet wohl auf die Einführung einer Personal Finance Management Lösung hin. Was halten Sie von den ersten Schritten der Movenbank?

Kommentare

5 Kommentare

  • 14. August 2012 bei 20:22

    in der tat ein spannender ansatz und sicher ein modell aus dem andere banken lernen und ableiten können. ob die movenbank allein erfolg haben wird, werden wir sehen

  • Frank
    15. August 2012 bei 9:11

    Interessanter Artikel; Allerdings gruselts mir auch ein wenig bei dem Gedanken an diese Art des „Social-Scoring“….

  • H. Hopperton
    15. August 2012 bei 12:07

    Die Idee Daten aus Facebook , Xing oder ähnlichen Quellen in die Bewertung von Kunden einzubeziehen, ist in Deutschland auch auf der Agenda der SCHUFA Holding AG gelandet. Geplant war, ein entsprechendes Grundlagenforschungsprojekt mit dem Hasso Plattner Institut aufzusetzen, um die Nützlichkeit derartiger Daten für die Kundenberwertung zu prüfen.

    So interessant die Ergebnisse der Forschung gewesen wären, der öffentliche Druck hat zur Einstellung des Projekts geführt. Für Deutschland scheint das also zumindest zur Zeit kein gangbarer Weg zu sein.

    (Pressemitteilung der Schufa vom 08.06.12:https://www.schufa.de/de/private/presse/aktuellepressemitteilungen/120608.jsp)

  • fsw
    fsw
    15. August 2012 bei 13:51

    Hallo zusammen,

    erstmal vielen Dank für die bisherigen Kommentare und Meinungen.

    @H. Hoperton: Der große Unterschied zur Schufa Aktion ist, dass die Kunden bei der movenbank die Daten ja ganz bewusst, gewollt und aktiv (sie verknüpfen selbst die sozialen Netzwerke mit ihrem movenbank Konto) „freigeben“, weil sie das soziale Rating CRED als Mehrwert empfinden (zumindest sieht es das Konzept der movenbank so vor). Datenschutz soll ja immer den Einzelnen vor allem vor unbefugtem Datenmissbrauch schützen. Davon kann bei der movenbank nicht die Rede sein, weil der Kunde ganz aktiv diese Freigabe will und durchführt. Von daher sehe ich hier rechtlich bzw. aus Sicht des Datenschutzes einen anderen Sachverhalt gegeben. Ganz unabhängig davon muss man sich natürlich die Frage stellen, ob die Kunden eine solche Art des sozialen Ratings wirklich als Mehrwert empfinden. Diese Frage muss bestimmt auch länderspezifisch betrachtet werden….

    Viele Grüße
    Franz Welter

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