Fliplife – Online Games im Employer Branding?

Veröffentlicht von Madlen Lorenz / 7. September 2012 / , , / 1 Kommentar

Haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, sich eine virtuelle Welt zu erschaffen, in der Sie die Person sein können, die Sie schon immer sein wollten? Sie haben die Möglichkeit, Ihr Erscheinungsbild, Ihren Charakter, Ihre Karriere, Ihre Freunde und Ihr zu Hause in einer digitalen Welt zu kreieren. Ihren Beruf können Sie sich ganz nach ihren Vorstellungen auswählen und sich dementsprechend Ihren eigenen Avatar formen. Vielleicht wollen Sie aber auch Ihr eigenes Leben einfach nur in ein Social Game verwandeln?

Social Gaming ist längst keine Neuheit mehr und völlig integriert bei Online Gamern. Immer mehr Anwendungen tauchen im Netzt auf, bei denen wir uns unsere eigene kleine digitale Welt anlegen können. Warum also noch ein klassisches Brettspiel zu Hause im Schrank haben, wenn wir uns ganz bequem mit Freunden auf einem Online Campus verabreden können? Ich wollte es testen. Für mich war es das erste Mal als Bella Flip.

Ich hatte schon einiges über das Online Game Fliplife gehört. Richtig neugierig geworden bin ich allerdings erst, als Fliplife in Verbindung mit Employer Branding aufgetaucht ist. Stellen Sie sich jetzt auch die Frage, wie sich Unternehmen hier platzieren können? Später mehr dazu. Vorerst möchte ich Ihnen kurz den Aufbau von Fliplife erklären und Ihnen mit Bella Flip die virtuelle Welt des digitalen Gesellschaftsspieles zeigen.

Zuerst einmal habe ich mir meine eigene Identität erstellt. Es ist nett gemacht, denn hier können Sie schon spielerisch aus einer Fülle von Möglichkeiten, Ihre Gesichtsform, Augen, Nase, Mund, Frisuren und andere hübsche Details auswählen. Sobald Ihr individueller Avatar erstellt ist, werden Ihre Daten gespeichert und Sie gelangen zu der nächsten Maske, in der Sie Ihren virtuellen – eventuell auch tatsächlichen – Beruf auswählen können, um wie im richtigen Leben Geld zu verdienen.

Neben einer Karriere als Nobelpreisträger bei dem Pharmaunternehmen Bayer- welches seit Anfang 2012 bei Fliplife vertreten ist – haben Sie die Möglichkeit zwischen 8 Berufen auszuwählen. Als Koch, Journalist, Wunderheiler oder Stilikone können Sie hier Ihre Online Karriere starten. Ich beginne vorerst meine Karriere als Journalistin.

Soweit so gut. Mein Profil ist erstellt, der Beruf ist gewählt, jetzt kann mein virtuelles Leben starten. Wie genau aber werden meine Erfolge hinterlegt, wie kann ich mich mit anderen Spielern messen und vor allem wie verdiene ich Geld? Wie auch in anderen Online Games wird man bei Fliplife anhand von Punktetabellen und Pokalen mit anderen Mitspielern gemessen. Man erhält für erledigte Aufgaben, Erfahrungspunkte (XP) und Lohn (Cash). Sobald genügend Erfahrungen gesammelt sind, steigt man ein Level weiter auf und dem Spieler stehen weitere Funktionen zur Verfügung. In Einzelprojekten, Teamprojekten oder auch berufsübergreifend kann man sich weiter qualifizieren und im Team zusammenarbeiten. Ich war überrascht, denn ich hatte hier etwas anderes erwartet. Als Berufseinsteiger hatte ich kleinere Aufgaben wie Korrekturlesen, Kaffee holen oder meinen Schreibstil verbessern, zu erledigen. Das Game ist so gestaltet, dass die auszuführenden Tätigkeiten lediglich durch Zeitablauf erledigt werden. Sie müssen also keine Überlegungen vornehmen um ein Aufgabe zu bewältigen, sondern nur darauf achten, dass Sie rechtzeitig Ihren Lohn und Ihren Bonus innerhalb einer bestimmten Frist abholen. Hat man also in einem Team ein Projekt erledigt, und alle Spieler holen innerhalb der Frist Ihren Lohn ab, bekommen alle einen zusätzlichen Bonus. Dieser lässt sich für jedes Projekt mit Hilfe von Materialien für das gesamte Team erhöhen. Je besser Ihre Weiterbildung ist und je mehr Materialien Sie zusammen in ein Projekt bringen, desto höher ist hinterher der Bonus bei erfolgreicher Bearbeitung für das gesamte Team. Der Lohn verfällt, wenn er nicht in der vorgegebenen Frist von allen Projektteilnehmern abgeholt wird. In diesem Fall verfällt natürlich auch der Bonus für alle Beteiligten. Auch bei Fliplife wird die Interaktion der Mitspieler gefördert und Freundschaften entstehen hier auf virtuelle Weise. Die zu erledigenden Aufgaben/Projekte werden von Level zu Level umfangreicher und irgendwann benötigt man die Hilfe seiner Freunde oder Kollegen, um die Aufgaben zu bewältigen. Bei Anmeldung über sein Facebook-Login, können die Freunde gleich mitgebracht werden.

Mit steigendem Wohlstand und genug Cash hat man letztendlich die Möglichkeit, sich sein Traumhaus zu kaufen oder coole Outfits zuzulegen. Eben wie im realen Leben. Eine Übersicht über seine Finanzen, Einnahmen und Ausgaben erhält man ganz bequem über die Bank bei Fliplife. Auf einem Kontoauszug sieht man genau, wofür und wie viel Cash ausgegeben wurde. Neben der „Bank of Fliplife“ ist hier auch die Fidorbank vertreten, die nebst einem besseren Zinssatz einige weitere Funktionen gegenüber der „Bank of Fliplife“ zu bieten hat.

Was hat Fliplife aber mit Employer Branding zu tun?

Auf der Suche nach dem ersten Job nutzen viele junge Leute die Möglichkeit des Internets und recherchieren, um den einzelnen Berufszweig besser kennenzulernen. Die Zielsetzung von Fliplife ist es, Berufseinsteigern im Vorfeld die Möglichkeit zu geben, eine Vielzahl von Jobs unmittelbar durch verschiedene Kriterien vergleichbar zu machen und die Berufe näher kennenzulernen, die für Sie in Frage kommen. Die eigentliche Herausforderung für die Arbeitgeber besteht nun darin, die angebotenen Projekte so zu gestalten, dass sie den potenziellen Talenten von morgen gefallen und letztendlich Interesse wecken. Auch Auswertungskriterien für die Arbeitgeber können enthalten sein, um eine Bewerberauswahl zu ermöglichen. Dass die heutige Netz-Generation Informationen im Internet sammelt und spielerisch an Tätigkeiten herangeführt werden muss, ist nichts Neues. Spielerisch per Online Game oder spaßig per Recruiting Video. Öffnet sich hier also eine neue Möglichkeit für Unternehmen an die Talente von morgen heranzutreten? Vorausschauend ja, aber umsetzungstechnisch im Moment ehern nein. Mich persönlich hat Fliplife noch nicht überzeugt, um hier die ersten Erfahrungen für mein Berufsleben zu sammeln und so an meinen Arbeitsalltag herangeführt zu werden. Warum ist das so? Die Idee hinter Fliplife finde ich super! Junge Menschen und online affine Kunden habe so die Möglichkeit erste Eindrücke in Ihrem Arbeitsalltag zu sammeln. Platzieren sich Firmen, die in der realen Welt auch vorhanden sind, so haben auch Arbeitnehmer die Möglichkeit, einen tieferen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen. Vorab können junge Kunden Einblicke in den Arbeitsalltag z.B. eines Journalisten erhalten und herausfinden, welche täglichen Aufgaben ihn erwarten werden. Gleichzeig lernt man mit seinem Geld umzugehen und man wird schnell merken, wie teuer das Leben eigentlich ist. Soweit so gut. Jetzt kommt aber mein großes Aber. Die Projekte, die ich bisher bei Fliplife ausführen musste, hatten nichts mit anspruchsvollen, realen Aufgaben zu tun. Der spielerische Ansatz ist mir hier etwas zu realitätsfremd und ich war enttäuscht, dass ich Aufgaben lediglich durch Ablauf von Zeit erledigen konnte. Dennoch, wenn es Filplife schafft, mehr und mehr Unternehmen für sich zu gewinnen und die Tätigkeitsaufgaben noch genauer auf das tatsächliche Aufgabengebiet des jeweiligen Berufes abzustimmen, dann sehe ich hier großes Potenzial. Firmen haben so die Möglichkeit, sich positiv für Arbeitnehmer zu platzieren. Schafft man es jetzt noch, dass Unternehmen direkt in Form von wirklichen Jobangeboten auf die Gamer zugehen können, dann hätten wir hier eine neue Möglichkeit für Employer Branding geschaffen.

Natürlich interessiert mich jetzt noch Ihre Meinung zu Fliplife. Wer von Ihnen hat denn schon seine virtuelle Karriere gestartet und kann mir Seine Erfahrungen und Eindrücke schildern? Ich freu mich auf ein paar Feedbacks von Ihnen und sage tschüss, Ihre Bella Flip.

Kommentare

Ein Kommentar

  • 8. September 2012 bei 23:25

    Die Standard-Frage, die ich aktuell von vielen meiner Banken-Kunden höre: Was bringt es uns, wenn wir auf Facebook, Twitter & Co. unterwegs sind.

    In Ihrem Beitrag zeigen Sie es sehr anschaulich auf, bzw. die Fidor Bank macht es vor. Das ist nicht Werbung per Unterbrechung wie im Fernsehen, wo wir umschalten oder „weiterspulen“, das ist Werbung per ausdrücklicher Erlaubnis.

    Und noch einen Schritt weiter: die Fidor Bank baut die Brücke aus der virtuellen Welt hin zu handfesten Internet-Geschäftsmodellen. Der Multiplikator-Effekt für eine Riesen-Reichweite wird hier clever für den eigenen Business-Case genutzt.

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