Let´s talk about Gamification

Veröffentlicht von Madlen Lorenz / 5. Januar 2013 / , , / 4 Kommentare

Gamification – ich mag dieses Wort. Womöglich liegt es daran, dass es mich an meine Kindheit erinnert. Unbeschwertheit, Spaß, Leichtigkeit, Erfahrungen sammeln. Als ich das erste Mal über Gamification geschrieben habe, war ich fest davon überzeugt, dass sich diese spielerische Anwendung sehr schnell in der Bankenbranche in Deutschland verbreiten wird. Dem ist leider nicht so. Ich hatte gehofft, dass es sich schneller durchsetzt. In Amerika haben sich spielerische Anwendungen in der Finanzbranche bereits gut integriert. In Deutschland fehlt davon bislang noch jede Spur. Gamification ist in den Bereichen Marketing und Forschung zwar schon gut vertreten, allerdings tut es sich in der Bankenwelt noch schwer. Woran liegt das? Ist es schwierig eine solche Anwendung zu entwickeln oder bin ich einfach zu ungeduldig?

Wir haben bereits über mehrere Gamificationanwendungen berichtet und unser Feedback ist im Großen und Ganzen positiv ausgefallen. SmartyPig, Bobber -die GoalCard, SaveUp oder die IND-Group machen es bereits erfolgreich vor. Die IND-Group hat Anfang 2012 eine Umfrage zum Thema Gamification veröffentlicht, über welche auch vor kurzem die FinancialBrand berichtet hat. Die Umfrage zeigt, dass rund 72% der Banker Gamification für eine sinnvolle und überzeugende Ergänzung zum Online-Banking halten.

Vor allem aber das Wörtchen „fun“ trägt seinen Teil dazu bei. Spaß haben etwas zu tun, zu lernen und vor allem mit Spaß an die Dinge heran zu gehen. Dass dadurch gerade die jüngeren Kunden an die Finanzthemen herangeführt werden könnten, ist nichts Neues. Laut der Umfrage, sind über 60% der Befragten davon überzeugt, dass sich anhand solcher Anwendungen die junge Generation mehr mit den Thema Finanzen identifizieren könnte.

Auch die Spieleindustrie hat mit diesem Marketingansatz zahlreiche Games ins Leben gerufen. Das „Bankergame“ rund ums Geld, katapultiert die Spieler in das Leben eines Bankers. Die Wirtschaftssimulation versucht, dass sie sich kritisch mit dem Thema Finanzen auseinandersetzen, Zusammenhänge erkennen und Erklärungen zu bestimmten Ereignissen erhalten. Während des Spielverlaufes müssen sie sich Fachwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen aneignen, um letztendlich Geld zu verdienen und in der Rangliste aufzusteigen. Auch im Berufsleben wird die spielerische Anwendung genutzt, um Mitarbeiter zu schulen und potenzielle Arbeitnehmer zu finden. Die amerikanische Tochtergesellschaft des deutschen Siemenskonzerns hat mit dem Online-Spiel Plantville ein Simulationsspiel entwickelt, welches an Farmville oder Cityville angelehnt ist. Dem Konzern geht es hauptsächlich darum, den Kunden und der eigenen Belegschaft die Produktpalette zu präsentieren und sich nebenbei noch als attraktiver Arbeitgeber zu vermarkten.

Wenn wir es also genau nehmen, dann können wir mittlerweile in alle Bereiche unseres Lebens Gamificationanwendungen integrieren. Wir haben zumindest die Möglichkeit, täglich spielerisch an Prozesse und Aufgaben heran geführt zu werden.

Anbei ein kleiner Überblick:

Ich bin zuversichtlich, dass sich Gamification in den nächsten Jahren auch in der deutschen Bankenwelt etablieren wird. Der Trend wird sich auf jeden Fall rasanter verbreiten, als in den letzten Jahren, denn gefühlt haben noch nie so viele Menschen gespielt, wie heute. „Der Anteil der Spieler ist unter Abiturienten und Akademikern am höchsten. Jeder dritte Deutsche (35 Prozent) über 14 Jahren ist ein Gamer. 2008 war es nur etwas mehr als jeder Vierte (28 Prozent)“, sagt Tobias Arns, Gaming-Experte beim BITKOM.

Kommentare

4 Kommentare

  • 8. Januar 2013 bei 12:14

    Die Bankenbranche in Deutschland nimmt sich selber viel zu ernst und schüttelt empört den Kopf, wenn etwa mal eine Raika Drafi Deutscher singt. Genau deswegen hat es Gamification so schwer, obwohl für die Kunden eine echte Bereicherung wäre.

  • Madlen Fischer
    9. Januar 2013 bei 16:23

    Hallo Herr Kunze,

    womöglich ist es gerade deswegen so schwer Gamification zu etablieren, da es für die Bankenbranche nichts typisches ist (zumindest noch nicht in Deutschland). Es wird wohl noch eine Weile dauern, aber mit etwas Geduld und der richtigen Anwendung haben wir hier eine Möglichkeit, mit der man Banking zum „spielerischen“ Erlebnis machen könnte.

    Viele Grüße

  • Tina
    15. Januar 2013 bei 18:35

    Der Grund ist einfach: Die meisten Menschen interessieren sich einfach nicht für Bankprodukte und Finanzthemen. Höchstens 10-20% haben genug Interesse, um sich damit freiwillig auseinanderzusetzen. Es macht einfach viel mehr Spaß, einen Burger oder eine Spülmittelflasche zu designen, als mit dem eigenen Kontostand herumzuspielen.

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