Die App des Lebens

Veröffentlicht von Thomas Hochfeld / 7. Februar 2013 / , , , , , , / 4 Kommentare

Inspiriert zu diesem Blog Beitrag wurde ich durch die Fitness App „Fitocracy“. Diese versucht, den Spieltrieb der Menschen dazu zu nutzen, dass diese sich mehr bewegen und Sport treiben. Denn wer kennt es nicht, man hat gerade zum Jahreswechsel gute Vorsätze und schafft es nicht, sich über einen längeren Zeitraum zu motivieren. Der Grundgedanke dahinter ist sehr einfach. Bei „Fitocracy“ erfasse ich meine Fitness Aktivitäten und bekomme dafür jeweils Punkte gutgeschrieben, die  mich so Level für Level aufsteigen lassen. Um bestimmte Level zu erreichen, müssen aber noch zusätzlich sogenannte „Challenges“ absolviert werden. Dies können weitere Joggingkilometer sein oder auch Stretch-Übungen. Weiterhin gibt es noch sogenannte „Quests“. Dies sind freiwillige Aufgaben, bei deren erfolgreicher Absolvierung man weitere Punkte erzielen kann, um schneller auf der Level-Leiter zu steigen. Selbstverständlich darf der Social Network Aspekt nicht fehlen. „Fitocracy“ bietet hier die Möglichkeit sich Gruppen anzuschliessen, sich auszutauschen und natürlich sich gegenseitig durch direkte Vergleiche und Ranglisten zu motivieren.

Könnte man diese Methodik nicht auch auf unser Onlinebanking und Mobile Banking übertragen?

Zukünftig wird es immer wichtiger werden, sich positiv von den Mitbewerbern  abzugrenzen und die Kunden durch für sie nützliche Mehrwerte aus einer Hand an das eigene Unternehmen zu binden. Den ersten Schritt stellt zum Beispiel ein Personal Finance Management (PFM) Tool da. Dies bietet dem Kunden die Möglichkeit, seine Bankverbindungen in einem Portal zusammenlaufen zu lassen und wenn gewünscht, Einnahmen und Ausgaben zu analysieren, um einen besseren Überblick zu behalten. Außerdem hat er die Möglichkeit, sich für seine Träume und Wünsche eigene Sparziele zu setzen und darauf hinzuarbeiten. Das PFM unterstützt ihn dabei bei der Einhaltung seiner festgelegten Rahmenbedingungen. Denn auch beim Sparen ist es wie bei der Fitness, die Motivation muss aufrecht erhalten bleiben. Das PFM macht dabei die ersten Schritte, dies transparent darzustellen und bei Abweichungen darauf hinzuweisen. Um den Kunden besser zu motivieren, könnte man den Gamification Ansatz von „Fitocracy“ auf die Bank übertragen.

Stellen Sie sich vor, die Bank würde dem Kunden Quests zur Verfügung stellen, die er sich bei Bedarf laden kann. Angenommen, der Kunde hat geheiratet und lädt sich den Quest „Frisch verheiratet“. Daraufhin erhält er für ihn nützliche Hilfestellungen, wie z.B. „Beantragen Sie bei Namensänderung einen neuen Personalausweis“, „Kümmern Sie sich um gegenseitige Vollmachten“, „Anpassung der Steuerklasse“ oder auch „Namensänderungen an die Bank/Versicherung / Behörde mitteilen“. Mit dem Abschluss dieser Einzelaufgaben ist der gesamte Quest erfüllt. Ein weiterer Quest könnte auch die „Geburt eines Kindes“ sein. Dort bekommt der Kunde dann auch wieder Hilfestellungen zu den Themen Behördengänge, Beantragung Kindergeld/Elterngeld, aber auch zum ersten Sparkonto für das Neugeborene. Denkbar sind auch Quests, die zum einen nur spezielle Bankthemen umfassen, „Schäfchen ins Trockene gebracht“/„Staatliche Prämien beanspruchen“, aber zum anderen auch „bankfremde“ Themen wie z.B. „Vorsorgevollmacht“/„Patientenverfügung“/„Testament“. Mit der Erfüllung dieser Quests bekommt der Kunde analog der App „Fitocracy“ jeweils Punkte gutgeschrieben, die ihn analog der App, auf der Levelleiter immer weiter steigen lassen. Für den Kunden essentielle Themen, wie zum Beispiel SEPA,  könnte man als „Challenge“ anbieten. Erst die Erfüllung dieser berechtigt zum weiteren Levelanstieg.

Bei dieser „App des Lebens“, wie ich sie mal getauft habe, geht es darum, dem Kunden Hilfestellungen zu Ereignissen im Leben zu geben, die nicht alltäglich passieren. Der Kunde soll die Möglichkeit haben, spielerisch durch die Masse an Dingen, die in diesem Moment auf ihn einprasseln (gerade bei der Geburt eines Kindes) an die wichtigen Dinge erinnert zu werden. Dabei lässt sich der Social Network Aspekt der „Fitocracy“-App bei Bankthemen natürlich nicht einfach so übertragen. Hier wäre es maximal möglich, das Erfüllen eines Quests oder einer Challenge mit seinen Freunden zu teilen.

Welche weiteren Ideen haben Sie dazu? Ich freue mich über Ihre Anregungen!

Kommentare

4 Kommentare

  • 7. Februar 2013 bei 13:26

    Gute Idee, wer die Fitness-Apps selbst im Einsatz hat wird wissen, welchen Motivationsschub diese geben können.

    Als Mehrwert in einer App sind die Quests zu „Frisch verheiratet“, Geburt usw. sicher sinnvoll.

    Doch warum erst durch Social Media im Tablet- und Smartphone-Zeitalter?

    Als Bankkunde (A-,B, oder C-Kunde) erwarte ich von meinem Finanzberater, dass er mich in meinen Lebensphasen begleitet: Dass er mitbekommt, wenn ich heirate und mich bei der Geburt des ersten Kindes nicht nur mit dem obligatorischen 5-Euro-Gutschein versorgt, sondern mich auch bei allen notwendigen damit zusammenhängenden Themen wie Kinderngeld / Elterngeld usw. unterstützt.
    Auch im Vor-App-Zeitalter oder für noch nicht „App-affine-Kunden“ gehören diese Themen m.E. zum Pflichtprogramm eines guten Finanzberaters.

    Im nächsten Schritt dann eine App draufzusetzen in Kombination mit einem PFM-Tool ist sicher eine feine Sache.

  • ht
    ht
    7. Februar 2013 bei 14:23

    Hallo Herr Kiefer,

    ich wollte nun nicht den Eindruck erwecken, dass dies nur für „App-affine-Kunden“ gilt und stimme Ihnen in Ihrer Erwartungshaltung an Ihren Finanzberater auch zu. Aus meiner früheren Tätigkeit als Berater kann ich aber auch aus eigener Erfahrung berichten, dass es nicht so einfach ist mitzubekommen, ob eine Heirat oder Geburt stattgefunden hat. Meistens erfährt man das aus der Zeitung. Viele, gerade jüngere Kunden, bewegen sich heute nun einmal mehr in der Online-Filiale, wie in der eigentlichen Geschäftsstelle. Die Kontaktfrequenz zum Kunden nimmt eher ab. Daher war mein Ansatz als Hilfestellung zu verstehen, der dem Kunden bewusst machen soll, dass nun Veränderungen auf ihn zukommen, er diese berücksichtigen sollte und bei Bedarf seinen Berater um Hilfe bitten kann.
    Für die weniger „online-affinen-Kunden“ gilt natürlich die von Ihnen genannte Begleitung in allen Lebensphasen durch den Berater. Daher bilden sich unsere Berater auch ständig weiter und lassen sich zertifizieren, um auch über andere Themen (Elterngeld, Vorsorgevollmacht, usw.) im Sinne des ganzheitlichen Beratungsansatzes informieren zu können.

    Viele Grüße
    Thomas Hochfeld

  • Hallo Herr Hochfeld,

    klasse Idee: App-des Lebens“. Ich bin mir sicher, dass Vorsorgethemen weitere Medien als nur Buch, Mappe und persönliche Beratung brauchen – sogar nötig sind.
    Mir gefällt Ihre Aufgabenstellung sehr gut, gerade weil ich als Inhaber der GenerationenBeratung M.Winkler ständig damit befasse, wie kann man es schaffen, TabuThemen, wie die 4 Säulen der persönlichen Vorsorge: Vollmachten,Verfügungen, Pflege und Testament zugänglich und umsetzbar für jedermann zu gestalten.
    Ich würde mich daher sehr freuen, Sie persönlich kennen zu lernen. Vor meiner nächsten Trainings-Veranstaltung in der Volksbank Bühl melde ich mich bei Ihnen – Vielleicht klaplpt ein persönlicher Gedankenaustausch.

    Herzliche Grüße,
    Margit Winkler
    GenerationenBeratung

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