FinovateEurope 2013 – Nachlese

Veröffentlicht von Franz Sebastian Welter / 14. Februar 2013 / , , , / 7 Kommentare

Kaum begonnen und schon wieder vorbei. Leider. Bereits zum dritten Mal gastierte die Finovate in einer richtig schönen Location, direkt an der Themse gelegen, in London. London ist neben New York, Singapur und San Francisco einer der 4 Austragungsorte. Die Finovate ist mittlerweile wohl die bekannteste „Konferenz“ für StartUps und Innovationen in der Finanzdienstleistungsbranche. Jedenfalls ist mir keine vergleichbare internationale Konferenz bekannt. Das besondere an der Finovate?

Die Unternehmen haben jeweils 7 Minuten Zeit, ihre Innovation dem Publikum zu präsentieren – und zwar ohne Folienschlacht. Powerpoint ist verboten. Erlaubt sind ausschließlich Live-Demos. Die Kombination aus Live-Demos, 7 Minuten Präsentationen und ausreichend Zeit zum Netzwerken zwischen den Sessions sorgt für angenehme Kurzweiligkeit. Und ohne diese besagte Kurzweiligkeit wäre es auch nur schwer erträglich, sich 64 Vorträge in 2 Tagen reinzuziehen. Alle präsentierenden Unternehmen sind mit „Messe-Ständen“ vertreten (siehe Bild oben) und stehen dem interessierten Publikum Rede und Antwort. Für mich ein echtes Highlight, weil es sich so ergibt, digitale Kontakte sozusagen im Real-Life kennen zulernen.

Was waren die Themen der Finovate? Erwartungsgemäß dominierten die Themen Mobile Payments, Mobile Banking und Personal Finance Management die Finovate. Bei 64 Präsentationen gab es aber natürlich auch viele Themen aus anderen Bereichen wie z.B. Security, Moneytransfer, Beratungstools und Online-Banking. Suprise, Suprise Mobile wird das nächste Big Thing 😉 Jeder arbeitet mit Hochdruck an neuen Services, mobile Banking Applikationen, dem mobilen Zahlungsverkehr usw. An dieser Stelle kann ich natürlich nicht auf alle Präsentationen der Finovate eingehen, aber ich möchte hier einige meiner persönlichen Highlights vorstellen. 

Moven(bank)

Brett King hat eine aktuelle Version der moven App vorgestellt. Das hat mich natürlich brennend interessiert, weil ich als europäischer Nutzer bisher nur Fragmente der Movenbank zu sehen bekommen habe (BTW: Die Movenbank heißt jetzt nur noch moven). Was ich an Brett King besonders mag, ist die Art und Weise wie er logische Argumentationsketten aufbaut und daraus seine Prognosen für das Banking der Zukunft ableitet. Es macht Spaß ihm zuzuhören. Sein Credo „Banking will no longer be a place you go, but just something you do…“ haben wir bereits hier im Blog in Form eines Interviews vorgestellt. Aber nun zur App. Durch einen Sticker auf der Rückseite eines Smartphones kann der Nutzer einfach und schnell bezahlen und bekommt weitere Informationen in der App zur Verfügung gestellt. Zum Beispiel wieviel Geld bereits im Monat für eine bestimmte Sache ausgegeben wurde. Es gibt verschiedene Auswertungsmöglichkeiten und kontextbasierte Informationen. Außerdem kann man auf unterschiedlichste Art Geld an Freunde schicken. Schönes Design, vielversprechender Ansatz und somit berechtigterweise ein „Best of Show Winner“ der FinovateEurope 2013.

      

Crédit Agricole 

Die Crédit Agricole hat etwas getan, was heute für Banken (noch) nicht normal ist. Sie haben Schnittstellen entwickelt, diese offen gelegt und Entwickler Apps programmieren lassen. Die Aussagen von Crédit Agricole sprechen für sich. Vor dem App Store belief sich die Entwicklungszeit einer App auf ungefähr 2 Jahre, bereits 6 Monate nach Veröffentlichung des App Stores waren 19 neue Apps verfügbar. Und es sind Apps entwickelt worden, auf die kein Banker gekommen wäre (Aussage Credit Agricole).  Open Innovation par excellence. Chapeau! Berechtigterweise gab es auch hierfür einen „Best of Show“ Award.

mBank

Die polnische mBank präsentierte ein cutting edge Online-Banking. Insgesamt 10 Innovationen wollen die Polen in ihrem neuen Online-Banking integriert haben. Leider hat die Zeit nicht ausgereicht alles vorzustellen. Gezeigt wurde die tiefe Integration von Personal Finance Management auf Basis Meniga, der Möglichkeit Geld via Sozialer Netzwerke oder Handy an andere Personen zu schicken sowie ein Reward Programm mit weitreichender Anbindung an Facebook. Außerdem bietet das neue Online-Banking auch Videoberatung. Alles natürlich in einem wirklich sehr ansehnlichen Design. Die mBank zeigt damit, was heute im Banking schon möglich ist und wie ein zeitgemäßes Online-Banking aussehen kann. Auch die mBank hat einen „Best of Show Award“ erhalten.

      

ETRONIKA

Auch ETRONIKA präsentierten ihr neues Banking System. Insbesondere das Responsive Design wusste zu überzeugen. Aber sehen Sie am besten selbst. Von ETRONIKA gibt es nämlich schon ein hübsches Video zum neuen Banking-System.

HOLVI

Die Finnländer sind eine symphatische Truppe und überaschten mit einem komplett anderen Ansatz. Templates für Konten. Und für diese Templates gibt es einen Template Store. Ein Template ist so etwas wie ein kontextbezogenes Konto, das dem Kontext entsprechend Features und Services aufweist. HOLVI verdeutlichte das am Beispiel Hochzeit. In diesem Template gibt es automatisch verschiedene Subkategorien und Budgets, die es ermöglichen den Überblick über typische Einnahmen und Ausgaben in Bezug auf eine Hochzeit im Überblick zu behalten. Es soll auch möglich sein, aus so einem Template Crowdfunding Aktivitäten zu starten, um beispielsweise gemeinsam auf eine Hochzeitsfeier zu sparen. Außerdem können sich an Templates bestimmte Servicedienstleister ankoppeln und für Mehrwerte sorgen. Die Bank kann passende Informationen und Produkte zum jeweiligen Template bereitstellen usw. Solche Templates können aus dem Template Store geladen werden oder man erstellt ganz einfach ein neues Template. In den nächsten Tagen oder Wochen werden wir hier im Blog auch ein Interview mit HOLVI veröffentlichen. Spannender Ansatz und ebenfalls ein Best of Show Award.

  

Neben den bisher vorgestellten Ansätzen gab es noch zahlreiche andere sehenswerte Innovationen und StartUps, die in weiteren Blog-Beiträgen vorgestellt werden. Mich hat gefreut, so viele deutsche StartUps wie nie zuvor auf einer Finovate zu sehen. Dabei waren unter anderem SumUp und Pockets United (beide ebenfalls mit Best of Show Award), Ayondo mit interessanten Weiterentwicklungen ihres Social Trading Ansatzes, Figo und BörseGo. Insgesamt bleibt mir zu sagen, dass es eine sehr spannende Veranstaltung war und viel Spaß gemacht hat. Ich kann jedem nur empfehlen, für die nächste Finovate ein Early Bird Ticket zu kaufen (dann ist die Veranstaltung selbst mit Reisekosten günstiger, als die meisten 2-Tagesseminare) und die Finovate zu besuchen. Ein Besuch bringt mehr als die meisten Trend- und Innovationsseminare und  auch mehr als manch ein Unternehmensberater… 😉

Kommentare

7 Kommentare

  • 14. Februar 2013 bei 18:11

    Hallo Franz,

    perfekt geschrieben und auf den Punkt gebracht. Man hat fast das Gefühl dabei gewesen zu sein. Wir müssen jetzt doch nochmal über das Buch sprechen.

    gruss Boris

    • fsw
      fsw
      14. Februar 2013 bei 18:55

      Hi Boris,

      klar, lass uns drüber sprechen. Vielleicht ergibt sich am Montag die Gelegenheit.

      Gruß
      Franz

  • socialgarden
    15. Februar 2013 bei 7:48

    Hallo Franz,

    mir bleibt nichts anderes übrig als sich Boris anzuschliessen.

    Da ich moven schon kannte, hat mich die Banktron DEMO absolut überzeugt.

    Gruß

    Michél

    • fsw
      fsw
      15. Februar 2013 bei 20:27

      Danke für deinen Kommentar Michel. Banktron hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
      Viele Grüße
      Franz

  • 18. Februar 2013 bei 11:24

    Toller Bericht und auch sehr hilfreiche Fotos!

  • fsw
    fsw
    18. Februar 2013 bei 22:19

    Danke Herr Borgmeier!
    Viele Grüße
    Franz Welter

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