Amex Sync – Bezahlen per Twitter

Veröffentlicht von Maik Jost / 1. März 2013 / , / 1 Kommentar

Im Internet ist es üblich per Kreditkarte oder PayPal zu bezahlen. Neuerdings kann man dank einer Kooperation von American Express und Twitter auch mit Hashtags (#) bezahlen. Wird sich das Hashtag-Shopping als eine Möglichkeit im Worldwideweb beim Kunden durchsetzen?

Die beiden Unternehmen haben ein Rabatt-Programm für US Kunden in das Leben gerufen, bei dem aus dem Doppelkreuz-Zeichen „#“(auf engl. Hashtag) eine Möglichkeit zum Bezahlen wird. Dabei kann man ausgewählte Angebote in zwei Schritten online kaufen oder Rabattgutscheine in Anspruch nehmen. Um an dem Einkaufen per Twitter teilnehmen zu können, benötigt man eine geeignete American Express Kreditkarte. Diese muss der Inhaber zuerst bei Amex Sync mit Hilfe seines Twitterkontos verknüpfen. Wird ein bestimmter Hashtag getwittert, beispielsweise „#BuyAmexGiftCard25“, schickt das Konto von @AmexSync bezogen auf diesen Tweet eine Antwort mit einer Bestätigungsnachricht. Per Retweet auf diese Nachricht schickt American Express eine Email an den Nutzer. Dieser hat dann 15 Minuten Zeit, das gewählte Produkt zu bestätigen. Sobald diese Bestätigung erfolgt, wird die Kreditkarte belastet und das ausgewählte Produkt an die gewünschte Lieferadresse gesendet. Aus dem sozialen Netzwerk wird so ein Einkaufs- und Bezahlsystem.

Ordentliche Rabatte und Nachhaltigkeit für Haitis Wirtschaft
Aktuell gibt es bereits einige Angebote:  Den Kindl Fire, eine Xbox360 oder eine Geschenkkarte im Wert von 25$, die man besonders rabattiert kaufen kann. Die Angebote erscheinen in den Favoriten auf der Twitter-Seite von @AmericanExpress.  Die Organisation Urban Zen vertreibt über Amex Sync ein Armband, dessen Ertrag einem Handwerksprojekt in Haiti zu Gute kommt. Damit soll die Wirtschaft der Insel wieder angekurbelt werden.

 

Hashtag-Shopping in Deutschland?
Es sind keine Informationen bekannt, dass bei Erfolg des Experiments Amex Sync auch den Weg nach Europa oder gar Deutschland sucht, aber dennoch eine Einschätzung von mir: Das soziale Netzwerk Twitter  hat ca. 500 Mio Mitglieder und eine Untersuchung hat ergeben, dass es in Deutschland ca. 825.000 deutschsprachige Twitterkonten gibt. Das ist eine gewaltige Steigerung, wenn man bedenkt, dass es 2011 50% weniger Nutzer in Deutschland waren. Dennoch scheint die Nutzung von Twitter hierzulande noch recht verhalten, was das Etablieren eines Hashtag-Shoppings in Deutschland erheblich erschweren würde. Durch Amex Sync wird jeder Teilnehmer zu einem Werbebotschafter, weil jede Inanspruchnahme eines Angebots getwittert wird.  Es ist nicht möglich, in den Genuss  eines Rabattes zu kommen, ohne es in die Welt hinaus zu zwitschern. Darüber hinaus ist die Bestellung selbst relativ umständlich, da erst mehrere Nachrichten geschrieben und bestätigt werden müssen. Bei manchen Versandhäusern hingegen, genügt heute schon nur ein Klick, um etwas zu bestellen. Auch ist man heutzutage bei Apps beispielsweise nur ein Checkin davon entfernt, damit man einen Rabatt bekommt. Skeptisch könnte man auch in Bezug auf den Datenschutz werden, da Sicherheitsprobleme auftreten können und sensible Daten an Dritte abgefangen oder geklaut werden können. Twitter könnte zudem Schaden davon tragen, dadurch dass bereits jetzt schon viele Fake-Accounts angelegt wurden, nur um spezielle Gutscheine oder Angebote abzugreifen. Der Sinn des sozialen Netzwerks wird dadurch keineswegs gefördert.

Chance für Banken und Händler
Mit dem Bezahlen per Twitter soll versucht werden, Kunden zum spontanen Einkaufen zu animieren. Die Kunden können so Schnäppchen jagen und die ganze Welt daran teilhaben lassen. Für Banken könnte es, ähnlich wie bei den standortbasierten Diensten, eine Ergänzung zum klassischen Marketing darstellen. Zwar würde man nicht online ein klassisches Bankprodukt abschließen, sondern eher Gutscheine, beispielsweise für besondere Mehrwertprogramme oder Mitgliederevents erwerben. Der Werbeeffekt, das man ein solches Angebot in Anspruch genommen hat könnte hier größer sein, als bei Foursquare und Co. Für kleinere Händler und mittelständische Unternehmen wären die Möglichkeiten schon etwas größer, da hier ein weiterer Vertriebskanal für ihre Waren und Dienstleistungen erschlossen werden könnte. Allerdings sind es momentan eher Großunternehmen, die größere Projekte starten und extreme Lockangebote, wie die Giftcard von 25$ für 15$ anbieten, um Amex Sync erst einmal ins Rollen zu bringen.

Fazit
Meiner Meinung nach ist es aktuell aus Sicherheitsgründen kaum vorstellbar, das Banken oder Kreditkartengesellschaften in Deutschland Kooperationen mit einem sozialen Netzwerk eingehen. Zudem spielt die geringe Reichweite und die Einstellung an einem solchen Programm teilzunehmen eine große Rolle. American Express ist hierzulande relativ gering verbreitet, Twitter wird noch zu wenig genutzt und die vielen Deutschen nutzen entweder ihre Kreditkarte direkt, bezahlen per PayPal oder Lastschrift. Es wäre schon eine kleine Revolution im Onlineshopping und ich finde es eine wirklich interessante Idee mit einem Tweet oder übertragen auf andere soziale Netzwerke mit einem Post zu bezahlen. Mich würde vor allem interessieren wie Sie darüber denken. Was halten Sie von Amex Sync und dem bezahlen per Hashtag?

Kommentare

Ein Kommentar

Nachricht hinterlassen

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.