Mobile Photo Services – Überweisung abgeblitzt?!

Veröffentlicht von Maik Jost / 22. April 2013 / , , / 3 Kommentare

Kamera an. Foto machen. Rechnung bezahlt! Wenn es nach dem Unternehmen MitekSystems geht, könnte das bald eine gängige Möglichkeit werden, wie der moderne Mensch seinen mobilen Zahlungsverkehr erledigt. Das mobile Bezahlen oder Einkaufen ist ein sehr spannendes Thema in der Finanzbranche.

In den USA will die U.S. Bank in Minneapolis die erste Bank sein, die ihren Kunden das Bezahlen per Fotografie ermöglicht. In einer Kooperation mit MitekSystems soll in die Banking App ein Tool eingebaut werden – ein sogenanntes “Mobil Photo Bill Pay“ mit dem der Kunde eine Rechnung abfotografieren kann, und dann wereden die Daten automatisch in eine Überweisungsmaske eingefügt. Per PIN wird dann nur noch die Transaktion bestätigt und durchgeführt.

Doch nicht nur das Bezahlen von Rechnungen, sondern auch das Abfotografieren von Schecks zur Gutschrift auf ein Konto oder Umbuchungen ist möglich. Es kann sogar eine Authentifizierung per Fotografie durchgeführt werden, was beispielsweise wiederum Kontoeröffnungen ermöglicht.

Bereits 564 verschiedene amerikanische Banken haben sich für Mitek’s Technologie angemeldet, darunter auch die 10 größten US-Banken. Das ist meiner Meinung nach eine beträchtliche Menge und klingt ziemlich erfolgversprechend. Die Nutzung der Technologie hätte auf jeden Fall einige Vorteile. Sie erspart dem Anwender, das lästige Abtippen von Rechnungsdaten. Die Fehlerquote beim Eingeben von Kontonummer und Bankleitzahl wird reduziert oder gar vermieden – vorausgesetzt, die Kamera und die App funktionieren einwandfrei. Übertragen wir das mal in den SEPA Zahlungsraum, wo demnächst internationale Kontonummern von bis zu 31 Stellen Standard sein werden, ist das eine sehr dankbare Weiterentwicklung des Mobile Banking.

Leider gibt es noch keine Rezensionen zu der Anwendung der Banken und somit bleibt wohl abzuwarten, ob das Abfotografieren eines Schecks oder einer Rechnung so reibungslos funktioniert, wie im Video beschrieben. Häufig werden Schecks sowohl in den USA als auch hier in Deutschland per Hand ausgefüllt, was die Chance auf Erfolg der fehlerfreien Erkennung deutlich senken würde. Zudem ist eine gute Kamera im Smartphone Voraussetzung, um eine solche Anwendung nutzen zu können. Auch hierzulande gibt es beispielsweise mit der Postbank, der comdirect und der Deutschen Bank bereits Finanzinstitute, die ein solches Tool in ihrem Mobile Banking integriert haben. Allerdings gelten auch hier die gleichen Problemstellungen.

Eine weitere Alternative, die bereits Einzug hält, ist das Scannen eines QR-Codes, der alle nötigen Überweisungsdaten enthält. Das Lesen und Erstellen eines QR-Codes ist heutzutage kein Problem mehr, und es finden sich immer häufiger auch solche auf Rechnungen wieder. Zudem gibt es zahlreiche kostenfreie Anbieter wie beispielsweise Stoeger IT, die das Erstellen eines solchen Bezahlcodes ermöglichen:

Der Vorteil der Bezahl-QR-Codes gegenüber dem Fotografieren des Überweisungsträgers könnte eindeutig in der Lesbarkeit der Daten stecken. Auch in der nächsten VR.de App soll es eine Integration des QR-Code-Scanners geben.

Was halten Sie davon, Überweisungen und Bezahlvorgänge per Foto zu tätigen und welche Technologie wird sich durchsetzen?

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