Die lernende Bank – überlebt Ihre Bank die nächsten 10 Jahre?

Veröffentlicht von Franz Sebastian Welter / 13. Mai 2013 / , / 0 Kommentare

Die Geschwindigkeit, in welcher Unternehmern lernen, wird die einzige nachhaltige Quelle für Wettbewerbsvorteile sein. So oder so ähnlich wird Peter Senge zitiert – ein Vordenker auf dem Gebiet der Organisationsentwicklung. Was bedeutet das Konzept für Banken? Gibt es die lernende Bank schon heute? 

In folgendem Video gehen Amy Edmonson und David Garvin (beide Proffessoren an der Harvard Business School) auf das Konzept der lernenden Organisation ein. Sie beschreiben die lernende Organisation als einen Raum, in dem Wissen generiert, identifiziert, interpretiert, gespeichert und last but not least in der Form genutzt wird, dass sich das Verhalten der Organisation aufgrund des neuen Wissens verändert. Damit das gelingt, müssen Lernprozesse implementiert, eine geeignete Umgebung für das Lernen geschaffen und eine Führungskultur implementiert werden, die die Entwicklung neuer Ideen und neues Wissens nicht nur zulässt, sondern sie vielmehr aktiv fördert und unterstützt.

In dem Video wird darüber hinaus die These aufgestellt, dass die Geschwindigkeit mit der Unternehmen lernen, der einzige nachhaltige Wettbewerbsvorteil sein könnte, weil Produkte und Prozesse realtiv schnell kopiert werden können. Es wird weiter die These vertreten, dass ein Unternehmen, dessen Anpassungsgeschwindigkeit geringer als die Veränderungsgeschwindigkeit der Umwelt ist, zurück fällt und über kurz und lang nicht wettbewerbsfähig bleiben kann. Das ist natürlich eine harte These (wenn ich sie auch für richtig halte). Überlegen Sie mal, wie rasant sich unsere Umwelt getrieben durch diverse Megatrends und nicht zuletzt die technologische Entwicklung verändert und wie behäbig manch ein Unternehmen und auch Banken darauf reagieren…

An dieser Stelle möchte ich mal versuchen die Brücke zu den Themen Social Media bzw. Innovations- und Wissensmanagement in Banken zu schlagen. Soziale Medien haben das Potenzial Lernprozesse radikal zu verändern. Und nicht nur individuelle Lernprozesse des Einzelnen sondern auch organisationale Lernprozesse. Die Art und Weise wie Unternehmen heute neues Wissen identifizieren und im Unternehmen verarbeiten wird sich durch das Internet radikal beschleunigen. Kunden können in Entwicklungs- oder Innovationsprozesse integriert werden (Crowdsourcing, Open Innovation) und Mitarbeiter über interne Plattformen an Entscheidungs- und Ideenentwicklungsprozesse teilhaben oder Wissen teilen (Enterprise 2.0). In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf einen älteren Artikel zum Thema „Social Media und Innovationsfähigkeit von Unternehmen“ hinweisen, in welchem der Gedanke, dass sich Social Media positiv auf die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens auswirken könnte, etwas konkretisiert wird.

Falls die These richtig ist, dass die Geschwindigkeit mit der Unternehmen lernen, der einzige nachhaltige Wettbewerbsvorteil ist, müssen wir beim Einsatz sozialer Medien, die Vision der lernenden Organisation vielleicht intensiver diskutieren, als das bisher der Fall war. Heute wird immer noch zu sehr auf einem konkret messbaren Social Media ROI herumgeritten. Klar kann man Social Media über diverse Kennzahlen messbar machen. Und wahrscheinlich ist das auch sinnvoll. Vielleicht liegt aber der wahre Nutzen sozialer Medien viel tiefer in der Unternehmens-DNA vergraben und zeigt sich erst einige Jahre später…

Wie ist Ihre Meinung dazu? Viele von unseren Lesern arbeiten für eine Bank… Deshalb interessiert mich besonders Ihre Meinung. Warum ist Ihre Bank (k)eine lernende Bank? Was müsste in Ihrer Bank geändert werden, damit diese zu einer lernenden Bank wird? Was sind die größten Innovationshürden? Falls Sie schon für eine lernende Bank arbeiten: was macht Ihre Bank richtig?

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