PayTouch – The Power of Fingers

Veröffentlicht von Tanja Kaufmann / 28. Mai 2013 / Innovationen / 0 Kommentare

Es ist doch erstaunlich was wir alles mit unseren Fingern machen können. Mit dem Daumen zocken wir an Konsolen, mit dem Zeigefinger wird getoucht, gewischt und geklickt oder mit Vettel gefeiert, mit dem Mittelfinger drücken wir unsere Sympathie zu jemanden aus, der Ringfinger dient als Platzhalter für hübsche Accessoires und mit dem kleinen Finger besiegeln wir Versprechen. Neben dem traditionellen bargeldlosen Zahlungsverkehr tobt unter den modernen Bezahlungssystemen wie mobile payment und dem kontaktlosen Bezahlen per Near-Field Communication (NFC) Technologie ein hart umstrittener Kampf, in dem nun auch ein weiterer Konkurrent mitmischt.

“The World at your fingertips” – so lautet der vielversprechende Slogan von PayTouch. Bezahlen per Berührung – die elementare Botschaft des innovativen Zahlungssystems steckt bereits im Namen. PayTouch ist einfach und unkompliziert in seiner Handhabung und bietet dazu ein hohes Maß an Sicherheit. Kein Bargeld. Keine PIN. Keine Unterschrift. Nur die Macht deiner Finger. Einzigartigkeit ist bei PayTouch Programm, denn sein System basiert auf dem biometrischen Fingerabdruckverfahren. Jeder Mensch ist durch die charakteristischen Hautrillen, die sogenannten Minutien, eindeutig identifizierbar. Sie sind einzigartig und unveränderlich. Die Authentifizierung mittels biometrischer Charakteristika eignet sich daher für die Identifikation der Person und die Verifizierung von Transaktionen besonders gut. Das praktische am Fingerabdruck – man kann ihn nicht vergessen oder verlieren. PayTouch setzt in Punkto Sicherheit beim Scannen der Fingerabdrücke am Terminal auf elektrische Pulssensoren, die eine „Lebenderkennung“ vornehmen, d.h. es wird überprüft, ob es sich bei dem aufgelegten Finger um einen Lebenden, Gefälschten oder Imitierten handelt.

Außerdem optimiert PayTouch die Sicherheit der Personenidentifizierung durch die Nutzung zweier Fingerabdrücke statt einen und verwendet den Sicherheitsstandard PCI DSS (Payment Card Industry Data Security Standard), eine internationale Verfahrensrichtlinie für Kartenorganisationen. Um PayTouch zu nutzen, erfolgt zunächst die Erstellung eines Accounts. Bei der Registrierung werden persönliche Daten und die entsprechenden Bankdaten angegeben. Damit das Bezahlen per Fingerabdruck auch funktioniert, wird das erstellte Profil mit den biometrischen Daten verknüpft. Hierfür muss der Nutzer persönlich bei einer PayTouch Eintragungsstelle vorbeikommen. Beim Einscannen der biometrischen Daten bleibt es dem Nutzer selbst überlassen, ob er die Fingerabdrücke seines rechten Zeigefingers und Mittelfingers oder seines linken Mittelfingers und Ringfingers für das Zahlungssystem verwenden will. Sind die biometrischen Daten mit den anderen Daten verknüpft und bei den entsprechenden Debit- wie Kreditkarten hinterlegt, kann man ab sofort überall bei den jeweiligen PayTouch-Akzeptanzstellen in weniger als 5 Sekunden bezahlen.

Die Nutzung von PayTouch ist für den Kunden mit weiteren Zusatzleistungen verbunden, angefangen bei Rabatten, Bonusprogrammen und Aktionen bis hin zu exklusiven Zutritten in VIP-Lounges und komfortablem Hotel Check-in. Über die Webplattform hat der Nutzer Zugriff auf seine getätigten Transaktionen und Bonusprogramme, kann die teilnehmenden Unternehmen einsehen und Einstellungen an seinen persönlichen Daten wie verknüpften Karten vornehmen.

Und wer hat’s erfunden?

Ob man es glaubt oder nicht, das junge Startup stammt aus Europa. Um genauer zu sein aus dem sonnigen Barcelona. Dort wird PayTouch bereits im Ushuaïa Ibiza Beach Hotel eingesetzt. Der Einsatz von PayTouch ist nicht nur in Hotels, sondern auch in Restaurants und im Einzelhandel geplant. Nächstes Jahr soll die neue Technologie die USA und Europa erreichen.

In naher Zukunft wird die biometrische Technologie auch den Bankenbereich revolutionieren. Banken wären als Eintragungsstelle zum Einscannen der Fingerabdrücke gut geeignet, so lässt sich das Erfassen und Scannen der relevanten Daten gleich mit der Kontoeröffnung und dem Kundenstammvertrag verknüpfen. Im Kassenbereich wird es auch grundlegende Veränderungen geben. Bisher leistet der Kunde bei Einzahlungen, Auszahlungen, Umbuchungen und EZÜs (Elektronischer Zahlungsverkehr für Überweisungen) entweder noch ganz traditionell eine Unterschrift auf Papier oder elektronisch auf einem Signaturpad. Mit dem biometrischen Verfahren würden diese Vorgänge nur wenige Sekunden dauern. Besonders ältere Menschen, die in ihrer kalligrafischen Motorik beeinträchtigt oder sehbehindert sind profitieren davon. Vom Kassenbereich geht der nächste Schritt zur Modernisierung der Geldausgabeautomaten. Unkompliziert und bequem gelangt der Kunde an sein Geld – ohne lästiges Herauskramen seines Hartplastiks und bösen Überraschungen bei Nichtfunktionieren seiner Karte bei defektem Chip oder Magnetstreifen. Mit Wegfall des Hartplastiks entfallen auch Kosten wie Wartefrist, die eine Ersatzkartenprägung mit sich bringt. Auch in das Händlergeschäft kommt frischer Schwung. Legitimationsprüfung, das Handling mit den Karten – chip- oder magnetstreifen basierte Transaktionen – und das geliebte Wechselgeld gehören der Vergessenheit an. Nie war Bezahlen so einfach und schnell. Warum unnötig den Geldbeutel mit dem ganzen Edelmetall, Papier und Hartplastik mitschleppen oder auf die Akkuleistung des Smartphones vertrauen, wenn es doch viel einfacher geht?

Wir dürfen also gespannt sein.

„Du bist einzigartig und deine Fingerabdrücke sind es auch.“

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