TrustEgg – Wenn die Küken das Nest verlassen.

Veröffentlicht von Anja Gempler / 11. Juni 2013 / , , , , / 0 Kommentare

„At TrustEgg we’re combining the simplicity and security of a trust fund with the power of social networks to create a revolutionary child savings product.“

Kaum „aus dem Ei entsprungen“ wollen Eltern für ihre Kinder nur das Beste. Dazu gehört natürlich ein Studium, eine gute Ausbildung, das erste eigene Auto, etc. Eine ganz schön kostspielige Angelegenheit, wenn der junge Erwachsene dann vielleicht auch noch ins Ausland will. Für das finanzielle Polster (nest egg) muss man rechtzeitig anfangen zu sparen. Geld für die Ausbildung der Kinder zurücklegen zählt laut aktueller Studie zu den wichtigsten Sparzielen der Deutschen.

Und dann sind da ja noch Oma, Opa, Tante, Onkel, und die ganzen lieben Menschen, die den Kindern zum Geburtstag, zu Weihnachten, zu Ostern, usw. fleißig Geschenke machen. Und weil der oder die Kleine schon so viel Spielzeug hat, gibt’s… – genau – Geld. Das kann entweder gleich in ein neues Spielzeugauto oder eine schicke Puppe investiert werden, oder langfristig für die Zukunft des Kindes angelegt werden.

Das ist keine Neuigkeit. Das wissen Sie bereits.

An dieser Stelle komme ich zu TrustEgg:

TrustEgg verspricht der US amerikanischen Bevölkerung ein revolutionäres Kindersparprodukt. Revolutionär – klingt sehr vielversprechend, warum ich mit großer Erwartung und Spannung an das Thema ging.

„TrustEgg will be the first option for those who seek a savings experience that is smart, simple, and attuned to customers‘ personal and social lives.“


Und das geht dann so:

1. Anmelden und das Kind hinterlegen. Kostenlos und sicher.

2. Geld hinzufügen über MasterCard, VISA oder die eigene Bank.

3. Andere hinzufügen.

Hier hat man die Möglichkeit Familie und Freunde über den Account zu informieren (per Mail). Diese können kostenfrei Geld überweisen und Nachrichten hinterlassen.

4. Die Ersparnisse wachsen.

Das Geld wird in einen Investmentfond (UTMA, The Wellington Fund von Vanguard) investiert. Ist das Kind 18 Jahre alt, kann es das Geld zu jedem Anlass abheben und ausgeben.

Mit einer Animation kann man die Wertentwicklung (Kalkulation: 6 % Rendite) der Ersparnisse, je nach Einstiegsalter des Kindes und des monatlichen Sparbeitrages, bis zum 18. Lebensjahr des Kindes verfolgen.

Die Vorteile:

1. Es ist ganz einfach.

Mit TrustEgg hat man in Sekundenschnelle online, kostenlos und ohne Aufwand einen Investmentfond eröffnet.

2. Die Familie und Freunde werden mit einbezogen.

Für alle, die ihren Teil beisteuern möchten hat TrustEgg eine einfache Lösung gefunden.

Die Eltern laden Familie und Freunde über eine generierte Einladung dazu ein, Geld kostenlos in den Fond zu überweisen. Sie können dazu sogar eine private Nachricht über den TrustEgg Account hinterlassen.

3. Es ist flexibel.

Wenn die Küken mit 18 Jahren das Nest verlassen, haben sie Zugang zu ihrem Account und können das Geld kostenlos abheben und für alles verwenden, das nun auf sie zukommt. Sie sind nicht daran gebunden, es für die Ausbildung zu nutzen.

4. Es ist anpassungsfähig.

Für die Eröffnung des Accounts bei TrustEgg muss kein Mindestbetrag eingezahlt werden. Man kann bereits mit einem Dollar starten. TrustEgg berechnet eine jährliche Gebühr von 0,89 %, die sämtliche Verwaltungsgebühren (für die Vanguard Group) beinhaltet.

5. Es gibt keine Limits.

Keine Einschränkung bei Zuzahlungen.

Kritik?

Über bestimmte Dinge hab ich mir noch einmal Gedanken gemacht. Ist hier wirklich kein Haken?

1. Fast keine Gebühren.

Nur 0,89 % Gebühren klingt im ersten Moment sehr günstig. Der durchschnittliche Kostensatz bei Vanguard direkt ist allerdings mit 0,19 % deutlich geringer. Für Investmentfonds liegen die Kosten bei der der Vanguard Group zwischen 0,05 % und 0,89 %.

Statement von TrustEgg: „The main reason we can charge such a low rate, and the founding principle of our company, is that with increasing options, come increased prices. The current financial services industry, in an effort to differentiate themselves, provides an extraordinary amount of choices… choices most people don’t need or want, and it increases the costs.“

2. Verfügung bereits ab 18 Jahren.

Viele Eltern werden dieses Verfügungsalter wahrscheinlich als zu früh empfinden. Sie möchten das hart Ersparte länger unter ihrer Kontrolle behalten. Vor allem weil die Verwendung des Geldes nicht festgelegt ist.

3. Sicherheit

Mehrmals wird erwähnt, dass das Vermögen bei TrustEgg auf jeden Fall gesichert ist.

Statement von TrustEgg: „Definitely. If TrustEgg has to close its doors, or destroyed by an act of god, the underlying accounts would be transferred to another Trust Co, or the child’s parent/guardian would be named custodian. This would be done at the discretion of the State Division of Financial Institiutions.“

4. Transparenz

Das Kind kann mit 18 Jahren nicht nur über das Geld verfügen, sondern anhand einer Historie nachvollziehen wer wann wie viel überwiesen hat. Ist das nicht etwas dekadent?

Einen wirklichen Haken habe ich nicht gefunden, allerdings werden einige amerikanische Eltern vielleicht nicht wirklich den Mehrwert erkennen können, den TrustEgg bieten möchte, denn die Vanguard Group selbst bietet College-Fonds an, die ebenso ihre Vorzüge haben.

Die Inspiration für TrustEgg erhielt Jeff Brice, der Gründer von TrustEgg, durch den Child Trust Fund, der 2011 in Großbritannien eingeführt wurde. Diesem Beispiel wollte er folgen und nach sieben Jahren Arbeit und Entwicklung hat er seine Idee endlich verwirklichen können. Ein einfaches, kostengünstiges und schnelles Produkt für alle Eltern, die für ihre Kinder vorsorgen möchten. Ohne großen, bürokratischen Aufwand. Siehe Blog.

Er hat auf jeden Fall ein großes Ziel:

„Starting with your child, TrustEgg will dramatically change the savings rate in America.“

Was meinen Sie? Ist TrustEgg so revolutionär, dass dieses Ziel in Aussicht steht?

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