Führung 2.0 – digitales Führungsverhalten im Kontext von Enterprise 2.0

Veröffentlicht von Frank Gutknecht / 1. Juli 2013 / , , , / 1 Kommentar

Im letzten Jahr haben wir durch die Einführung einer social software Plattform Neuland betreten. Der Trend zur Kommunikation über soziale Netzwerke hat Einhalt in die betriebliche Kommunikation gefunden. Er hat nicht nur große Auswirkungen auf das Thema Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation, sondern stellt auch Führungskräfte vor neue Herausforderungen.

Unter Berücksichtigung des demographischen Wandels, dem Tempo mit dem Veränderungen stattfinden sowie der Generation Y die neue Anforderungen im Kommunikationsverhalten an die Führungskraft stellt, spricht man auch von Führung 2.0 und der Führungskraft 2.0. Symbolisch ist damit vor allem der Wandel des Themas „Führung“ gemeint. Prof. Dr. Peter Kruse drückt dies so aus:

Wie schon in der Gallup-Studie zu sehen sind mangelndes Führungsverhalten Hauptgrund für fehlende Mitarbeitermotivation. Dies führt bis hin zur inneren Kündigung und gefährdet in erheblichem Maße die Innovationsfähigkeit und damit auch das Überleben eines jeden Unternehmens. Ganz zu schweigen von den Kosten, die aus dieser Unproduktivität heraus resultiert.

Solange es keine Maschinen gibt, die Innovationen produzieren, sind die Mitarbeiter und deren Bedürfnisse der wesentliche Erfolgsfaktor für Wettbewerbsfähigkeit!

Wenn Enterprise 2.0 richtig nutzt, profitiert klar von Vorteilen:

  • Projekte können einfacher koordiniert werden
  • Ein umfangreiches Wissensmanagement wird aufgebaut
  • der Kommunikationsfluss wird erleichtert
  • der Austausch verläuft schneller und unkomplizierter
  • Feedback kommt direkt und unverfälscht an
  • die Transparenz wird erhöht
  • Mitarbeiter werden aktiv eingebunden und gehört
  • Ideen werden gemeinsam erarbeitet

Die Transparenz dieser Plattform ermöglicht es der Führungskraft, sich im Sinne eines parzipativen Führungsstils sich darüber Gedanken zu machen, wie sie oder er Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse mit einbeziehen kann. Damit dies alles funktioniert müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es im Sinne einer offenen Kommunikationskultur zulassen, Meinungen sachlich und frei zu äußern. Zusätzlich müssen Mitarbeiter dazu ermutigt werden sich aktiv einzubringen.

Die Entscheidung für eine Enterprise 2.0 Plattform darf nicht zu einer reinen Implementierung einer Social-Media-Technologie verkommen. Das Management sollte deshalb vor allem darauf achten die Führungskräfte von der Notwendigkeit von Enterprise 2.0 zu überzeugen, da dies gravierende Auswirkungen auf das Führungsverhalten hat. Die Führungskräfte müssen Vorbildcharakter haben und sollten dabei die eigene Skepsis über Bord werfen. Denn die Führungskräfte sind es zunächst, welche die gewohnte Kontrolle über Informationen und deren Beeinflussbarkeit als Erste aufgeben. Führung ist zum Großteil Kommunikation – dies gilt auch digital.

Treten beispielsweise Diskussionen auf, sollte die Führungskraft digital dazu Stellung beziehen und ihre Präsenz zeigen. Durch Moderationsfähigkeiten sollte die Führungskraft Diskussionen oder Projekte die nicht zielführend verlaufen, wieder auf Kurs zu bringen. Eine ausgeprägte Medienkompetenz ist dabei unabdingbar: Die Führungskraft muss es verstehen zwischen den Zeilen zu lesen. Kritische Kommentare oder das Hinterfragen von Projekten bis hin zu Strategien erreichen in Kürze eine große Masse. Dies kann bei Mitarbeitern deren Anliegen nicht wertgeschätzt werden, schnell demotivierend wirken und bei fehlender digitaler Präsenz bwz. nicht situationsgerechtem Führungsverhalten in einen internen Shitstorm münden.

Fazit: Wie im Video von Prof. Dr. Kruse angesprochen geht es hauptsächlich um Werte. Mitarbeiter müssen bei ihren Werten für eine klare Sinnstiftung abgeholt werden! Führungskräfte sind für dieses häufig schwere Unterfangen zuständig, was in der heutigen oftmals als sinnentlehrt geltenden Zeit umso wichtiger erscheint. Die Vermittlung des übergeordneteten Ganzen in Form von gemeinsamen Zielen und Visionen ist deshalb entscheidend.

 

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