Auf einen Blick: Banking mit Google Glass

Veröffentlicht von Meike Boj / 31. Juli 2013 / , / 2 Kommentare

In fast jeder großen Metropole dieser Welt bietet sich das gleiche Bild: Menschen stehen in einer Schlange, die Schultern hängen nach unten, die Gesichter sind auf das Smartphone gerichtet. Einige Leute schauen immer zu auf das, was gerade in ihrer Handfläche geschieht, während andere immer und immer wieder das Smartphone in die Tasche stecken, um es gleich darauf wieder hervorzuholen, einen Augenblick auf den Bildschirm zu starren, bevor sie es wieder für zwei Minuten weg packen.

Smartphones sind fesselnde Geräte, aber für Instant-Messaging-Süchtige ein bisschen unhandlich. Diese Unannehmlichkeit wird noch schlimmer, da die Smartphones immer größer und größer werden. Nun, ein Ansatz wäre sicherlich ein wenig zu entspannen und aufzuhören alle 30 Sekunden Facebook-Meldungen zu überprüfen. Wer jedoch voll im Zeitalter der Information eingetaucht ist, wird eher bereit sein, diese physische Unannehmlichkeit zu beheben. Ein Head-up-Display, wie Google-Glass, erscheint dabei als die natürlichste Passform. Es ist ein Headset mit einem projizierten Display, einer Kamera und einer Daten-Verbindung, die nicht nur die Mobile-Industrie sondern auch unser Verhalten revolutionieren könnte. Das Ganze könnte beispielsweise so aussehen:

 

Wie im Video dargestellt, gibt es viele Möglichkeiten „die Sicht auf die Dinge“ zu verbessern. Routen werden einfach umgeplant, Tickets werden schnell mit einem Blick auf das Konzertposter gekauft und Anrufe werden niemals verpasst. Alles in Allem bin ich mir sicher, dass in der einen oder anderen Form Augmented Reality (AR) eine Tatsache unseres Lebens werden wird. Was bedeutet das also für Banken?

Ich stelle mir vor, dass Augmented Reality-Brillen sowohl vom Kunden als auch vom Bankenberater getragen werden. AR Gläser könnten dem Banker Informationen in einer noch nie dagewesenen Weise darstellen: Der Kunde könnte per Gesichtserkennung identifiziert werden, Transaktionen, Formulare und Unterschriftsproben könnten direkt angezeigt werden, Kundenbedürfnisse könnten schneller erkannt werden, Cross-Selling-Möglichkeiten und zusätzlicher Kundenservice könnten so angeboten werden, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Das größte Potential sehe ich im Bereich des Retail Bankings. Hier kann AR das persönliche Finanzmanagement wirklich zum Leben erwecken. PFM leidet oft durch die rückwärtige Betrachtung der historischen Daten, die durch pfiffige, bunte Charts dargestellt werden – aber keine Hilfe dafür liefern, was bei bestimmten Investitionsvorhaben oder Einkäufen zu beachten ist.

Nichtsdestotrotz könnte eine Bank mittels AR-Brille, Echtzeit-Video-Streaming oder Produkterkennung, die Dinge identifizieren, die der Kunde beabsichtigt zu kaufen. So könnte geprüft werden, ob das ausgesuchte Produkt zu den vom Kunden selbst gesetzten finanziellen Zielen passt und es das aktuell gesetzte Monatsbudget nicht überschreitet. Eine Bank könnte dem Kunden zudem ein preislich besseres Angebot suchen und präsentieren. Auf diese Weise würde PFM vollständig aktiv werden, anstatt eine Menge abstrakter Zahlen, Ziele und Daten zu liefern. Das Beste an diesem Szenario wäre jedoch, dass die Bank damit im Mittelpunkt des Kundenalltags stünde. Darüber hinaus könnte eine Bank ihr Marketing in einer ganz neuen Weise darstellen. Kunden könnten mit dem ersten Blick auf Werbung, Zeitschriften oder Plakaten sehen, wie Inhalte erwachen und ihre Botschaft verkünden. Das in England gegründete Unternehmen Blippar ist ein Beispiel für innovatives AR-Marketing heutzutage. Natürlich gibt es viele weitere Möglichkeiten, mit AR einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen, wie zum Beispiel die Suche nach Bankstellen oder Gelautomaten, die Überprüfung des Kontostands oder das Anzeigen und Erklären von Aktienkursen und deren Entwicklung.

Abschließend betrachtet bietet Augmented Reality meiner Meinung nach enorme Chancen für Banken. Es gibt viele nebulöse und ausgefallene Anwendungen der Technologie. Ich glaube, dass Banken eine Chance auf Erfolg haben, wenn sie sich auf die wertvollen Erfahrungen handfester Business Cases konzentrieren und so Augmented Reality Anwendungen in unser tägliches Leben einbinden.

Kommentare

2 Kommentare

  • 3. August 2013 bei 19:20

    Das ist der wirklich unreflektierteste Artikel zu Google Glass den ich jeh gelesen habe.
    Haben Sie garnichts aus #rpism gelernt?

    Alles was Sie beschreiben ist zum Glück komplett Illegal in Deutschland!

    Beste Grüße vom Datenschützer…

    • mboj
      mboj
      6. August 2013 bei 8:30

      Hallo Herr Bolte,

      vielen Dank für ihr ehrliches Feedback. Das Thema Datenschutz ist sehr wichtig, da bin ich ganz bei Ihnen. In meinem Artikel geht es darum, Google Glass im Bezug auf Banking zu betrachten und in diesem Kontext innovative Möglichkeiten vorzustellen. „Auf einen Blick: Banking mit Google Glass“ ist keine kritische Würdigung hinsichtlich rechtlicher Risiken oder einer eins zu eins Umsetzbarkeit in naher Zukunft.

      Viele Grüße
      Meike Boj

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