Spielerisch „scoren“ bis zur finanziellen Unabhängigkeit.

Veröffentlicht von Anja Gempler / 17. August 2013 / , , , , , , / 0 Kommentare

Dass Banken ihre Kunden vor einer Kreditvergabe erst einmal mit Hilfe eines Ratings einstufen und ihre Kreditwürdigkeit prüfen, ist nichts Neues. In Amerika können sich Kunden allerdings schon selbst durch „Scoring-Tools“ raten und ermitteln, wie kreditwürdig sie sind.

Auf Snarketing 2.0 fand ich dazu einen interessanten Artikel mit tollen Ansätzen.

Die folgende Grafik aus dem genannten Beitrag möchte ich gerne herausgreifen:

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The next wave of banking competition is competing on performance. That is, who best helps the customer manage and improve their financial lives – and not who has the best rates or fees, or who claims to have the best service (whatever that means).

Zur dritten Phase schreibt der Autor Ron Shevlin:

„Phase III: The next wave of banking competition will about personal finance performance.

It’s not about personal financial management. PFM has become too narrowly linked to budgeting and expense categorization. Nice features, but not what a lot of people want. Performance isn’t just about getting the best savings rate or lowest mortgage rate. It’s about helping customers save more, getting the best deals on what they buy, about choosing the right way to pay for the things they purchase, and about avoiding fees. And charging them for those capabilities.“

Es geht im also darum, dass Banken sich immer mehr Gedanken darum machen müssen, was für den Kunden am besten ist, und wie sie ihn auf seinem Weg so ehrlich und kompetent wie möglich begleiten können. Dadurch können sie sich differenzieren und von anderen Banken abheben. Zum Beispiel auch durch Tools, die es dem Kunden ermöglichen, sich und seine Finanzkraft selbst zu raten.

Es gibt bereits Anbieter von solchen Services, die es vormachen:

Credit Karma hilf seinen Kunden ihren eigenen Credit Score zu ermitteln und die Zusammenhänge zu verstehen, wie sich ihre finanziellen Entscheidungen auf ihr Ranking auswirken.

Bereits im August letzen Jahres berichtete mein Kollege Franz Welter über CRED, das Verhaltensrating von moven. Dieses basiert unter anderem auf Quellen, wie den sozialen Netzwerken und wird mitunter zur Konditionsbildung herangezogen. Zudem soll es dem Kunden auch als Hilfestellung zur Verbesserung seiner finanziellen Situation dienen.

Gerne möchte ich Ihnen nun einen dritten Anbieter mit gleichnamigen Scoring-Tool vorstellen, der unter anderem Thema der im September stattfindenden FinovateFall in New York sein wird.

FlexScore

FlexScore ist ein Finanz-Scoring-Tool und wurde von seinen Gründern Jason Gordo (CEO) und Jeff Burrow (President) speziell dafür kreiert, dem amerikanischen Mittelstand finanzielle Bildung und die Freude am eigenen Finanzmanagement spielerisch zu vermitteln.

Anbei zunächst das Video zu FlexScore:

FlexScore wirbt mit Spaß an den eigenen Finanzen. Das Tool zeigt den Nutzern, wie sie sich in Sachen eigenem Finanzmanagement schlagen und sie im Vergleich zu anderen abschneiden. Zudem erhalten alle Interessierte nützliche Informationen aus dem Erfahrungsschatz von Finanzberatern darüber, wie sie ihren Score verbessern können. FlexScore verspricht höchste Sicherheitsstandards adäquat zu denen von Banken. 

Zunächst muss sich der Nutzer einen FlexScore Account und ein Profil anlegen. Im Anschluss daran werden ihm Fragen zu seiner Person und seinen Zielen in Bezug auf seine finanzielle Situation gestellt. Der FlexScore berücksichtigt den Vermögensstand, Schulden, Investitionen, Einkommen und alle anderen Faktoren, die sich auf die Finanzen des Users entscheidend auswirken. Zudem kann er Ziele angeben wie beispielsweise einen Hauskauf, die Begleichung seiner Schulden, die Raten fürs College oder er kreiert weitere persönliche Ziele direkt selbst und fügt sie hinzu. Je mehr Informationen er seinerseits preisgibt, desto genauer kann der FlexScore ermittelt werden.

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FlexScore selbst bezeichnet seine Messung als die erste „wahre“ Messung finanziellen Wohlstands. Der Nutzer hat in einem weiteren Schritt die Möglichkeit, sich direkt mit anderen Nutzern mit Hilfe seines FlexScore zu vergleichen.

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Er erkennt, in welchem Bereich er schon gut vorgesorgt hat und wo noch Verbesserungspotential besteht. Um seine Defizite zu beheben, werden ihm von FlexScore seine nächsten „Action-Steps“ vorgeschlagen und deren Auswirkung auf seinen Score in Zahlen angegeben.

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Mit Hilfe eines Zukunftssimulators können unterschiedliche Finanzentscheidungen getroffen und ihre Auswirkungen auf den eigenen Score simuliert werden.

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Entscheidet sich der User für einen „Action-Step“ hat FlexScore sofort die richtigen Leute an der Hand, die dem User weiterhelfen können. Sei es ein 401k Plan oder vielleicht eine Hypothek. Ziel ist es, durch weitere „Action Steps“ seinen FlexScore zu erhöhen und irgendwann den Score von 1.000 zu erreichen und dadurch „volle finanzielle Unabhängigkeit“ zu erreichen.

Das Prinzip von FlexScore ist Spaß an seinen eigenen Finanzen zu haben und diese spielerisch Schritt für Schritt so zu managen, dass man irgendwann unbesorgt und finanziell unabhängig leben kann. Die Nutzer können bei FlexScore von einer kostenlosen 24/7 Analyse profitieren, die durch komplexe Algorithmen gesteuert wird und von Finanzexperten aufgesetzt wurde. Diese Algorithmen werten aus, wie sich heutige Entscheidungen auf die finanzielle Zukunft auswirken. Ob gute oder schlechte Entscheidungen – der FlexScore passt sich sowohl nach oben als auch nach unten an.

Wirklich sehr sympathisch finde ich das eingerichtete „Learning Center“. Hier können sich die User zu allen möglichen Themen informieren. Angefangen von der finanziellen Planung des Ruhestands, über eine eigene Immobilie bis hin zur Absicherung und möglichen Investitionen. Toll sind auch die wirklich kurzweiligen und ansprechenden Lern-Videos von FlexScore – ein Medium das meiner Meinung nach in Deutschland noch viel zu kurz kommt.

FlexScore befindet sich noch in der Beta-Phase. Wie bereits im Video erwähnt wollen die Gründer von FlexScore erreichen, dass sich die amerikanischen Nutzer gerne mit ihren Finanzen auseinander setzen und spielerisch ihre Erfolge suchen. Zudem setzen sie auf finanzielle Bildung mit Spaß.

Leider erhielt ich noch keinen Zugang zur Beta-Version und konnte das Tool daher selbst nicht testen. Allerdings klingt es aufs erste sehr interessant und ich finde es toll, dass es Nutzern ermöglicht wird, selbst einen Einblick in die Welt des Ratings zu bekommen. Sie können dadurch spielerisch ein Verständnis dafür entwickeln, wie sich eigene Finanzentscheidungen auf ein Rating auswirken können, und welche  Einflussfaktoren eine Rolle spiele. Ich bin gespannt auf die ersten Meinungen und Artikel zu FlexScore nach der FinovateFall im September.

Ich freue mich im Anschluss nun auf Ihre Meinungen zu diesem Thema.

 

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