Wann wird Crowdfunding mobil?

Veröffentlicht von Thomas Hochfeld / 21. August 2013 / , , / 1 Kommentar

Dass Internet-Nutzer vermehrt mobile Anwendungen bevorzugen, ist nichts Neues. Das Handy ist zum stetigen Begleiter geworden und wird gerne auch zum Überbrücken von Wartezeiten jeglicher Art genutzt. Da überrascht es nicht, dass von Internetanwendungen vermehrt mobile Lösungen verlangt werden. Im Bereich des Crowdfundings dürfte es sich da nicht anders verhalten.

Die beiden folgenden Statistiken zeigen zum einen die steigende Anzahl der Smartphone-Nutzer und zum anderen, in welchen Situationen Handys benutzt werden.

smartphone_nutzer_2012_Anzahl_usasmartphone_nutzer_usa

In Gesprächen mit einzelnen (vor allem jüngeren) Unterstützern unserer Crowdfunding-Plattform „viele-schaffen-mehr.de“ bekam ich das Feedback, dass sie am liebsten alles über das Handy abgewickelt hätten.

Diese Einschätzung bestätigen auch verschiedene Statistiken. So wird auf fundable.com belegt, dass es einen starken Zusammenhang zwischen dem Erfolg eines Crowdfunding-Projekts und Social-Media-Interaktionen während des Projekts gibt. Für jede Größenordnung eines Wachstums von Facebook-Freunden (10, 100, 1000) wächst die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg erheblich (9%, 20% zu 40%).

Eine andere Studie von Edison Research zeigt einen ähnlich starken Zusammenhang zwischen Social-Media-Gewohnheiten und mobilen Apps. 54% der Facebook-Nutzer haben auf die Seite mobil mittels eines Smartphones zugegriffen. Und Twitter sagt, dass 60% seiner aktiven Nutzer durch mobile Anwendungen auf Twitter zugreifen.

twitter_user

Umso erstaunlicher, dass führende deutsche Plattformen wie Startnext, Inkubato, Fundsters und in der Investment-Ausrichtung Seedmatch oder Innovestment keine Apps anbieten. Auch sind diese Seiten nicht für mobile Geräte optimiert.

Für den amerikanischen Markt gibt es für die Plattformen Indiegogo und für Kickstarter im App-Store entsprechende Apps. Die Indiegogo-App ist nicht kostenlos; hier werden 1,79 € fällig. Die App bietet eine Übersicht der vielfältigen Projekte, die nach verschiedenen Kriterien, wie Restlaufzeit, am meisten unterstützte Projekte, am meisten bekannte Projekte und Neuheiten selektiert werden können. Außerdem kann in 24 Kategorien gezielt nach entsprechenden Projekten gesucht werden. Über die Projekt-Übersicht hinaus gehende Informationen werden noch über die App dargestellt. Will man jedoch ein Projekt unterstützen, wird man auf die Internetseite von Indiegogo weiter geleitet.

indiegogo_app

Optisch deutlich ansprechender und tatsächlich mobilen Anforderungen entsprechend ist dagegen die App von Kickstarter, die es kostenlos im App-Store gibt.

Alle Funktionen, von der Projekt-Information über die Darstellung des Projekt-Videos bis zur Abwicklung des Zahlungsvorgangs, werden zügig und einfach in der App dargestellt. Zum Bezahlen meldet man sich mit seinem Amazon-Account an, bestätigt die Zahlungsmethode (Kreditkarte) und Rechnungsadresse und schon ist alles erledigt. Abschließend kann die Projekt-Unterstützung mit einem Klick noch über Twitter und/oder Facebook geteilt werden. So macht Crowdfunding noch mehr Spaß. Ein Unterstützen – praktisch nebenbei – wird einem auf diese Weise sehr, sehr einfach gemacht.

Durch solche Apps wird sicherlich die Unterstützung von Projekten nochmals deutlich zunehmen. Ich bin gespannt, welche der deutschen Plattformen zuerst eine App anbieten wird und diesen Mehrwert für sich nutzen kann.

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Update: Startnext bietet für das iPad eine kostenlose App an. Diese App ist laut Startnext „[…] dafür gemacht, dass du auf der Couch oder unterwegs schnell in neuen Projekten stöbern und deine Unterstützung zusagen kannst. […]“.  Nähere Informationen gibt es hier.

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