iBeacon – Der NFC-Killer aus Cupertino?

Veröffentlicht von Maik Jost / 31. Oktober 2013 / / 3 Kommentare

Smartphones können sich mit Servern auf der ganzen Welt verbinden und alle Informationen abrufen, die wir brauchen, aber warum wissen sie nicht ob wir in der Küche, im Wohnzimmer oder bei unserem Lieblingsbäcker sind? Vielleicht hat sich Apple aus diesem Grund mit der Bluetooth-Smart-Technologie iBeacon beschäftigt. iBeacon ist Apples Alternative zur NFC-Technologie (Near Field Communication) und soll das Übermitteln von Daten, das Bestimmen von Standorten und das mobile Bezahlen ermöglichen. Mit der neuen Technologie aus Cupertino hat sich auch schon die Firma Estimote beschäftigt:

Die Firma Estimote hat mit dem kurzen Video nur eine der zahlreichen vorstellbaren Einsatzmöglichkeiten der iBeacon-Technologie aufgezeigt. Des Weiteren ist vorstellbar, dass Kunden nicht mehr an langen Schlangen anstehen müssen um zu bezahlen, sondern dies ebenfalls über iBeacon abwickeln . In Museen oder öffentlichen Plätzen können Besucher zusätzliche Informationen zu Sehenswürdigkeiten zugänglich gemacht werden, indem diese direkt auf ihr Smartphone gesendet werden. Doch vor allem Kleinhändler, Restaurants oder auch Bankfilialen  könnten sich eine solche Technologie zunutze machen. So kann der Restaurantbesitzer die noch Unentschlossenen und in der Stadt Umherirrenden mit seinem Mittagsangebot überzeugen. Kleinhändler können mit Sonderangeboten oder Rabatten zum spontanen Shopping animieren. Banken können Vorbeigehende auf besonderen Mitglieder-Events, soziale Projekte oder Beratungsschwerpunkte hinweisen.

Im ersten Video wird gegen Ende auf eine Möglichkeit hingewiesen, das Kaufverhalten und das Produktinteresse der Kunden zu analysieren und zu beurteilen. Ein solches Marktforschungs-Tool ist für einige Händler sehr interessant, um die Auslagefläche und das Produktangebot weiter zu optimieren und auf die potenziellen Käufer abzustimmen. Es macht allerdings den Käufer auch immer mehr zum „gläsernen Kunden.“ Es ist daher notwendig auch diese Technologie aus Datenschutz-Gründen  kritisch zu beleuchten. Nicht nur der Käufer, sondern generell alle Orte, die mit den Ortungssendern ausgestattet werden, sind auch mit vielen Informationen ausgestattet. Durch das aktivieren von Apps, die mit der iBeacon-Technologie funktionieren ist es durchaus vorstellbar, dass hier ebenfalls ein Bewegungsprofil im Smartphone hinterlegt und erstellt wird. Zudem sind dann aber noch weitaus mehr Informationen  in diesem Profil gespeichert als nur die geolokalen Daten, wenn man beispielsweise an die Bezahlfunktion denkt.

Ein Manko dieser neuen Technologie ist die Reichweite. Zwar gibt es wie in den Videos gesehen schon Anwendungsmöglichkeiten, allerdings ist hier immer ein entsprechendes iPhone für den Konsumenten und entsprechende technologische Hardware für den Anbieter notwendig. In Deutschland besitzen nur knapp 15%  der Smartphone-Besitzer ein iPhone und nicht jeder wird diese Funktion. Diese Funktion wird auch nicht von den Händlern flächendeckend eingesetzt. Wenn man beispielsweise den Einsatz der heutigen der NFC-Technologie betrachtet, die es schon seit einiger Zeit gibt und in deutlich mehr Smartphones vorhanden ist, sind wir sogar hier noch ein ganzes Stück von einem alltäglichen Gebrauch entfernt. Es bleibt also abzuwarten, was Apple aus seiner Technologie noch macht und wo der Weg hingehen wird. Wie ist Ihre Meinung zum Thema iBeacon?

Kommentare

3 Kommentare

  • Matthias Hoenisch
    1. November 2013 bei 8:47

    guter Artikel!
    Die Herausforderungen werden auch dargestellt. In Stichworten hier noch mal:
    1. Verbreitung und Infrastruktur von Bluetooth LE? (ist aber natürlich wie bei allen neuen Dingen immanent)
    2. Unklare Authentifizierung, im Zweifel sind das streitige Transaktionen.
    3. und wie meistens: völlig unklar: Datenschutz
    http://www.finextra.com/community/fullblog.aspx?blogid=8136

  • MTJ
    MTJ
    1. November 2013 bei 10:51

    Hallo Herr Hoenisch,

    danke für Ihren Kommentar. Ich teile Ihre Auffassung absolut. In dem Link von Ihnen finde ich die letzten zwei Punkte sehr wichtig, nämlich welche Auswirkungen eine Masse an Beacons in Einkaufszentren haben können und wie leicht Hacker es mit falschen Angeboten haben könnten.

    Viele Grüße,
    Maik Jost

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