Square Cash – E-Mail mit Geld im Anhang

Veröffentlicht von Michael Merkel / 11. November 2013 / , / 1 Kommentar

Sie waren mit die ersten, die das mobile Bezahlen via Smartphone revolutionieren wollten. Mit Hilfe eines kleinen Kartenlesers und einer dazugehörigen App ermöglicht Square das Bezahlen mit der Kreditkarte an jedem beliebigen Ort. Nun tritt das innovative Unternehmen mit einer neuen Lösung erneut ins Rampenlicht. Mit „Square Cash“, so nennt sich das neue Produkt, soll das Versenden von Geld so schnell und einfach wie das Versenden von E-Mails gehen. Wie das ganze funktioniert, ist in diesem Live-Demo-Video ganz gut zu sehen:

Es funktioniert nicht nur genau so einfach wie der Versand einer E-Mail, sondern es ist nichts anderes als das Versenden einer E-Mail. Man benötigt keine spezielle App oder ein anderes Programm. Man versendet einfach nur eine E-Mail mit dem gewünschten Betrag im Betreff-Feld.

Die Vorgehensweise:

  1. Neue E-Mail erstellen
  2. Empfänger des Geldbetrages als Empfänger im E-Mail-Client auswählen
  3. In CC den Empfänger „cash@square.com“ aufnehmen
  4. In den Betreff der E-Mail den Betrag eingeben (z.B. $5)
  5. Optional noch einen Text eingeben
  6. E-Mail versenden
  7. Empfänger und Sender erhalten eine Bestätigungs-Email
  8. Empfänger und Sender geben ihre Kreditkartennummer (bisher nur Visa oder MasterCard möglich), das Ablaufdatum sowie die Postleitzahl an.
  9. Transaktion ist abgeschlossen

So einfach funktioniert es. Maximal 250$ pro Woche können so übermittelt werden. Weder Sender noch Empfänger müssen sich umständlich registrieren. Und dazu ist das Ganze noch komplett kostenlos.

Die Vorteile einer solchen Lösung für den Anwender sind eindeutig:

  • schnell
  • einfach
  • kostenlos

Aber auch die Nachteile sollten aus meiner Sicht nicht verschwiegen werden. Wer versichert mir, dass keine andere Person meinen E-Mail-Verkehr abfängt? Was passiert, wenn sich Hacker diese Einfachheit zunutze machen und Phishing-Mails in dieser Art versenden, um Kreditkartendaten auszuspähen?

Das System ähnelt dem von meiner Kollegin Anja Gempler vorgestellten Dienst von Google. Der Vorteil bei Square ist jedoch, dass sogar die Registrierung für den Versender des Geldes entfällt. Ob dieser Dienst jemals in Deutschland genutzt werden kann, bleibt abzuwarten. Die Einfachheit dieses Dienstes ist zwar unbestritten, aber genau das ist aus meiner Sicht auch das größte Problem und macht höchstwahrscheinlich viele misstrauisch. Auch im Bereich Sicherheit und Datenschutz stehen aus meiner Sicht noch einige Fragezeichen. Ich selbst würde aus Sicherheitsgründen stattdessen lieber den umständlicheren Weg, z.B. Online-Banking mit PIN-TAN-Verfahren wählen.

Alles in allem hat sich Square mit „Square Cash“ was Tolles einfallen lassen. Was mir aber nicht ganz klar geworden ist, warum Square so einen Dienst kostenlos zur Verfügung stellt. Vielleicht möchte Square einfach nur zeigen, dass auch der Umgang mit Geld viel einfacher sein kann als es bisher in den meisten Fällen im Internet ist, oder es ist eine PR-Maßnahme um den Bekanntheitsgrad der Firma zu erhöhen.

Kommentare

Ein Kommentar

  • 11. November 2013 bei 11:08

    Guten Morgen – Danke.

    Ich sehe die Convenience auf jeden Fall und würde gerade für die möglichen Kleinstbeträge gern auf den Umweg des Online-Bankings verzichten. Vor allem wenn IBAN/BIC und irgendeine Extra-Hardware für die mobile Überweisung nötig ist.

    Wie kann das ganze kostenlos sein:
    Es ist ein Kundenbindungsmittel und steigert die Akzeptanz von Square auch am POS. Da wird Geld verdient – p2p ist ein Marketing-Thema.

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