Disruptive Innovationen im Retail-Banking

Veröffentlicht von Franz Sebastian Welter / 26. November 2013 / , / 1 Kommentar

Disruptive Innovationen haben wir in diesem Blog schon mehrfach thematisiert (unter anderem hier). Aber das folgende Video erklärt den Begriff der disruptiven Innovationen ausgezeichnet. Lassen Sie uns auf Basis dieser Theorie einen Blick auf das Retail-Banking werfen.

Bitte schauen Sie sich das Video einmal an, und reflektieren Sie vor diesem Hintergrund die derzeitige Lage im Retail-Banking.

Ich bin der Meinung, dass wir genau diese Entwicklung gegenwärtig im Retail-Banking sehen. Sind Sie anderer Meinung? Während sich Direktbanken vor einigen Jahren insbesondere auf die Strategie „Preisführerschaft“ konzentrierten, sind jetzt zunehmend andere Entwicklungen zu erkennen. Moven, Simple, KNAB, Holvi, Fidor. Alles Beispiele, die den Kunden nicht mehr nur einen Preisvorteil gewähren, sondern auch andere Vorteile bieten, die den sich wandelnden Kundenbedürfnissen auf unterschiedliche Weise entgegenkommen.

Meine These: Diese Entwicklung wird fortschreiten. Etablierte Player werden versuchen mit der Entwicklung Schritt zu halten. Dabei scheint die im Video vorgestellte Strategie zur Antwort auf diese Entwicklung (eigene disruptive Innovationen hervorbringen) auf den ersten Blick verlockend. Auf den zweiten Blick erfordert sie jedoch in erster Linie sehr mutige Entscheidungen seitens des Managements und stellt das etablierte Unternehmen insbesondere vor große kulturelle Herausforderungen.

Dass diese Strategie dennoch erfolgreich sein kann, zeigt die mBank in Polen. Im Jahre 2000 wurde die mBank von der BRE Bank (wiederum eine Tochter der Commerzbank) als reine Online-Bank gestartet. Mittlerweile ist sie die wohl erfolgreichste Online-Bank und drittgrößte Retailbank in Polen (lesen Sie mehr zu dieser Geschichte in diesem tollen Beitrag). Es würde mich schon sehr wundern, wenn dieses Know-How nicht bald auch von der Commerzbank in Deutschland genutzt würde…

Zum Abschluss möchte ich gerne nochmals die oben aufgestellte Frage aufgreifen. Wie sehen Sie diese Entwicklung? Besteht die Gefahr der disruptiven Innovation im Retail-Banking? Falls ja, wie müssten Ihrer Meinung nach Regionalbanken auf diesen Trend reagieren?

Kommentare

Ein Kommentar

  • 28. November 2013 bei 9:47

    Bankgeschäfte einfacher und verständlicher machen – das halte ich für eine der größten und spannendsten Herausforderungen für die Bankorganisation in den nächsten Jahren. Neue Marktteilnehmer greifen diese Entwicklung oft von Anfang an auf, sie hatten Beispiele dafür genannt. Warum sollten nicht auch andere, etablierte Banken ihre Geschäftsvorfälle von Unnötigem befreien und Kompliziertes einfach machen? Entlang der Prozesskette, gäbe es genug Handlungsfelder: gleich vorne im Kundenkontakt, an den Arbeitsplätzen der Beraterinnen und Berater, in den Marktfolgeabteilungen und auch in den Stabs- und Betriebsbereichen. Mit einfachen und verständlichen Bankprozessen externe und interne Kunden begeistern – das wäre ein toller Beitrag der Bankorganisatoren für mehr Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit.

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