Hilft Loop zum Durchbruch im mobilen Payment?

Veröffentlicht von Thomas Hochfeld / 10. Dezember 2013 / , , , , / 1 Kommentar

Im Zuge meiner Recherche nach einem spannenden Thema bin ich auf der Crowdfunding Plattform Kickstarter auf das im November erfolgreich gefundete Projekt „Loop“ gestoßen.

“Loop simplifies life, with the World’s 1st Mobile Wallet that Securely Stores all your cards and lets you use them at 90% of Retailers” (Will Graylin & George Wallner, Gründer)

Was sich im ersten Moment wie ein geschönter Werbeslogan anhört, entpuppt sich auf den zweiten Blick als interessanter Schachzug.

Wer kennt es nicht, den ganzen Geldbeutel gefüllt mit Plastikkarten wie Bankkarten, Kreditkarten & Kundenkarten. Dies zu vereinfachen haben sich schon viele Unternehmen zum Ziel gesetzt. Bisher konnte sich aber keine Lösung richtig durchsetzen. Dies liegt unter anderem daran, dass die Händler vor Ort in neue Technologien (neue Terminals) investieren müssten.
Doch was macht „Loop“ nun so anders?

Der Trick bei der ganzen Sache ist, dass die bestehenden Point-of-Sale Systeme verwendet werden können und kein Aufrüsten seitens der Händler erforderlich ist. Anstatt seine Karte einfach beim Kartenzahlungsterminal durchzuziehen, soll es nun reichen, das Smartphone darüber zu halten und die jeweilige Karte auszuwählen. „Die gemeinsame Schnittstelle ist das Magnetstreifenlesegerät, aber das war nie dazu gedacht, ein Kontaktlos-Leser zu sein“ so Graylin, einer der Gründer. Durch diesen Umstand wären Zahlungen mit dem Handy an nahezu jedem Point-of-Sale in den USA möglich. Dies ist der Unterschied zu anderen mobilen Payment Diensten, wie zum Beispiel Google Wallet, die auf Technologien wie z.B. NFC setzen.  Dafür ist entweder ein von der Firma Loop entsprechender „Schlüsselbund-Dongle“ ($34)  oder eine entsprechende „Handy-Schale“ samt Ladefunktion (inkl. 1200mAh-Akku  $99 / inkl. 1500mAh Akku und dünner) nötig. Dies ist deshalb von Nöten, da von dort aus ein magnetisches Signal ausgesandt wird, welches stark genug ist, dem Leser zu suggerieren, man würde gerade eine Karte mit Magnetstreifen darüberziehen. Ein weiteres Produkt wird eine Bluetooth-LE fähige Plastikkarte werden. Diese kann man dem Kassierer dann aushändigen, sollte das Terminal hinter der Theke stehen.
Vorab müssen die Karten natürlich auf dem Smartphone erfasst werden. Dafür ist es erforderlich, dass deren Magnetstreifen mittels eines Lesers ausgelesen wird.

Um Missbrauch zu verhindern und die Sicherheit der Kartendaten zu gewährleisten, werden die ausgelesenen Kartendaten mit einem Loop Konto verknüpft. Bei jeder Transaktion wird nun geprüft, ob der Namen auf der Karte mit dem Loop-Konto auf dem Smartphone übereinstimmt. Dies soll verhindern, dass sich einfach jemand die Daten auf sein eigenes Smartphone lädt und damit bezahlt. Außerdem werden die Daten auf dem Smartphone nur verschlüsselt gespeichert.

Doch so interessant der Ansatz auch ist, so wird Loop in Deutschland aufgrund der Nutzung des Kartenchips anstatt des Magnetstreifens, wahrscheinlich keinen Fuß fassen. Eigentlich schade…

Kommentare

Ein Kommentar

  • Ralf
    11. Dezember 2013 bei 17:10

    Sehr interessant, aber ich glaube, dass sich da eher die vorhandenen Anbieter von Kreditkarten wie Mastercard oder Visa durchsetzen werden. Die haben Anfang des Jahres auf mobile Zahlungssysteme vorgestellt: http://www.ariva.de/news/MOBIL-MESSE-ROUNDUP-Mobiles-Bezahlen-im-Rampenlicht-4445539

    Ich würde da eher auf ein großes Unternehmen vertrauen, dass ich schon kenne, gerade bei einer komplett neuen Technologie. Klar wäre es schön auf alle Kundenkarten zu verzichten. Aber das halte ich doch für utopisch, weil die wenigsten Kundenkarten, die ich habe, einen Magnetstreifen habe.

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