Crowdfunding – Trends und Prognosen für 2014

Veröffentlicht von Thomas Hochfeld / 7. Januar 2014 / , , / 3 Kommentare

Das Jahr 2013 ist nun vergangen, das Jahr 2014 hat gerade erst begonnen. Was wird uns das neue Jahr für den Crowdfunding-Markt bringen? Welche Trends sind erkennbar und welche Prognosen werden sich erfüllen? Lesen Sie mehr dazu in diesem Blogbeitrag.

Nicht nur Startups nutzen Crowdfunding

Neben dem eigentlichen Ziel von Crowdfunding-Kampagnen, dem Aufspüren von Kapitalgebern, gewinnt Crowdfunding auch für etablierte Unternehmen, die sich problemlos am Kapitalmarkt Geld beschaffen könnten, zunehmend an Bedeutung. Etablierte Unternehmen binden beispielsweise Crowdfunding in ihre Marketing-Strategie ein, um mediale Aufmerksamkeit zu erzielen und um professionelle Investoren, wie Business Angels und Venture Capital Gesellschaften, zu erreichen. Oder aber sie nutzen das Crowdfunding-Prinzip nur innerhalb des Unternehmens, um die eigenen Mitarbeiter an der Entwicklung und Beurteilung von Innovationen zu beteiligen (Enterprise-Crowdfunding). Als namhaftes Beispiel sei hier IBM genannt. IBM hatte als eines der ersten Unternehmen im Frühjahr 2012 eine Crowdfunding-Kampagne innerhalb des Unternehmens gestartet. Die Finanzierung erfolgte durch das Unternehmen selbst, aber die Entscheidung über die Verteilung des vom Unternehmen zur Verfügung gestellten Kapitals lag bei den Mitarbeitern.

Plattformen spezialisieren sich zunehmend

Neben den international bekanntesten Plattformen Kickstarter und Indiegogo sowie der größten deutschen Plattform Startnext, die eher generalistisch angelegt sind, existieren wohl mehrere hundert weitere Plattformen. Um sich von den bekannten Plattformen abzuheben, kann es als Plattformbetreiber sinnvoll sein, sich auf bestimmte Themen zu spezialisieren. Kapitalsuchende und Investoren können so schneller zueinander finden. Mit Nischenplattformen hat sich Sven von Loh in seinem Blog beschäftigt und einige Beispiele aus den Bereichen nachhaltige Energieerzeugung, Immobilien, Soziales und Karitatives, Kunst, Wissenschaft, Buchveröffentlichung, Spieleentwicklung und Sport heraus gegriffen. Ian Mackenzie, ein Filmemacher, der über Crowdfunding schreibt und Workshops darüber hält, listet weitere Plattformen in ähnlicher Untergliederung auf. Eine Erleichterung zum Finden der passenden Plattform bietet CrowdsUnite. Hier werden bestehende Plattformen kategorisiert und Nutzer können diese dann nach ihren Prioritäten filtern, sortieren und vergleichen, wie der folgende Screenshot zeigt:

CrowdsUnite

Peer-to-peer (kurz: P2P) Kredite werden Mainstream

Dem größten Segment im Crowdfunding-Markt wird ein weiterhin schnelles Wachstum prognostiziert. Elena Mikhylova misst in ihrem Blog neben den bereits üblichen Konsumentenkrediten den Peer-to-business (kurz: P2B) Krediten die größte Bedeutung bei (während die Kreditgeber bei P2P Krediten Privatpersonen sind, sind es bei den P2B Krediten Unternehmen).

Erfolgreiche Crowdfunding Kampagnen werden zu weiterem Wachstum und Vertrauen in Crowdfunding führen

Charles Luzar beschreibt im Blog von Crowdfundinsider, dass mehr und mehr Unternehmer Crowdfunding zu ihrem Vorteil nutzen werden. Das wiederum wird von Freunden, der Familie und der Community wahrgenommen und weckt deren Interesse. Je mehr Menschen sich damit auseinander setzen, desto mehr werden auch an den Erfolgen teilhaben möchten; sei es als Investor oder als Kapitalsuchender. Im gleichen Artikel beschreibt Charles Luzar den für ihn wichtigsten Trend:

Plattformen müssen mehr soziale Interaktionen ermöglichen

Im Moment können seiner Meinung nach auf den üblichen Plattformen zwar Projekte unterstützt werden, aber außer gelegentlichen Emails über weitere neue beachtenswerte Projekte findet keine Kommunikation statt. Hier sollte die Möglichkeit zur Diskussion über die verschiedenen Crowdfunding-Angebote auf der Plattform selbst gefördert werden, anstatt sie auf Facebook und Twitter zu verlagern.

 Verstärktes Interesse von Business Angels und Venture Capital Gesellschaften an Produkten mit erfolgreich abgeschlossenem Crowdfunding

Als Alex Feldmann nach potenziellen Investoren für seine Website CrowdsUnite suchte, recherchierte er, welche Venture Capital (VC) Unternehmen in Crowdfunding-Plattformen investieren. Er fand 230 VCs (Firmen, die Geld investieren) und Angels (Privatpersonen, die Geld investieren), die 866 Millionen $ in 45 Unternehmen investierten. Die folgenden zwei Schaubilder zeigen die Aufteilung in die verschiedenen Crowdfunding-Bereiche und eine Auflistung der Investoren, die bei drei oder mehr Plattformen investiert haben:

schaubild_VCs_Angels_invest_1schaubild_VCs_Angels_invest_2

Wachstum bei Crowdfunding-Service Anbietern

Um den zahlreichen neuen Investoren bei der Prüfung von Investments behilflich zu sein, wird nach Ansicht von Robert Hoskins (vgl. Blog auf medcitynews) die Crowdfunding-Industrie eine gewaltige Anzahl von Crowdfunding-Service Anbietern hervorbringen. Die Angebote richten sich sowohl an Kapitalgeber als auch an Kapitalnehmer und beziehen sich auf Inhalte wie White Label Crowdfunding Plattformen, Zahlungsprozesse, digitale Unterschriften, Vertragsgestaltung, dem Schutz von geistigem Eigentum, Überprüfung von Vorkalkulationen, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Social Media Aktivitäten u. a. Dass sich eine professionelle Begleitung von Crowdfunding-Kampagnen lohnt, belegen auch die in „10 Fun Facts About Crowdfunding“ genannten Zahlen:

  • ohne Video sinken die Chancen auf ein erfolgreiches Funding um 26 Prozent
  • ohne regelmäßige Updates reduzieren sie sich um 13 Prozent
  • viele Rechtschreibfehler reduzieren die Erfolgsaussichten ebenfalls um 13 Prozent

Welche Trends oder Prognosen würden Sie noch hinzufügen, welche erachten Sie als weniger wichtig oder was müsste noch ergänzt werden? Bitte hinterlassen Sie uns Ihre Meinung im Kommentarfeld.

 

 

Kommentare

3 Kommentare

  • klm
    7. Januar 2014 bei 17:08

    Ein Trend wurde meiner Meinung nach außeracht gelassen. Der Trend, dass Plattformen internationalisieren: FundeByMe kommt u.a. nach Deutschland. Seedrs im UK bietet erstmals Funding für ein italienisches Startup auf seiner Plattform an. Eine Plattform in Dubai betrachtet sich gar als erste globale CF-Plattform.

  • Zi
    Zi
    7. Januar 2014 bei 17:50

    Hallo klm,

    da haben Sie recht. Auch Elena Mikhylova beschreibt im oben verlinkten Blog auch noch die folgenden Beispiele:

    „We’ve already seen this trend this year: Kickstarter has opened its operations in Canada, Australia, and New Zealand; Pozzible (the largest Australian rewards-based platform) has started its activities in the US; Fundrazr (a Canadian rewards-based platform) is actively engaging European customers; the British P2B lending platform Funding Circle merged with the US Endurance Network; Australian ASSOB, Israeli OurCrowd, and Dutch Symbid are actively pursuing opportunities in the US; American Crowd Valley has expanded into the UK through its partnership with Sapphire Capital Partners LLP; and British Seedrs has offered its services across Europe.“

    Vielen Dank für Ihren Hinweis!

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