Social Media Recruiting – Der heilige Gral des Personalmanagements?

Veröffentlicht von Maik Jost / 7. März 2014 / , / 2 Kommentare

Durch den demographischen Wandel und dem sogenannten „War for Talents“ wird es  immer wichtiger, effizientes Personalmanagement zu betreiben, um die richtigen Arbeitnehmer für das eigene Unternehmen zu finden und zu begeistern. Personalmanagement hat viele Facetten, unter anderem das Thema Personalbeschaffung. Viele Unternehmen nutzen verschiedenste Social Media Netzwerke und Applikationen, um genügend Mitarbeiter mit den richtigen Qualifikationen zu rekrutieren – sprich sie betreiben Social Media Recruiting.

Wertekette des PersonalmanagementQuelle: BVR

Das Social Media Recruiting kann man aus drei Perspektiven betrachten: kurzfristig zur Stellenbesetzung, mittelfristig als Personalmarketing und langfristig als Employer Branding. Mittlerweile gibt es über 50 Jobportale, in denen man nach seinem Traumjob suchen kann. Viele Jobbörsen oder professionelle Berufsnetzwerke schlagen beruhend auf angegebenen Daten passende Jobmöglichkeiten vor.

Bild JobportaleQuelle: www.candidatereach.de

Das Institute for Competitive Recruiting führt seit einigen Jahren Umfragen zu dem Thema Social Media Recruiting durch:

Der aktuelle Social Media Report 2013 ist eine Umfrage, in der mehr als 10.000 Personaler online befragt wurden. Die Untersuchung gibt Aufschluss darüber, wie es aktuell um den Trend des Social Media Recruiting steht. Die Proaktivität der Unternehmen nimmt zu. Das bedeutet, dass die Unternehmen die Initiative ergreifen und aktiv auf  potentielle neue Mitarbeiter zugehen. Aus dem Report geht hervor, dass ca. 90% der Unternehmen Anzeigen in Print- oder Onlinemedien schalten. Zudem gibt fast jeder zweite an, proaktiv nach den potenziellen Kandidatenzu suchen. Dieses proaktive Zugehen auf Kandidaten wird auch als sourcing bezeichnet. Aus dem Report geht hervor, dass nur etwa 40% der Unternehmen nach den besten Arbeitnehmern sourcen. Bei diesem Wert besteht mit Sicherheit noch Verbesserungspotenzial. Am meisten wird das professionelle Netzwerk Xing genutzt. Es folgen Facebook, LinkedIn, Google und Arbeitgeberbewertungsplattformen. Die Unternehmen geben an, Netzwerke wie Xing oder LinkedIn zum Zwecke der Personalbeschaffung zu nutzen und weniger Personalmarketing zu betreiben. Umgekehrt ist dies der Fall bei Facebook und Twitter. Hierbei wird der Fokus eher auf  das Personalmarketing gelegt. Dem Report  ist ebenfalls zu entnehmen, dass mittlerweile mehr als jede 10. Stelle mit Hilfe von Social Media besetzt wird. Es ist davon auszugehen, dass dieser Wert noch weiter steigen wird. Aus diesem Grund wird es in Zukunft immer wichtiger werden, proaktiv als Unternehmen zu sein.

Ein Instrument hierfür bietet eventuell das Modell der Plattform MeshHire. MeshHire ist ein onlinebasierendes Talent-Netzwerk, welches Personalchefs und Headhunter ermöglicht Jobangebote zu präsentieren, passende Arbeitnehmer zu finden und zu vermitteln. Die Plattform bietet die Möglichkeit eine Schnittstelle zu den bekannten Jobnetzwerken wie Xing, LinkedIn & Co. herzustellen, so dass man seine eigenen Social Media Aktivitäten hinsichtlich des Rekrutierens steuern und den Erfolg  messen kann. Einen kurzen Überblick über MeshHire finden Sie in der folgenden Slideshare:

 

Ich finde dieses Modell sehr spannend, fraglich ist jedoch, ob es sich hierzulande durchsetzen wird. Die Studie  des Institute for Competitive Recruiting zeigt ebenfalls, dass nur die Hälfte der Unternehmen die eigenen Social Media Recruiting Aktivitäten misst. Nur etwas jedes 10. Unternehmen hat überhaupt detaillierte Kennzahlen definiert.  Das könnte sich dann ändern, wenn die Praxis bestätigt, dass Unternehmen, die mit MeshHire oder ähnlichen Social Media Recruiting Anwendungen arbeiten deutlich erfolgreicher Personal beschaffen können, als Unternehmen, die solche Modelle nicht nutzen. In der Studie heißt es weiterhin, dass Unternehmen mit einer hohen Recruiting Qualität deutlich häufiger messen, ob ihre Personalmitarbeiter und Personalvermittler proaktive Kanäle für die Personalbeschaffung nutzen. Die Studie unterstreicht die Wichtigkeit des Trends, soziale Netzwerke zum Rekrutierung qualifizierte Mitarbeiter zu nutzen. Ein professioneller Auftritt in Plattformen wie Xing oder LinkedIn ist ein erster Schritt in die richtige Richtung in Bezug auf Megatrends wie den demografischen Wandel und den dazugehörigen War for Talents. Das Controlling dieser Social Media Recruiting Aktivitäten sollte daher ebenfalls standardmäßig betrieben werden, um ein effizientes Personalmanagement zu gewährleisten.

Kommentare

2 Kommentare

  • 7. März 2014 bei 14:04

    Spannender Bericht! Und die Themen „Arbeitgeberattraktivität“ und „Social Recruiting“ passen ja auch wunderbar zusammen: Je wohler/eingebundener/… sich ein Mitarbeiter bei einem Arbeitgeber fühlt, desto geringer wird sein Wechsel-Wille sein. Ich lese aber recht oft in XING unter der Rubrik „Ich suche“ das Wort Herausforderung! Insofern scheint schon ein größerer Teil von Arbeitnehmern auch wechselwillig zu sein. Und angesichts der demografischen Lage ist das längst ein Angebotsmarkt, bei dem Arbeitnehmer sich den besten Arbeitgeber aussuchen können. Insofern wird Social Recruiting sicherlich zunehmen. Die Volksbank Bühl ist ja ein tolles Beispiel dafür, wie man als Unternehmen attraktiv ist und bleibt!

  • MTJ
    MTJ
    7. März 2014 bei 18:28

    Hallo Herr Rhinow,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Die große Aufgabe der Unternehmen wird meiner Meinung nach in Zukunft sein, diese Herausforderung erfolgreich und empfängeradäquat zu präsentieren. Warten wir es also ab wie sich dieser Bereich des Personalmanagement noch weiterentwickeln wird.

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