Jedes Feedback ist eine Lernchance – Wie Feedbacksysteme zur Kulturveränderung beitragen können

Veröffentlicht von Frank Gutknecht / 31. März 2014 / , , , , , / 1 Kommentar

Wettbewerbsfähige Organisationen zeichnen sich durch eine permanente Anpassungs- und Veränderungsbereitschaft ab, ohne dass die Strukturen ständig umgeworfen werden müssen. In einer solch instabilen Umgebung müssen sich die Mitarbeiter und Teams, die in eine Organisation eingebettet sind, ständig weiterentwickeln.

In der Vergangenheit haben wir bereits durch die Implementierung einer Enterprise 2.0- Plattform einen weitreichenden Veränderungsprozess in Gang gesetzt. Doch dieser angestoßene Lernprozess ist für die Schaffung einer neuen Kultur, einer beabsichtigten Anerkennungs-und Förderkultur nicht ausreichend. Für eine Organisation ist eine Fehlerkultur unabdingbar: Fehler dürfen nicht nur gemacht werden sondern sind auch erwünscht. Dinge, die nicht dem „Gewünschten“ entsprechen, müssen einen gemeinsamen Lernprozess in Gang setzen.

Ein großer Baustein um weitere Lernprozesse in Gang zu setzen und auf das Thema Fehlerkultur Einfluss zu nehmen ist, sich mit dem Thema Führung auseinanderzusetzen und dieses neu zu bewerten (Begriffe wie Führung 2.0 sind schon an anderer Stelle thematisiert worden). Führung setzt direkt beim Mitarbeiter an und hat somit erheblichen Einfluss auf die Leistungsbereitschaft und den Leistungswillen der Mitarbeiter. Durch Führung kann ein Umfeld geschaffen werden, in dem die Angst genommen wird, Fehler zu machen, anzusprechen und daraus zu lernen.  Das bedeutet für eine Organisation, sich zunächst mit dem Thema Führungskräfteentwicklung zu beschäftigen und sich auf wesentliche Fragen zu fokussieren, wie: Wie wird Führung von Mitarbeitern erlebt oder wahrgenommen, welche Kompetenzen muss eine Führungskraft in Zukunft aufweisen – welche sind zukunftsweisend?

Wie können wir es also schaffen, dass das Thema Führung sinnvoll und effektiv neu bewertet wird – ohne dabei externe Berater in das Unternehmen zu holen, die mit uns an Hochglanz-Führungsleitlinien und Wertefibeln arbeiten? Zweifellos können diese einen großen Effekt zu Beginn haben, jedoch sind diese oft nicht nachhaltig genug.

 „Es müssen neue Lernchancen geschaffen werden – jedes Feedback ist eine Lernchance.“ 

BIld - Jedes Feedback ist eine Lernchance

Aus diesen Gründen haben wir beschlossen ein Feedbacksystem und zwar ein Aufwärtsfeedback (eine reduzierte Form des 360-Grad-Feedbacks) zu implementieren. Dabei wird der Führungskraft die Möglichkeit gegeben, im Rahmen einer Selbsteinschätzung sowie der Fremdeinschätzung ihrer Mitarbeiter, die unterschiedliche Wirkung des eigenen Führungsverhaltens zu reflektieren. So wird…

… das erlebbare und wahrnehmbare Führungsverhalten identifiziert (blinde Flecken werden aufgedeckt)
… die Ausrichtung auf zukunftswichtige Kompetenzen angestrebt
…die Reflexion der Führungskräfte in Gang gesetzt

–> Führen kann nur der, dessen Verhaltensbeeinflussung akzeptiert wird !!!

Dieses Projekt ist derzeit in der Startphase und soll erheblichen Einfluss auf die Unternehmenskultur haben. Es soll bestehende Prozesse, die wir bereits in Gang gesetzt haben, flankieren und insgesamt nachhaltig zur Kulturveränderung beitragen und so Wettbewerbsvorteile erzeugen. Bleiben Sie also gespannt, welche Erfahrungen wir machen und an welche Grenzen wir stoßen. Mehr dazu in den nächsten Beiträgen…

Welche Erfahrungen haben Sie mit Feedbacksystemen (wie Aufwärtsfeedback oder 360-Grad-Feedback) gemacht?

 

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