Ein Blick über den Tellerrand

Veröffentlicht von Thomas Hochfeld / 16. April 2014 / , , / 0 Kommentare

Was früher nicht denkbar war, sieht man heutzutage immer mehr. Unternehmen verlassen ihre ursprünglichen Geschäftsfelder, um neue zu erschließen, die ihnen vorher völlig fremd waren. Google ist da international ein sehr gutes Beispiel. Aber auch hierzulange wurde aus der ursprünglichen einfachen Postfiliale ein „Finanz-Center“. Wir beschäftigen uns hier im Blog mit banknahen Themen. Crowdfunding, Crowdsourcing, usw. sind Begriffe, über die wir schon mehrfach geschrieben und berichtet haben, nicht zuletzt mit Bezug auf unsere eigene Plattform www.viele-schaffen-mehr.de.
Doch ist es jetzt nicht mal an der Zeit, darüber nachzudenken, andere Geschäftsfelder zu erschließen? Beim Stöbern bin ich über einen Artikel gestoßen, der den Begriff „Crowd Delivery“ im Titel hatte. Da mir dies komplett neu war und ich den Ansatz aber interessant finde, werde ich im meinem Beitrag darüber berichten.

Was ist Crowd-Delivery?
Die Idee, die dahinter steckt, ist vergleichbar mit dem der anderen Crowd-Dienste. Man möchte Menschen dazu animieren, etwas zu tun, was anderen zu Gute kommt. In diesem Fall ist die Idee recht einfach. Eine Person möchte ein Paket von A nach B versenden und stellt dies online auf einer Plattform ein. Ein anderer, der diese Strecke täglich auf dem Weg zur Arbeit zurücklegt, sieht dies und nimmt das Paket, gegen Bezahlung, mit. Dabei bestimmt der Fahrer selber, ob er das Paket beim Sender abholt oder es ihm gebracht werden muss. Der Dienst, der die Plattform zur Verfügung stellt, bekommt eine Provision für die Vermittlung.

Gibt es schon so etwas in der Praxis?
In Deutschland gibt es aktuell noch keine solche Plattform. Der österreichische Anbieter „Checkrobin“ plant aber, zukünftig auch in Deutschland aktiv zu werden. Denn das Prinzip des Crowd Delivery funktioniert in Österreich bisher recht gut. Dies belegen die Zahlen auf der Webseite mit über 8.000 registrierten Nutzern und knapp 41.000 eingegebenen Fahrten binnen 10 Monaten. Das Unternehmen wurde im November 2012 gegründet und erstmals am 18. Juni 2013 der Öffentlichkeit präsentiert. Einer der Mitgründer ist Niki Lauda. Die Preise für eine Lieferung bei „Checkrobin“ belaufen sich dabei auf neun ibs 29 Euro. XL-Sendungen werden individuell bepreist. Sender und Fahrer einigen sich hier je nach Umfang, Aufwand und Größe auf einen Preis, mit dem beide Seiten leben können.

Was sind die Vorteile?
Diese Art des Versendens kann eine günstige und vor allem schnelle Alternative sein zu den etablierten Anbietern , wie zum Beispiel DHL, GLS und Co. Gerade in Ballungsräumen ist eine sehr kurzfristige und spontane Zustellung denkbar. Bei Abholung von zu Hause spart man sich auch den Weg zur nächsten Paketabgabestelle, sowie das „lästige“ Anstehen. Auch ist ein Verpacken nicht
notwendig. Für den Fahrer winkt ein attraktiver Fahrtkostenzuschuss für eine Fahrstrecke, die er sowieso zurückgelegt hätte. Natürlich hebt „Checkrobin“ als Vorteil auch die Einsparung von CO² und damit die Umweltschonung hervor.

Wie sehen die Nachteile aus?
Wenn man ein Paket befördern möchte, wird zwingend ein Smartphone samt dazugehöriger App vorausgesetzt. Dieses wird zur Sendungsverfolgung über Geotracking genutzt und zur Kommunikation zwischen dem Fahrer und Auftraggeber. Was weiterhin kritisch ist, ist dass trotz automatisch enthaltener Versicherung Schäden und Verlust des Paketes nicht mit abgesichert sind. Man sollte sich somit genau überlegen, was man versendet.
Noch steht auf der Webseite bei verlorenen oder beschädigten Sendungen eine „0“ und die Bewertung insgesamt fällt mit 4,8 von 5 Sternen sehr gut aus. Inwieweit sich dies bei einer weiteren Verbreitung ändern wird, bleibt abzuwarten.

Es ist auf jeden Fall ein spannendes Thema. Und an dem Beispiel aus dem Video (Vergessen des Reisepasses) sieht man, dass hier nicht unbedingt der klassische Produktversand im Vordergrund steht, sondern eher spezielle Transporte und vor allem „Same-Day-Delivery“.

Auch wenn es sich hierbei nicht um ein klassisches Geschäftsfeld einer Bank handelt, Erfahrung mit einer solchen Plattform besitzen wir mittlerweile durch unser Crowdfunding-Projekt. Und wenn wir dann noch zusätzlich die Fahrer mit iZettles ausstatten würden, dann könnten wir an zwei Stellen finanziell davon profitieren 😉

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