Kann der Online-Absatz von Lebensmitteln einen Mehrwert für die Bank und ihre Kunden generieren?

Veröffentlicht von Nadine Brommer / 29. April 2014 / , , , , , , , , , , , , , , / 0 Kommentare

Es ist kein Geheimnis, dass sich der Trend im Einzelhandelsbereich zunehmend Richtung Online-Handel verschiebt, so rechnet „ibi research“ von der Universität Regensburg mit einem Anstieg des Online-Handels bis 2018 um 15% am Gesamtumsatz des innerdeutschen Einzelhandels. Aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland sollte man doch davon ausgehen, dass sich dieser Trend nicht zunehmend verschärft, da sich doch gerade die jüngeren Generationen im E-Commerce bewegen und die Menschen ja bekanntlich zunehmend älter werden. Doch gerade die ältere Generation entdeckt in den letzten Jahren die Vorteilhaftigkeit des Onlineeinkaufs. Schaut man auf den Online-Absatz der verkauften Produkte, fällt schnell auf, dass verschiedene Produktgruppen im Internet einen enorm hohen Absatz finden, dazu gehören beispielsweise Bücher, Tickets und Bekleidung.

Auffallend ist, dass sich vor allem eine Branche im E-Commerce noch nicht durchsetzen konnte – der Bereich der Lebensmittel. Amazon als Umsatzmarktführer im Online-Versandhandel geht auch in diesem Bereich erneut in die Offensive und bringt das in den USA bereits aktive „Amazon Fresh“ nach Deutschland. Geplant ist der Start im Bundesgebiet zum September 2014. Auch REWE setzte schon auf den neuen Trend und testet derzeit den Versand von frischen Lebensmitteln via Kurier/Bote in 23 Filialen in Deutschland zu den Kunden nach Hause.

Bringen diese neuen Dienste im E-Commerce einen Mehrwert? Unsere Kunden sind als Unternehmer und ebenso als Privatpersonen ständig mobil, im Ausland – sei es für eine Geschäftsreise oder im Erholungsurlaub – oder untertags im beruflichen Alltag „gefangen“.

Man stelle sich beispielsweise folgende Situation vor: Der Kunde befindet sich im Urlaub z.B. auf den Malediven und bestellt noch schnell und bequem via Tablet oder Smartphone am Terminal des Abflughafens über das vorhandene WLAN-Netz seine Lebensmittel, die er für das kommende Wochenende benötigt, bevor der Flieger das Land in Richtung Deutschland verlässt. Kaum zuhause angekommen erhält er, dank Wunschliefertermin, seine Lebensmittel direkt vor die Haustüre geliefert und kann ganz bequem den eigenen Kühlschrank mit frischen Lebensmitteln aus der Region befüllen.

 

Doch wie kann hier in diesem neuen Marktsegment die Rolle unserer Bank aussehen?

Für den Versandhandel gibt es bereits viele Lösungen, weniger für verderbliche Lebensmittel. Diese können nicht einfach von Bühl nach Hamburg mit einem Standardpaket versendet, oder in einer Postbox abgelegt werden, auch wenn sich diese (dank einem neuen Test von DHL) vor der eigenen Haustüre befinden. Für das neue Marktsegment bedarf es neuer Ideen und neuer Wertschöpfungsketten.

Zielführend wird es sein, unseren Kunden auch bei diesen Veränderungsprozessen tatkräftig zur Seite zu stehen. Um z.B. einen Online-Handel aufzubauen, bedarf es vieler verschiedener Faktoren und grundsätzlicher Entscheidungen, bspw. welches Shopsystem eignet sich am besten für das angestrebte Vorhaben, wie sehen die Absatzchancen aus? Wird eine Preis- oder Differenzierungsstrategie umgesetzt? Wie werden die Güter transportiert? Per Paketversand von namhaften großen Anbietern oder wird eine eigenständige Versandlogistik aufgebaut? Welche Bezahllösungen sollen eingesetzt werden bzw. welche werden von den Kunden nachgefragt?

Wenn die Volksbank auch in diesem Segment weiterhin nahe am Kunden sein möchte, gilt es, passende Strategien zu erarbeiten, sich geeignete Partner zu suchen, um so den ganzheitlichen Beratungsansatz zu optimieren und weiterhin verfolgen zu können. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Nach diesem Leitbild sollten wir unsere Kunden und vor allem unsere Händler über neue Trends informieren, ihnen als Berater zur Seite stehen und neue zusätzliche Lösungsansätze in der Beratung erarbeiten.

Gerade im Hinblick auf die demographische Entwicklung und die hierdurch zunehmende Steigerung der älteren Generation an der Gesamtbevölkerung gilt es, für das immer wichtiger werdende Klientel von älteren Menschen, deutlich erkennbare Mehrwerte zu schaffen. Dies könnte z.B. durch die Kooperation von Volksbank mit örtlichen Lebensmittellieferanten in naher Zukunft erfolgen. Dadurch, dass auch die ältere Bevölkerung das online shoppen für sich entdeckt, ist es naheliegend, dass spezielle Dienstleistungen für diesen Bereich angeboten werden.

So können sich z.B. Kunden online bei dem regionalen Gemüsehändler frisches Obst/Gemüse bestellen und sich nach Hause liefern lassen. Ähnlich der Vorgehensweise von REWE in Kooperation mit der Postbank (nur nicht in der Filiale sondern beim Kunden zu Hause) ist es denkbar, dass örtliche Lebensmittellieferant von der Volksbank mit einem kabellosen GPRS-Terminal ausgestattet werden. So kann der Kunde nicht nur die Lieferung direkt bezahlen sondern sich gleichzeitig durch Belastung mittels girocard/Kreditkarte zusätzlich Bargeld auszahlen lassen. Es werden nicht nur 20,-€ für das Gemüse und Obst abgebucht, sondern insgesamt z.B.120,-€ – 20,-€ für den Einkauf und 100,-€ bekommt der Kunde bar ausgehändigt. Somit ist die Bargeldversorgung zusätzlich in der Wertschöpfungskette etabliert und der Kunde muss nicht extra den nächsten Geldautomaten zur Bargeldversorgung aufsuchen. Dies spart dem Kunden Zeit, Weg und Geld.

Die Bank der Zukunft muss sich neu definieren: Und das kann sie durch branchenübergreifende Vernetzung. Es bleibt spannend abzuwarten, ob sich dieser Trend durchsetzen wird…

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