Avuba – Angriff auf das Girokonto

Veröffentlicht von Meike Boj / 26. Mai 2014 / , / 1 Kommentar

„Let’s fix banking!“ so lautet der Slogan des Berliner Startup´s Avuba. Die Gründer verfolgen das Ziel von einem unkomplizierten, anwenderfreundlichen Girokonto, wie es heute sein sollte: Frei von aufwändiger Bürokratie, ausgestattet mit moderner Web- und Mobile-Apptechnologie inklusive transparenter Leistungen und Gebühren.

Avuba hat sich das hohe Ziel gesetzt Banking persönlicher und kundenzentrierter zu gestalten. Dabei spielt die mobile App eine zentrale Rolle. Mit dieser modernen, übersichtlichen App lassen sich jederzeit und überall Rechnungen bezahlen, Geld an Kontakte senden oder Überweisungen tätigen. Mit der EC- oder Kreditkarte kann weltweit kostenlos Bargeld abgehoben werden. Eine anschauliche Übersicht der Ausgaben sowie Benachrichtigungen über Kontoaktivitäten in Echtzeit ermöglichen komfortable Einsicht in die Finanzen. Zusätzlich bietet die Avuba App Statistiken und Auswertungen, die dem Bankkunden helfen, ein Haushaltsbuch zu führen. Schließlich bietet die App bei allen Fragen einfache und unbürokratische Hilfe. Das Ganze kostet dabei 7 Euro ohne weitere Gebühren.

Für mich war sehr interessant zu sehen, welche strategischen Partnerschaften Avuba bei der Umsetzung der Geschäftsidee eingegangen ist. Das Startup kooperiert mit der net-m Privatbank 1891 in Düsseldorf, die die notwendige Bankenlizenz mitbringt. Besonders spannend: Der gesamte Zahlungsverkehr wird über die GAD, das Rechenzentrum der Volks- und Raiffeisenbanken, abgewickelt.

Alles gut und schön, aber Übersichtlichkeit, Einfachheit und mobile Apps sind ja nichts Neues. Schon heute können Anwender auf Lösungen wie figo, finanzblick oder Numbrs zugreifen, die genau das tun. Und hierin liegt aus meiner Sicht der entscheidende Unterschied: Die Gründer von Avuba glauben nicht an den Ansatz der zuvor genannten Anbieter, da dieser die eigentlichen Probleme bei den Banken nicht löst, sondern nur das Management der existierenden Konten in eine App verlagert. Avuba ist da aus meiner Sicht schlauer und bietet genau aus diesem Grund das Gesamtpaket „Girokonto“ an, um den gesamten Prozess kontrollieren zu können. Darüber hinaus möchte sich das Avubakonto durch transparente Kosten und weitere Serviceangebote vom klassischen Girokonto des Wettbewerbers differenzieren.

Für mich bleibt offen. ob sich der Anwender nun für ein Gesamtpaket wie von Avuba oder einen Drittanbieter wie z.B. figo entscheidet. Für Avuba spricht das „alles aus einer Hand“-Prinzip und der „Feel-good Faktor“. Dagegen spricht, dass der Anwender sein Geld doch lieber der Hausbank anvertraut. Der Markt ist jedenfalls groß genug für Alternativen. Die Banken erscheinen nach außen fast teilnahmslos oder zu träge für eigene innovative Lösungen. So oder so: Banking braucht Bewegung und frischen Wind. Im Ausland gibt es bereits einige Beispiele wie „Simple“, „Moven“ aus den USA oder Barclays in England: Es tut sich was. Zeit, dass auch in Deutschland mehr passiert.

Kommentare

Ein Kommentar

  • Peter
    26. Mai 2014 bei 10:17

    … Die Fiducia IT AG hat auf ihrer Messe COM14 mit der Designstudie „WhatsCash“ auch eine P2P Lösung die auf das Girokonto aufsetzt im Perspektivenraum vorgestellt.

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