Revolutioniert Knip das Versicherungswesen?

Veröffentlicht von Franz Sebastian Welter / 17. Juni 2014 / , , / 0 Kommentare

Christina Kehl_Knip

Es kommt selten vor, dass ich von einem Geschäftsmodell schnell angetan bin. Bei Knip war die jedoch der Fall. Denn kennen wir nicht alle das lästige Problem mit den dicken Versicherungsordnern, die von Jahr zu Jahr noch dicker werden? Genau hier setzt Knip an. Co-Founder & COO Christina Kehl stellt uns Knip in einem Interview vor. 

Hallo Christina, stell uns doch mal bitte Knip vor und erklär uns, was es mit der Knip-App auf sich hat? Was sind Eure Ziele?

Wer kennt es nicht? Ein dicker Ordner mit der Aufschrift VERSICHERUNGEN verstaubt in den Untiefen des Arbeitszimmers, unverständliche Versicherungspolicen und soviel Kleingedrucktes, dass einem der Kopf schwirrt. Neben der alljährlichen Steuererklärung gehört die Verwaltung der eigenen Versicherungen vermutlich zu den unbeliebtesten Lebensaufgaben. Aber dennoch brauchen wir sie. Uns ging es nicht anders. Wir stellten uns fortwährend die gleichen Fragen wie alle Schweizer: Welche Versicherungen brauche ich wirklich? Habe ich den besten Tarif? Welche Anpassungen brauche ich für meine individuelle Lebenslage? Zahle ich zuviel? Aus unserer Sicht schaffen es altbewährte Plattformen wie comparis.ch nicht einen wirklichen Mehrwert neben Preisvergleichen zu bieten. Am Ende optimieren sie auf den Preis, helfen jedoch nicht bei der umfassenden Planung oder dem Management des Versicherungsportfolios. Die Arbeit und Recherche bleibt letztlich doch beim Kunden hängen.

Was genau kann die Knip-App? Welchen Nutzen bietet Ihr euren Kunden?

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich will meine Versicherungen in einer mobilen App verwalten, immer den besten Preis und die beste Leistung erhalten, ohne Aufwand, ohne Papierkrieg, ohne Berateranrufe – und das am besten kostenlos. Und deshalb haben wir Knip gegründet! Knip managed deine Versicherungen für dich in einer mobilen App. (app.knip.ch) Denn überversichert, unterversichert – wer weiß das schon? Bei Knip erhält der Kunde eine leicht verständliche Übersicht und Analyse der bestehenden Versicherungen, der Versicherungstarife und -leistungen. Zudem erkennt die Knip App automatisch individuelle Sparpotentiale und Möglichkeiten für bessere Versicherungsleistungen.

Bildschirmfoto 2014-06-17 um 12.26.06Quelle: http://app.knip.ch

Wie ist die erste Resonanz von den Nutzern? Könnt ihr schon ein paar Zahlen nennen?

Die erste Resonanz ist überwältigend. Wir konnten in unserer proof-of-concept-Phase deutlich mehr Kunden überzeugen und gewinnen als im Vorfeld geplant – zu niedrigeren Kundenakquisekosten als angesetzt. Rundum also ein toller Auftakt für Knip!

Wie funktioniert das Geschäftsmodell hinter der Knip-App? Was passiert mit den Daten des Nutzers?

Knip übernimmt das komplette Management deiner Versicherungen für dich und ist kostenlos. Hierfür erhalten wir von den Versicherungen eine Verwaltungspauschale. Auf Abschlussprovisionen sind wir so nicht angewiesen, deshalb kann Knip komplett unabhängig, transparent und individuell beraten. Die Daten des Nutzers sind sicher in unserem Schweizer Rechenzentrum gespeichert und werden nur zur Versicherungsanalyse genutzt und natürlich nicht weitergegeben.

Wie sehen Eurer Zukunftspläne aus? Kannst du schon verraten, wie es in den nächsten Wochen weitergeht?

Die Knip App befindet sich derzeit im Apple Review Prozess und wir freuen uns auf den offiziellen Launch der App! Android folgt in Kürze, ebenso der Ausbau der Knip Plattform. Wichtig ist uns die ständige Kommunikation mit unseren Kunden (vor allem über Social Media), um unsere Produkte und Tools wirklich auf sie abzustimmen. Kunden Anregungen werden bei uns ernst genommen und wir tun unser Möglichstes um alle Ideen und Anfragen umzusetzen.

Plant Ihr einen Start in anderen Ländern? Steht Deutschland auch auf der Agenda?

Für den Moment konzentrieren wir uns komplett auf die Schweiz um die Knip Tools und Services in Perfektion zur Verfügung stellen zu können. Allerdings wissen wir natürlich, dass der Versicherungspain weltweit der Gleiche ist. Es gibt also viel zu tun!

Last but not least, wie wird sich deiner Meinung nach der Versicherungsmarkt verändern?

Der Versicherungsmarkt wird sich, wie alle anderen Branchen, der Digitalisierung nicht verschliessen können. Wir als junge Zielgruppe erwarten digitale Dienstleistungen, egal ob beim Schuhkauf bei der Reisebuchung. Gleiche Anforderung stelle ich auch an meine Versicherungen, insbesondere weil sie nicht-physische Produkte sind! Innovation von innen ist schwierig, insbesondere wenn das traditionelle Geschäftsmodell (noch) funktioniert. Aber in vielen Gesprächen, die wir mit Versicherungsgesellschaften führten, wurde der Bedarf nach Digitalisierung und einen zielgruppenspezfischen Kundenansprache verstanden bzw. sogar bestätigt. Knip ist also auf einem guten Weg!

Christina, vielen Dank für das Interview. 

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