Bezahlen der Zukunft am Händler und Kunden vorbeientwickelt?

Veröffentlicht von Thomas Hochfeld / 20. Juni 2014 / , , , , , / 0 Kommentare

Wir haben hier in unserem Blog schon viele neue Payment-Verfahren vorgestellt. Zuletzt hat dies meine Kollegin Tanja Kaufmann mit ihrem Artikel über Snap & Pay getan. Woche für Woche tauchen neue Spieler auf dem Markt auf, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Bezahlen am Point-of-Sale (POS) zu revolutionieren. Doch der große Durchbruch lässt auf sich warten.
Durch einen Franchisebetreiber, dem wir als lokal agierende Bank keine passende (deutschlandweite) Lösung anbieten konnten, sind wir über unseren Verbundpartner Cardprocess auf deren uns bisher unbekannte Tochter Europay Consult gestoßen, die speziell dafür Lösungen anbietet. Was liegt da nicht näher, als jemanden aus der Praxis zu diesem Thema zu befragen und die Situation am POS realistisch zu beurteilen.

schmauderBitte stellen Sie die Europay Consult kurz vor.

Die Europay Consult ist die Vertriebslinie der CardProcess für den Franchisemarkt. Ein Franchisesystem ist in der Regel bundesweit mit seinen unternehmerisch weitgehend selbstständigen Niederlassungen präsent. Der Einkauf von Dienstleistungen oder der Abschluss von Rahmenverträgen ist in Verantwortung der Systemzentrale. Eine regional orientierte Bank ist oft nicht in der Lage bundesweite Lösungen und den entsprechenden Service zur Verfügung zu stellen. Hier bietet Europay flexible Lösungen, um gemeinsam den Systemkunden und deren Franchisepartner mit attraktiven Angeboten als Kunden zu gewinnen.

Wie wird sich das Bezahlen am Point of Sale in den nächsten Jahren Ihrer Meinung nach verändern?

Durch die sich gerade verändernden Rahmenbedingungen in der Gebührenpolitik und die Fortsetzung des Trends zu unbaren Bezahlungen wird der kartengestützte Zahlungsverkehr weiter wachsen. Durch die fortschreitende Technik und die Anwenderfreundlichkeit werden kontaktlose Zahlungen stark zunehmen und das Zahlungsverhalten verändern. Kontaktlose Zahlungen sind zukünftig nicht mehr an eine Plastikkarte gebunden, sondern werden zunehmend auch über Smartphones abgewickelt. Ob sich Satellitenlösungen von Handels- oder Telekommunikationsunternehmen über Apps oder Wallets durchsetzen werden bleibt fraglich, da der Verbraucher gerne in verschiedenen Unternehmen einheitliche Systeme bevorzugt.

Was muss ein innovatives Bezahlsystem bieten, damit es einerseits die Händler, andererseits die Kunden akzeptieren?

Sowohl Kunden als auch Händler schätzen Systeme, welche schnell und wenig störanfällig funktionieren und für beide Seiten keine hohen Kosten verursachen. Hier werden sich in den Grundbedürfnissen keine wesentlichen Veränderungen ergeben. Eine kontaktlose Zahlung über eine Smartphone z.B. muss schnell und sicher funktionieren, damit der Zahlungsvorgang am POS die Dienstleistung abrundet und nicht stört.

Wie beurteilen Sie den Vorstoß von Paypal im POS und wie sehen Sie deren Chancen? Paypal hat in wenigen Jahren im Distanzgeschäft eine starke Marke aufgebaut. Verbraucher schätzen die Anwendung und haben Vertrauen ihre E-Commerce Einkäufe darüber abzuwickeln. Ob sich diese Position auf den realen POS übertragen lässt ist fraglich. Mobile POS wird der sogenannten digitalen Kasse sicher zum Durchbruch verhelfen und Händler und Kunden technisch näher zueinander führen. Wer auf dem Mobile-POS-Markt letztlich den entscheidenden Durchbruch schafft, ist derzeit noch nicht absehbar.

Welche Lösungen können Sie innovativen Händlern heute schon anbieten?

Europay ist in der Auswahl seiner Dienstleister offen. Dies bedeutet letztendlich, dass wir unseren Systempartnern im Franchisebereich individuelle Lösungen vermitteln und als Teil des Gesamtkonzepts verkaufen. Ob dies besondere technische Anbindungen, Akzeptanzen von bestimmten Kundenkarten oder Sonderlösungen für Lieferdienste sind ist dabei zweitrangig. Europay sieht sich für seine Kunden als Berater für POS-Lösungen im kartengestützten Zahlungsverkehr.
 Das Interview wurde mit Raimund Schmauder, Abteilungsleiter Vertrieb Europay geführt.

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