Mobile Emotion mit SOON?

Veröffentlicht von Anja Gempler / 24. Juni 2014 / , , , / 0 Kommentare

Auf der FinovateEurope im Februar 2014 stellten Raphael Klivien (General Manager, AXA Banque) und Patrick Bucquet (VP Digital, CH&C) die neue App „SOON“ vor, die im Januar diesen Jahres gelaunched wurde. Wie schon viele mobile Lösungen vor ihr verspricht sie natürlich ebenso das mobile Banking-Erlebnis schlechthin zu sein. Doch SOON scheint wie Moven, Simple oder GoBank tatsächlich ein wenig anders zu sein.

Ich selbst war gespannt, was SOON bietet, denn diese App wird von einer „richtigen“ Bank, der AXA Banque in Frankreich, betrieben. Da kann man schon einmal vermuten, dass das Ganze nicht sehr revolutionär um die Ecke kommt. Doch Soon bietet entgegen meinen Erwartungen Design, Funktionalität und Usability und versucht an den Emotionen der Nutzer anzuknüpfen. Sie sieht nicht aus wie ein schlechter Abklatsch der eigentlichen Webseite, sondern wie eine Top-Lösung für Smartphone-Nutzer mit Spaß zu „banken“. Ein echter Service.

Zunächst ein Blick auf das Vimeo-Video von SOON:

Ein Konto zu eröffnen scheint total einfach. Ein paar Angaben zur Person und ein Foto des Ausweises – das war’s. Kreditkarte inklusive. Richtig toll ist das Angebot eines 24/24 Services an sechs von sieben Tagen in der Woche, an denen SOON-Berater bei Fragen per Chat-Funktion weiterhelfen. Als ich mich eine Weile auf der Seite aufhielt, wurde ich sogar von einem Berater angechattet, ob er mir helfen könne. Und möchte jemand gerne face-to-face mit einem Mitarbeiter der AXA Banque sprechen, darf er das gerne tun und eine der örtlich ansässigen Filialen der AXA Banque besuchen.

Jetzt kommen Emotionen ins Spiel. Die Möglichkeit, jede einzelne Ausgabe mit Bildern zu individualisieren, gibt der App einen sehr persönlichen Charakter. Sie bietet nicht nur eine grafische Aufarbeitung der Ausgaben, sondern sie versucht den Nutzer für sich einzunehmen. Nicht nur materielle  Dinge, wie der letzte modische Einkauf vom Lieblingslabel, finden hier ihre Verewigung, sondern auch die schönen Momente mit Freunden z.B. beim WM-Essen in der Kneipe nebenan oder der Familienausflug in den Abenteuerpark. Schnell ein Foto gemacht oder ein Kommentar abgegeben und ich kann einfach nachvollziehen für was ich mein Geld verwende, oder auch manchmal verschwende ;-).

Durch diese Funktion lassen sich auch Rechnungen und Kassenbelege kinderleicht archivieren.

Quelle: www.soon.fr

Quelle: www.soon.fr

Zudem gibt es die Möglichkeit, Projekte anzulegen, auf die man hinsparen möchte. Ebenfalls wieder machbar ist, das Bild vom lang ersehnten Audi oder der teuren digitalen Spiegelreflexkamera zu hinterlegen, mit der man schon bald die professionellsten Bilder schießen möchte. Und mit der intelligenten RAD (Reste à Dépenser ©) Funktion versucht  SOON einem dabei auch bestmöglich zu helfen, indem zum einen die monatlichen Ersparnisse für die angelegten Projekte gleich berücksichtigt werden und zum anderen angezeigt wird, welche Ausgaben im laufenden Monat noch anstehen und wie viel Geld somit monatlich noch verfügbar ist.

http://soon.fr/#

Quelle: www.soon.fr

Mir gefällt auch ganz gut, dass SOON ein personalisiertes Intro zur App hat. Wer mag das nicht 😉


SOON kategorisiert die einzelnen Ausgaben und ermöglicht es dem Nutzer für diese Kategorien eigene fixe Budgets festzulegen. Damit hat man seine Ausgaben noch besser unter Kontrolle.

Und was mich sehr überrascht hat, ist die Kooperation mit dem Anbieter PayPal. So lassen sich ganz einfach und schnell über die App Schulden bei Freunden begleichen.

Quelle: www.soon.fr

Quelle: www.soon.fr

 

Ich finde SOON eine tolle Lösung, die den Weg für die mobilen Banking-Lösungen weiter vorbereitet. Und wenn nicht alles auf Französisch wäre, fände ich es noch viel besser ;-). Was ich damit sagen will:

Wir brauchen mobile (und geeignete!) Lösungen in Deutschland, sonst verlieren die deutschen traditionellen Banken früher oder später den digitalen Wettlauf.

 

 

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