vaamo – anlegen wie ein Nobelpreisträger

Veröffentlicht von Meike Boj / 28. Juli 2014 / / 0 Kommentare

Am 23.06. ist das FinTech-Startup vaamo an den Markt gegangen. Das deutsche Unternehmen mit Sitz in Frankfurt wurde von den im Bereich Finanzen promovierten ehemaligen Consultern Thomas Bloch, Yassin Hankir und Oliver Vins ins Leben gerufen. vaamo hat zum Ziel Geldanlage und Vermögensaufbau intuitiv und leicht verständlich zu machen. Dem Sparer wird dabei durch einen neuartigen Online-Service des jungen Unternehmens ermöglicht, seine finanziellen Ziele zu definieren und durch konsequentes Sparen zu erreichen.

Bei vaamo wählt der Kunde seine persönlichen Finanzziele wie z.B. ein Eigenheim, die Ausbildung der Kinder, die Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau aus. Der Online-Service informiert den Sparer dabei ständig über den aktuellen Status seiner Ziele und schlägt darüber hinaus automatisch Lösungsmöglichkeiten vor, falls ein Anpassungsbedarf besteht. vaamo verspricht kinderleicht mit drei Mausklicks ein neues Sparziel anzulegen, Geld ein- oder auszuzahlen, Sparplanraten flexibel anzupassen oder zu pausieren.

Der Sparer investiert sein Geld in ein weltweit gestreutes Portfolio aus Aktien und Anleihen und wählt dabei seine individuelle Risikoneigung in drei Stufen aus. Das dem zugrundeliegende Anlagekonzept beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und wurde in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität entwickelt. Die Fondsplattform FFB ist Partner für Depotführung und Transaktionsabwicklung. Investiert wird in Indexfonds des Anbieters Dimensional Fund Advisors. Die Kosten sind dabei mit einer Servicepauschale zwischen 0,49 bis 1,19 Prozent pro Jahr bezogen auf das durchschnittliche Anlagevolumen abgegolten.

Aus meiner Sicht ist das User Interface von vaamo sehr gelungen, da es die Benutzeroberfläche radikal vom zugrunde liegenden Anlagekonzept trennt. Es ist einfach und übersichtlich gestaltet und sehr ansprechend. Besonders wichtig ist meines Erachtens, dass sämtliche technische Abwicklungsdetails von der Oberfläche verborgen werden. Der Sparer behält sein Ziel im Fokus und muss sich nicht mit einzelnen Depotpositionen und deren Kennzahlen befassen. vaamo dürfte nach meinem Dafürhalten die Kunden ansprechen, die angesichts der aktuellen Minizinsen nach Alternativen suchen, vor dem Management eines eigenen Portfolios aber zurückschrecken.

Trotz aller Einfachheit und gelungener Usability lässt sich die Bürokratie dann aber doch nicht ganz abschaffen – wer vaamo nutzen will, muss sich durch einen WpHG-konformen Depoteröffnungsantrag kämpfen. Und genau das dürfte meines Erachtens letztlich die entscheidende Nuss sein, die vaamo knacken muss: Die potentiellen Kunden dazu zu bewegen, diese relativ hohe Einstiegshürde zu überwinden.

Dennoch verfolgt vaamo große Ziele: Bis 2018 will das Unternehmen in Deutschland insgesamt 100.000 Kunden mit einem Gesamtanlagevermögen von 1,5 Milliarden Euro gewinnen. Dazu wünsche ich viel Erfolg! 🙂

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