Mit Kiind zum Mitglieder-Mehrwertprogramm 2.0?

Veröffentlicht von Anja Gempler / 2. November 2014 / , , , , , , , / 0 Kommentare

Denken Sie bitte einmal an ein x-beliebiges Produkt, mit dessen Kauf Sie zufrieden sind. Unter den gleichen Umständen würden Sie sich vielleicht sogar wieder für dieses Produkt entscheiden – eventuell aber auch für ein anderes, dessen Produkteigenschaften sich mit dem Ihrigen decken. Obwohl Sie also mit Ihrem Produkt zufrieden sind, ziehen Sie es in Erwägung, beim nächsten Mal ein anderes zu wählen.

Zufriedene Kunden sind toll – begeisterte Kunden sind besser.

Wie das obige Beispiel zeigt, reicht es nicht, seine Kunden nur zufrieden zu stellen. Zufriedene Kunden stehen der Marke und dem Produkt eher neutral gegenüber und denken nicht einmal daran, es in einem Gespräch gegenüber Freunden zu erwähnen. Überaus positive Emotionen und Kognitionen tauchen hier nur selten auf – da die Erwartungen, die man an das Produkt und die Marke hatte, lediglich  erfüllt wurden – genauso wenig allerdings auch negative Gefühle und Gedanken. Neutralität eben.

Begeisterte Kunden allerdings sind das, was sich jedes Unternehmen zum Ziel setzen sollte.
Mittlerweile klassisches Beispiel: apple. Welches Unternehmen sonst begeistert in den letzten Jahren seine Kunden in solchem Maße? Eigentlich spricht man hier ja bereits von Fans. Haben Sie sich schon einmal mit einem Apple-Verfechter unterhalten? Er wird das iPhone und dessen Features in höchsten Tönen loben, Ihnen sagen, dass es nichts Besseres gibt, Sie sofort Ihr Android Smartphone, Ihren Samsung Laptop und Ihr Nexus Tablet in die Tonne kloppen sollen und sich direkt ein iPhone, ein iPad und ein MacBook Pro anschaffen müssen. Natürlich hat er sich das neue iPhone 6 schon längst bestellt. Kennen Sie, oder? Weiterempfehlung und Wiederkauf sind hier die Stichworte. Begeisterte Kunden tun dies – zufriedene eher weniger. Kundenzufriedenheit ist nur die Grundlage hin zur Kundenloyalität und Kundenbegeisterung.

Begeben wir uns nun in die Welt der Finanzunternehmen. Zahlreiche Versuche werden getätigt, das Banking von heute zu revolutionieren, und somit vor allen anderen Anbietern, Menschen für die eigene Lösung zu begeistern. Die einen erfolgreicher, die anderen weniger. Was man zugeben muss ist, dass es wirklich nicht so einfach ist, ein so wenig spannendes Produkt wie ein Girokonto so zu gestalten, dass es Kunden begeistert. Für andere Finanzprodukte gilt das Gleiche. An dieser Stelle möchte ich natürlich Themen wie PFM, Mobile Banking und Mobile Payment nicht unerwähnt lassen, da Sie in Zukunft mehr Leben in das Banking von heute bringen werden bzw. bereits gebracht haben. Doch dies soll in diesem Beitrag nicht das Thema sein. Vielmehr möchte ich auf den USP der Genossenschaftsbanken, die Mitgliedschaft, und das damit verbundene Mitglieder-Mehrwertprogramm eingehen. Die Unique Selling Proposition der Volksbanken Raiffeisenbanken, mit der sie sich von allen anderen Finanzdienstleistern abgrenzen können. Es will bei vielen leider nur noch nicht so richtig klappen. Die Bemühungen sind groß, rund um die VR-BankCard Plus ein Mehrwertprogramm zu stricken, für das es sich lohnt, Kunde und Mitglied bei einer Volksbank zu werden. Von Vergünstigungen bei überregionalen Plus-Partnern, über kleine Geschenken beim Händler nebenan, bis hin zu Mitglieder-Zeitungen und einem „Plus des Monats“, bei dem Kunden pro Monat ein exklusives Angebot ihrer Bank in Kooperation mit einem regionalen Plus-Partner geboten wird. Es wird an vielen Stellen viel Geld und Zeit investiert und demnach werden auch richtig tolle Sachen geboten. Aber wohl oft nicht genug, um die eigenen Kunden oder andere zu einer Mitgliedschaft zu bewegen – geschweige denn sie zu Fans zu machen. Aber woran liegt es? Sind Kunden heute zu anspruchsvoll? Wird zu wenig Werbung gemacht und womöglich über den falschen Kanal? Sind die Angebote doch nicht so toll wie gedacht? Mit Sicherheit von allem ein bisschen. An dieser Stelle möchte ich Ihnen gerne „Kiind“ vorstellen, ein Bonusprogramm, das möglicherweise ein Schritt in Richtung Mitglieder-Mehrwertprogramm 2.0  sein könnte.

Kiind bietet Unternehmen digitales Schenken – schnell, einfach und kostengünstig. Und so funktioniert es:

1. Geschenk auswählen – ob Amazon-Gutschein, iTunes-Karte, ein Gutschein von Sephora etc.
2. Empfänger auswählen
3. Persönliche Nachricht hinzufügen
4. Auftrag platzieren
5. Überwachung (Versendete Gutscheine und Inanspruchnahme der Gutscheine)

https://www.kiind.me

https://www.kiind.me

Hat der Kunde seinen Gutschein per Mail empfangen, kann er entscheiden, was er damit machen möchte. Er kann ihn entweder online oder direkt im Store über einen QR-Code mit seinem Smartphone einlösen, ihn an eine gemeinnützige Organisation seiner Wahl spenden oder ihn verfallen lassen.

Interessant für Unternehmen ist die Funktion, seine eigene Applikation ins Spiel zu bringen. Durch die „API Integration“ kann Kiind in die eigene Anwendung integriert und darüber genutzt werden.

https://www.kiind.me/api

https://www.kiind.me/api

Außerdem bietet Kiind die Möglichkeit, seine eigenen Gutscheine über dessen System abzuwickeln und auf der eigenen Webseite zu platzieren. Diese Funktion befindet sich derzeit allerdings noch in der Beta-Version.

https://www.kiind.me/merchantservice

https://www.kiind.me/merchantservice

Als ich auf Kiind gestoßen bin, dachte ich sofort an das Mitglieder-Mehrwertprogramm der Volksbanken Raiffeisenbanken. Ein solches System würde die Möglichkeit bieten, Mitglieder gezielter und zudem kostengünstig auf bestimmte Vorteile aufmerksam zu machen. Auch die Inanspruchnahme des Mehrwertes ist für das Mitglied unkompliziert und einfach. Zudem glaube ich, dass die Idee, seinen Mehrwert zu spenden, bei vielen sehr gut ankommt. Ich denke bei dem Ganzen zunächst daran, es als ein „Add-on“ zu dem bisherigen Mehrwertprogamm einzusetzen. Natürlich mit Gutscheinen der regionalen Händlern und den überregionalen Plus-Partner. Bislang hängt der Mehrwert von dem Einsatz der VR-BankCard Plus ab. Vielleicht muss man sich auch ein bisschen von dem Gedanken, diesen an eine Karte zu binden, lösen – wer weiß wie lange Karten zur Zahlung überhaupt noch eingesetzt werden 😉

Meine Gedanken sind mit Sicherheit noch nicht zu Ende gedacht, aber wie bereits gesagt, finde ich, dass die Idee von Kiind ein toller Ansatz sein kann, um das Mitglieder-Merhwertprogramm in die digitale Welt zu übertragen und somit den eigenen USP auszunutzen und Kunden zu begeistern.

 

 

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