Clinkle – die 25 Millionen Dollar Idee

Veröffentlicht von Meike Boj / 16. Dezember 2014 / , / 0 Kommentare

„Pay it friendly – Treat your friends“: Nach 17 Monaten Entwicklungszeit mit einem Budget von 30 Mio Dollar brachte das US-Startup Clinkle seine Bezahllösung Ende September an den Start. Das Unternehmen machte bereits 2013 durch eine frühe Seed-Finanzierung in Höhe 25 Mio. Dollar von namhaften Investoren aus dem Silicon Valley von sich reden. Im Mittelpunkt des Ganzen steht die Mobile-Payment-App mit Belohnungs- und Gamification-Ansatz. Dahinter verbirgt sich eine eigens von Clinkle herausgegebene Prepaid-Kreditkarte, die vom Nutzer – einmal aufgeladen – gemeinsam mit der App zum Bezahlen im Off- und Online-Handel verwendet werden kann. Die Besonderheit: Nach jeder siebten Abbuchung erhält der Nutzer die Möglichkeit, sogenannte „Treats“ an befreundete Clinkle-Nutzer zu schicken. „Treats“ sind personalisierte Belohnungen beziehungsweise Herausforderungen, die „dem Beschenkten“ im Erfolgsfall die letzte Rechnung (beispielsweise bei Starbucks) kostenlos zurückerstatten.


Vereinfacht gesagt versteht sich Clinkle als eine Art digitales Belohnungsprogramm im Payback-Stil, das darauf abzielt, die für die Etablierung eines Bezahldienstes notwendige kritische Masse durch Soziale Interaktionen zu erreichen. Darüber hinaus bietet die App auch die Möglichkeit, kostenlos Geld an Freunde zu verschicken. Dabei verwendet Clinkle eine Peer-to-Peer-Technik auf Basis von Hochfrequenz-Tönen.

Am Spannendsten bleiben aus meiner Sicht die weiteren Entwicklungen im eh schon hart umkämpften Mobile Payment-Markt. Hier steht das Startup in harter Konkurrenz zu den großen Playern wie Square, Simple, Google Wallet, PayPal – und nicht zuletzt: Apple Pay.

Wie Clinkle laut Business Insider gegenüber dem Branchenblatt kurz nach dem Start des Apple-Dienstes erklärt haben soll, habe man die eigenen Produktpläne bereits im letzten Jahr verändert. Man wolle sich auf ein Konsumenten-orientiertes und weniger Hardware-lastiges Payment-Produkt konzentrieren, hieß es. Wie Clinkle-Gründer Luca Duplan weiter erklärte, erhoffe man sich durch eine Zusammenarbeit mit Apple, ein Stück vom großen Payment-Kuchen abzubekommen.

Der Ansatz klingt spannend und könnte Erfolg haben, sofern Nutzer das nicht ganz so leicht zu durchschauende “Treat”-System verstehen und auch aktiv nutzen. Nutzer dürften durch die Visa-Partnerschaft nahezu überall bezahlen können. “Unser Ziel ist es den Bezahlprozess grundlegend zu modernisieren”, erklärte Duplan vor rund einem Jahr. Zu beurteilen, ob Clinkle es wirklich schafft Mobile Payment zu revolutionieren, käme zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch Kaffeesatzleserei gleich.

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