CurrentC – mit Walmart im Rücken zum ernstzunehmenden Mobile Payment Anbieter?

Veröffentlicht von Thomas Hochfeld / 23. Dezember 2014 / , , , , , , / 0 Kommentare

Der amerikanische Markt ist für Mobile Payment Anbieter sehr interessant. Zum einen geht es hier um einen Markt, der im Jahr 2017 voraussichtlich einen Umsatz von 90 Milliarden Dollar generieren wird (blogs.forrester.com), zum anderen um das Kaufverhalten der Kunden und deren Daten. Wer weiß, was die Kunden wo und wann einkaufen, kann dies für sich zum Vorteil nutzen. Daher verwundert es nicht, dass sich neben dem groß angekündigten Apple Pay auch ein weiterer Anbieter in Stellung gebracht hat, der mit Wal-Mart nicht weniger als das umsatzstärkste Unternehmen der Welt hinter sich hat.

Im Gegensatz zu Apple Pay setzt CurrentC nicht auf die Technik NFC, sondern analog zu Kesh, go4q oder weiteren deutschen Fintech-Startups auf QR-Codes. Der Bezahlvorgang kann auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen. Entweder scannt der Smartphone-Inhaber einen QR-Code an der Kasse oder die kassierende Person scannt den QR-Code vom Smartphone ab, um den Bezahlvorgang einzuleiten. In der Theorie ergeben sich hieraus zwei wesentliche Vorteile. Zum einen wird kein NFC-fähiges Smartphone benötigt, aktuell sind diese zahlenmäßig noch in der Minderheit. Da es sich bei CurrentC um eine App-Lösung handelt, ist diese im Gegensatz zu Apple Pay nicht an einen speziellen Anbieter bzw. Gerätehersteller gebunden. Zum anderen ist das System so konzipiert, dass als Verrechnungskonto das Bankkonto des Kunden hinterlegt wird, oder man es bei Bedarf mit Gutscheinkarten „aufladen“ kann. Somit umgeht man hier die Disagien der Kreditkartenunternehmen, die je nach Kartenart bis zu 3% betragen können. Gerade im margenschwachen Einzelhandel ist dies ein gutes Argument für die Händler.

currentc

Im Vergleich zur einfachen Handhabung eines Bezahlvorganges bei ApplePay verliert allerdings CurrentC, da vorab das Handy immer entsperrt werden muss und der Vorgang einfach länger dauert. So trifft auch die Einschätzung von Spiegel Online zu, dass die „Händler mehr von dem System profitieren“ als die Kunden. Dies zeigt sich auch gerade daran, dass sogar der Hersteller von CurrentC damit wirbt, dass Kundendaten gesammelt werden, damit „Treueprogramme und/oder Rabattaktionen damit verknüpft werden können“. Apple schließt dies (aktuell zumindest) aus.

Inwieweit sich das System durchsetzen wird, steht in den Sternen. Aktuell befindet es sich in der Pilotphase und soll in 2015 in die Breite gehen. Allerdings gab es schon in der Pilotphase Probleme und CurrentC wurde Opfer eines Hackerangriffes, bei dem Emailadressen der Kunden entwendet worden sind.

Meiner Meinung nach muss ein Mobile Payment System für den Kunden entwickelt werden, um Akzeptanz zu erlangen. Dies scheint Apple mit ApplePay augenscheinlich besser gelungen zu sein. Inwieweit die Kunden bereit sind für Rabatte und Treueaktionen ihre Daten preiszugeben und einen etwas komplizierten Bezahlvorgang zu akzeptieren, werden wir schon in 2015 beobachten können.

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