re:publica 2015 – „Schwarmdummheit & Co.“

Veröffentlicht von Anja Gempler / 10. Mai 2015 / , , , , , / 0 Kommentare

In den vergangenen Tagen fand die re:publica 15 in Berlin statt und wir konnten wieder aufs Neue erleben, wie umtriebig die Welt und die Menschheit ist. Unter dem Titel „Finding Europe“ konnte jeder für sich seine eigenen Highlights suchen und finden. Dabei entstanden ganz verschiedene Eindrücke und neue Erfahrungen. In einem waren wir uns jedoch einig: Dieses Jahr war besonders. Nicht nur, dass die Subkonferenz „FashionTech“ großen Anklang bei uns fand und mit der Welt des 3D-Drucks und außergewöhnlichen Wearable-Ideen bei uns punkten konnte, sondern auch die Masse an inspirierenden Freidenkern und rastlosen Wissens-Suchenden kreierte eine tolle Atmosphäre. Rund 6.000 Menschen waren es in diesem Jahr und so viele Sessions, dass man nicht umhin kommt, sich die verpassten im Nachgang anzusehen. Wir waren begeistert und freuten uns über ein tolles Networking und Kennenlernen neuer Persönlichkeiten.

Wie wahrscheinlich viele andere, fand ich den Vortrag „Schwarmdummheit“ des studierten Mathematikers Gunter Dueck (omnisophie.com) herausragend. Nun möchte ich darauf verzichten, eine Zusammenfassung seiner Session zu schreiben – auf Youtube können Sie sich den gesamten 30-minütigen Vortrag selbst ansehen. Es lohnt sich!
Vielmehr möchte ich auf die Folie eingehen, die Gunter Dueck unter lautem Beifall zum Abschluss zeigte:

www.b-2-b.de

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Diese Abbildung von Olivia Mitchell über „gutes Reden“ ergänzt Dueck mit seinen eigenen Gedanken woraus folgende Abbildung entsteht:

www.b-2-b.de

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Eleganz zu Komplexität – viele Experten erklären Dinge auf der höchsten Stufe der Komplexität und befinden sich somit am höchsten Punkt der Abbildung. Dass dies aber nicht von jedermann und schon gar nicht von den meisten Kunden verstanden wird, ist klar. Dadurch fühlt sich der Experte genötigt seinen Content noch einmal für „Dumme“ wiederzugeben, also „Dumping it down“. Doch ist das der Schlüssel? Nein. Etwas nur einfacher zu erklären, ist nicht genug und schon gar nicht erfolgsversprechend. Im Gegenteil: oft klingt dies herablassend und weckt Unmut. Die richtig Guten machen es genial einfach, smart und begeisternd – wie apple. „Do not work harder but smarter“ ist der von Gunter Dueck im Video bezeichnete „Sinn des Lebens“. Mehr dazu finden Sie auch in diesem Artikel.

Klingt logisch. Doch so einfach scheint es gar nicht zu sein, sonst würden es ja alle machen. Oder strengen wir uns nicht genug an? Wahrscheinlich hat es einfach noch nicht richtig „Klick“ gemacht. Wie beispielsweise bei zu vielen Banken. Auch auf unsere Branche kann diese Abbildung hervorragend adaptiert werden. Fintech-Startups schießen aus dem Boden und versuchen die Finanzdienstleistungsbranche zu revolutionieren. Sie greifen mit ihren Geschäftsmodelle die Ertragssäulen der Banken an. Dabei bieten sie schon lange nicht mehr nur gute Konditionen und Abschlussmöglichkeiten im Internet. Viele scheinen es noch nicht ganz verstanden zu haben, dass sie dabei sind, Finanzdienstleistungen – wer hätte es gedacht – smarter zu machen. Einen interessanten Artikel zum Thema „Fintechs – Angriff auf die Geschäftsmodelle der Banken“ von Horváth & Partners finden Sie hier.

Grund zur Sorge? Ja. Zumindest sollten sich Banken endlich darüber bewusst werden, dass Finanzdienstleistungen auch anders gehen und Fintech-Startups kein vorbeihuschender Trend sind. Sie müssen die Scheuklappen abnehmen, den Wandel annehmen und danach Ausschau halten, was um sie herum so passiert.

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